dr Bäärger Dialäkt der Triesenberger Dialekt


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Sprachausgabe
a a

'an', örtlich u. zeitlich. A ma Wäärtig 'an einem Werktag'; a dämm 'daran', a dämm cha s nid sii '«an diesem kann es nicht sein»; daran kann es nicht liegen'; an ämm 'an jenem'; an eu ischt nüüd '«an euch ist nichts»; euch fehlt es an nichts'.

a-ba a ba

[à bá]

scharfe Verneinung, oder auch artikuliertes Abwinken. A ba 'ach was!, ich mag nichts davon wissen!' Verkürzt auch einfach abschätziges kurzes a.
a-1 a ma
  1. 'an ihm',
  2. 'einem'.

As hed s hüür amma '«es hat es heuer an sich»; es scheint heuer so zu sein'.

aab aab

'hinunter, abwärts'.
Dött geid s aab 'dort geht es abwärts', auch 'dort geht es hinunter';
i ds Land aab 'ins Tal hinunter'; danaab 'da hinunter'. Vgl. auch nidschi.

aaba aaba

(gaabat)

'an Lebenskraft verlieren'. Zu Aabat 'Abend', die wörtliche Bedeutung ist '«abenden»; Abend werden'.

aabaschta aabaschta

(aabgaschtat) Dim. aabäschtla

'«abasten»; einen (gefällten) Baum von den Ästen befreien'.

aabat Aabat

m. Pl. Ääbat

'Abend'. Am Aabat 'abends'; dia Ääbat 'letzthin an einem Abend'.

aabatmaess Aabatmäss

f.

'«Abendmesse»; die Messe am Sonntagabend, bzw. Samstagabend'.

Sie wurde in Triesenberg seit dem 1. Januar 1967 regelmässig abgehalten.

aabbaettla aabbättla

(aabbättlat)

'«abbetteln»; erbetteln'. I ha ma dua an Öpfl aabbättlat 'ich habe dann von ihm einen Apfel erbettelt'.

aabbinda aabbinda

(aabbunda)

'«abbinden»; hinunterbinden', hauptsächlich vom Dachstock, auch 'unterbinden'.

aabbraechha aabbrächha

(aabbrochha)

'abbrechen'. Zum Aabbrächa tua '«zum Abbrechen tun»; wild, ausgelassen sein', (hauptsächlich von Kindern), auch wenn sie hysterisch schreien und nicht mehr zu beruhigen sind; dr Chrisschbomm aabbrächha 'den Schmuck vom Christbaum entfernen'.

aabbroechhla aabbröchhla

(aabbröchhlat)

'«abbröckeln»; brockenweise, stückweise kleiner werden', etwa von einem morschen Felsen.

aabbrueaja aabbrüaja

(aabbrüad)

'mit siedendem Wasser übergiessen; in siedendes Wasser legen'.

aabbutza aabbutza

(aabbutzat)

'«abputzen»; abwischen, reinigen'. I muas dr Tisch zeerscht aabbutza 'ich muss zuerst den Tisch reinigen'.

aabchlempa aabchlempa

(aabklempt)

'abklemmen', auch im übertragenen Sinn.

aabchlueuepa aabchlüüpa

(aabklüüpt)

'abzwicken, abklemmen'. Zu aab und chlüüpa.

aabcho aabcho

(aabko)

'«abkommen»; hinunterkommen', übertragen auch eim aabcho '«jemandem abkommen»; jemanden los werden; fortkommen von jemandem'; ganz aabcho '«ganz hinunter kommen»; einen Tiefpunkt erreichen'.

aabchuala aabchuala

(aabkualat)

'«abkühlen»; kühl, kälter werden'. Auch nur einfach chuala.

aabdegga aabdegga

(aabteggt)

  1. '(von etwas) die Abdeckung wegnehmen'
  2. '(etwas) bedecken'
aabdreeja aabdreeja

(aabtreed)

  1. '«abdrehen»; durch Drehen gewaltsam abbrechen';
  2. ds Liecht aabdreeja 'das Licht ausmachen, löschen'.
aabetza aabetza

(aabgetzt)

  1. 'abweiden; durch das Vieh abfressen lassen', z. B. einen Weideplatz;
  2. 'Gras fressen'. Zu aab und etza.
aabfaa aabfaa

(aabgfanga)

'«abfangen»; erwischen'.

aabfaara aabfaara

(aabgfaara)

'«abfahren»; 'hinunterfahren'; speziell 'mit dem Vieh im Herbst von der Alp fahren'.

aabfigga aabfigga

(aabgfiggat)

'«abficken»; abwetzen, abreiben'.

aabflachha aabflachha

(aabgflachhat)

'«abflachen»; flacher werden'.

aabfueara Aabfüara

n. koll.

'«Abführen»; Durchfall'. Auch Laggsierer.

aabgae aabgä

(aabgä)

  1. '«abgeben»; bedingt durch das Alter an Kraft verlieren';
  2. '(von einem Amt, einer Aufgabe) zurücktreten; ein Amt abgeben'. 
Ar hed afaa au aabgä '«er hat anfangs auch abgegeben»; er ist nicht mehr so agil wie früher'.
aabgaa aabgaa

(aabganga)

'«abgehen»; vermissen'. As ischt mr afaa aabganga '«es ist mir anfangs abgegangen»; ich habe es bereits vermisst'.

aabgfriera aabgfriera

(aabgfroora)

'«abgefrieren»; durch Erfrieren abtöten'.

aabgnaga aabgnaga

(aabgnagat)

'abnagen'.

aabgschira aabgschira

(aabgschirat)

'«abgeschirren»; einem Zugtier das Zuggeschirr abnehmen'.

aabgschmaggt aabgschmaggt

'«abgeschmackt»; hochnäsig, geschmacklos'. Aabgschmaggt sii '«abgeschmackt sein»; mehr sein wollen als andere'.

aabgschtanda aabgschtanda

'«abgestanden»; alt' (von Flüssigkeiten). Aabgschtandes Wasser 'faules Wasser'.

aabgwenna aabgwenna

(aabgwennd)

'abgewöhnen'. Ei Glesli zum Aabgwenna 'ein (letztes) Gläschen zum Abgewöhnen'.

aabhaelffa aabhälffa

(aabgholffa)

  1. '«abhelfen»', mit Dativ 'einen Vorgang beenden';
  2. als persönliche Drohung: 'dein Tun werde ich beenden'.
Dir wil i scho aabhälffa (auch dir wil i scho hälffa) 'mit dir werde ich schon fertig, deinem Tun werde ich abzuhelfen wissen'; ämm wil i scho aabhälffa 'dies werde ich schon abzustellen wissen; diesem werde ich ein Ende bereiten'.
aabhaua aabhaua

(aabghaua)

'«abhauen»; abschneiden', auch 'verschwinden'.

aabheb Aabheb

m.

beim Jassa die Karte, die nach dem Aabheba zuunterst zu liegen kommt.

Diese Karte ist beim Handjass Trumpf.

aabheba aabheba

(aabghebt)

  1. '«abheben»; (Geld) auf der Bank holen';
  2. 'beim Jassa die Karten nach dem Mischen in zwei Teile teilen, und den unterenTeil den oberen Teil legen'.
aabkeia aabkeia

(aabkeid)

'hinunterfallen'.

Zu aab und keia.

aablauf Aablauf

m. Pl. Abläuf

'«Ablauf»; Rinne, Röhre zur Ableitung einer Flüssigkeit'.

aablauffa aablauffa

(aabgloffa)

  1. '«ablaufen»; (Schuhe) abnützen'; 
  2. auch von nicht mehr gültigen Karten oder Lebensmitteln über das Datum; '(eine Strecke) ablaufen; etwas entlanggehen'.
aableera aableera

(aabgleerd)

'«hinableeren»; hinunterschütten', auch 'schnell trinken'.

aablegga aablegga

(aabgleid)

  1. '«ablegen»; den Mantel ausziehen' (legg aab als Aufforderung zu bleiben);
  2. 'beim Jassa die Karten «ablegen» und die Möglichkeit Trumpf zu machen an den oder die Gegner weitergeben'.
aablosa aablosa

(aabglosat)

'«ablosen»; (unfreiwillig) zuhören'.

aabluaga aabluaga

(aabgluagat)

'«ablugen»; nachmachen'.

Schi hed mr s nu aabgluagat '«sie hat es mir nur abgeschaut»; sie hat es mir nachgemacht'.

aabluusa aabluusa

(aabgluusat)

'«ablausen»; (jmdm.) etwas durch List oder beim Glücksspiel abnehmen'.

Zu Laus, ursprünglich jemandem die Läuse nehmen.

aabmachha aabmachha

(aabgmachhat)

'«abmachen»; ein Übereinkommen treffen; Treffpunkt und Zeit vereinbaren'.

aabnae aabnä

(aabgnu)

  1. '«abnehmen»; Gewicht verlieren, abnehmen'; 
  2. 'kleiner werden', auch vom Mond;
  3. 'jemandem helfen, jemandem etwas abnehnen', z. B. eine Arbeit oder Besorgung abnehmen;
  4. 'herunternehmen', z. B. die Wäsche von der Leine.
aabpassa aabpassa

(aabpassat)

'«abpassen»; jemandem auflauern; jemanden abfangen'.

aabrauma aabrauma

(aabgraumd)

'«abrahmen»; entrahmen'.

Vgl. auch Milch und zentrifuugna.

aabrupfa aabrupfa

(aabgrupft)

'«abrupfen»; ab-, aus-, wegreissen'.

Z. B. eine Pflanze ausreissen, ein Blatt vom Kalender abreissen etc.

aabruuma aabruuma

(aabgruumd)

'abräumen'.

Tua mr no dr Tisch aabruuma 'tu mir noch den Tisch abräumen'.

aabschlaa aabschlaa

(aabgschlaga)

'«abschlagen»; durch Schlagen abtrennen',

übertragen auch 'billiger werden'.

aabschlaegga aabschlägga

(aabgschläggat)

'«abschlecken»; ablecken'.

aabschriiba aabschriiba

(aabgschriba)

'abschreiben'.

Vor allem für das Abschreiben (Spicken) in der Schule.

aabschwaartna aabschwaartna

(aabgschwaartnat)

'«abschwarten»; gewaltvoll, brutal verprügeln'.

Zu Schwarte, ursprünglich 'die Schwarte vom Speck abschneiden'.

aabschwaenza aabschwänza

(aabgschwänzt)

'«abschwänzen»; dem Vieh den aufgebundenen Schwanz loslösen, losbinden'.

aabspara aabspara

(aabgsparat)

'«absparen, sich etwas mühevoll ersparen'.

Vam Muul aabspara '«vom Mund absparen»; sich mühsam verdienen'.

aabstaechha aabstächha

(aabgschtochha)

  1. '«abstechen»; durch einen Stich töten';
  2. beim Jassa den Stich des Partners stächha.
aabtachha aabtachha

(aabtachhat)

'«abdachen», die Ziegel vom Dach nehmen'.

aabtaedaga aabtädaga

(aabtädagat)

  1. 'vermittelnd in einen Streit eingreifen';
  2. 'abwehren einer Krankheit'. 
Zu mhd. tagedingen 'gerichtlich verhandeln; verhandeln; eine Übereinkunft treffen'.
aabteilig Aabteilig

f. Pl. Aabteilaga

'«Abteilung»; Schulstufe, Klasse'. 

Die Schüler der ersten Aabteilig nennt man Apazeener.

aabtisscha aabtisscha

(aabtisschat)

'«abtischen»; den Tisch abräumen'.

Vgl. auch tisscha.

aabtrib Aabtrib

m.

'«Abtrieb»; das Aabtriiba des Viehs von den Alpen'.

aabtriiba aabtriiba

(aabtriba)

'«hinabtreiben»; das Vieh im Herbst von der Alpe wieder ins Dorf zurück treiben'.

aabtrischaagga aabtrischaagga

(aabtrischaaggat)

'abkanzeln, schelten'.

aabtritt Aabtritt

m.

'«Abtritt»; Abort, WC'. Auch Aport oder Latriina.

aabtrittguella Aabtrittgülla

f.

'Jauche (Gülle) aus dem Aabtritt'. Im Gegensatz zur Stallgülla, der Jauche aus dem Stall.

aabtruechhna aabtrüchhna

(aabtrüchhnat)

'«abtrocknen»; etwas Nasses mit einem Trüchhner trocken reiben'.

aabverheia aabverheia

(aabverheid)

'misslingen'. As ischt mr aabverheid 'es ist mir misslungen'. Vgl. auch verheia.

aabwaeaercha aabwäärcha

(aabgwäärchat)

  1. schi aabwäärcha '«sich abwerken»; sehr viel arbeiten, ohne auf die eigene Gesundheit zu achten';
  2. als Part. Perf. 'durch häufige strenge Arbeit früh gealtert bzw. krank sein'.
aabwaesscha aabwässcha

(aabgwässcht)

'(Geschirr) abwaschen'.

aabwaesschwasser Aabwässchwasser

n.

'Spülwasser'.

As schmeggt wia Aabwässchwasser sagt man von einer Flüssigkeit, die fad (laugenhaltig) schmeckt.

aabwetza aabwetza

(aabgwetzt)

'«abwetzen»; durch häufigen Gebrauch eine Klinge (Sense) unscharf machen'.

aabwoorga aabwoorga

(aabgwoorgat)

'«hinabwürgen»; hastig essen, das Essen hinunterwürgen'.

aabzella aabzella

(aabzelld)

'«abzählen»; subtrahieren'.

aabzia aabzia

(aabzoga)

  1. '«abziehen»; ausziehen', schi aabzia 'sich ausziehen';
  2. 'hinunterziehen';
  3. 'kassieren', tua mr no aabzia '«tu mir noch abziehen»' sagt man, wenn man im Gasthaus bezahlen will.
aadia aadia

[à:día]

'auf Wiedersehen'. Frz. adieu.

aaha aaha

'«anher»; herunter'

aahahaua aahahaua

(aahaghaua)

  1. '«herunterhauen»; von etwas abschneiden',
  2. auch eine Ohrfeige 'herunterhauen'.
aahahola aahahola

(aahagholat)

'herunterholen'.

aahakeia aahakeia

(aahakeid)

'herunterfallen'. Zu keia.

aahalaa aahalaa

(aahaglaa)

'herunterlassen'. Auch von starkem Regen: as laad aaha, was as mag '«es lässt herunter, soviel es kann»'.

aahalampa aahalampa

(aahaglampat)

'«herunterlampen»; herunterhängen'. Zu lampa.

aahalaesa aahaläsa

(aahagläsa)

'«herunterlesen»; pflücken'.

aahaleera aahaleera

(aahagleerd)

'«herunterleeren»; herunterschütten', vor allem auch von starkem Regen. Auch aahalaa.

aaharichta aaharichta

(aahagricht)

'«herunterrichten»; abwärts, herunter weisen'. Etwa eine Viehherde in die Richtung nach unten treiben.

aahaschneia aahaschneia

(aahagschneid)

'herunterschneien'. 

Scherzhaft: As hed aahagschneid, bis i ds Land aab und däna widr uuf '«es hat heruntergeschneit, bis ins Land hinunter und drüben wieder hinauf».'

aahatroola aahatroola

(aahatroolat)

'herunterfallen; sich herunter kugeln lassen'. Zu troola.

aahatroeoela aahatrööla

(aahatrööld)

'etwas herunter rollen lassen'. Zu trööla.

aahatua aahatua

(aahataa)

'«heruntertun»; herunternehmen'.

aahoora Aahoora

m.

'Ahorn'.

aali Aali

n. Pl. gl.

'Liebkosung' (Wange auf Wange). Aali machha, Aali gä 'sich liebkosen'.
aalt aalt

'alt'. Alti Männer 'alte Männer', äälti Fraua 'alte Frauen', aalti Sachha 'alte Sachen'.

aaltfrenkisch aaltfrenkisch

'«altfränkisch»; altmodisch'.

aamat Aamat

n.

'zweiter Graswuchs im Jahr, zweite Heuernte'. Mhd. âmât.

aameissa Aameissa

f. Pl. gl.,

'Ameise'.

aamer Aamer

m.

'Gelüste nach Essen'. Mhd. âmer. Vgl. auch aamergällig.

aamergaellig aamergällig

'gierig'. Zu Aamer und gällig.

aeaemta äämta

(gäämtat)

'Aamat machen'.

aana Aana

f. Pl. gl., Dim. Aani

'Grossmutter'. Mhd. ane, ahd. ana.

aani aani

'ohne'. Mhd. âne.

aanischt aanischt

'ausser'. Zu aani.

aarbat Aarbat

f. koll.

'Arbeit'.
aeaerbsa Äärbsa

f. Pl. gl., Dim. Äärbsli

'Erbse'.

aeaerbsasuppa Äärbsasuppa

f.

'Erbsensuppe'.
aeaerda Äärda

f. koll.

'Erde, Erdboden'. Auch Häärd.

aeaerdoeoelliecht Äärdöölliecht

n. koll.

'Lampe, die von Erdöl gespiesen wird'.
aeaerdschleipf äärdschleipf

'am Boden schleifend'. Etwas, was man nicht zu tragen im Stande ist, zieht man äärdschleipf. Zu Äärda und schleipfa.

aarfl Aarfl

m.

'armvoll'. Siehe auch Hampfla und Hampflata.

aeaes ääs

'es'.

aatera Aatera

f. Pl. gl.

'Kreuzotter', auch allgemein 'Schlange'.

aberwilla Aberwilla

m.

'«Aberwillen»; Widerwillen, Abneigung, Ekel'.
abetta abetta

(apettat)

'«anbetten»; das Bett beziehen'. Vgl. auch betta.

abfaara abfaara

(abgfaara)

  1. '«abfahren»; sich davon machen, verschwinden';
  2. etwas 'beseitigen'.
Mid ättas abfaara '«mit etwas abfahren»; etwas beseitigen, wegschaffen, sich einer Sache entledigen'; mid äppert abfaara '«mit jemandem abfahren»; jemanden verjagen, wegjagen, verscheuchen'.
abgoettisch abgöttisch

'überaus, übertrieben stark'. Ar hed scha abgöttisch gäära '«er hat sie abgöttisch gern»; er liebt sie übertrieben stark'.

abinda abinda

(apunda)

'«anbinden»; mit einer Schnur oder einem Seil befestigen'.

abrella Abrella

m.

'April'. Dan Abrella 'im April'. Mhd. aberëlle.

absunder absunder

'zur Seite'. Absunder tua 'aussondern; zur Seite legen'.

achher Achher

m. Pl. àchher, Dim. Ächherli

'Acker'.

acho acho

(acho)

[ácho]

  1. 'Feuer fangen';
  2. 'ankommen';
  3. 'gestartet sein' von einem Motor.
Ds Huus ischt acho 'das Haus hat Feuer gefangen'.
acht acht

Zahlwort 'acht'.

achta achta

(gachtet)

'«achten»; beachten'. Äär hed mi gar nid gachtet '«er hat mich nicht geachtet»; er hat mir überhaupt keine Beachtung geschenkt', auch 'er hat mich nicht bemerkt'.

achti achti

'acht Uhr'.

afaa_1 afaa

[àfá:]

'anfangs, endlich einmal'. Dua hed r afaa agfanga 'dann erst hat er angefangen'.

afangsch afangsch

'anfangs, zu Beginn'. Jünger für älteres anfengli.

afengli afengli

'anfangs, zu Beginn'. Älter für afangsch.

affnig Affnig

f. koll.

'Schande; etwas, wofür man sich schämt'.

afichta afichta

(agfochta)

'anmachen, Lust haben auf, reizen'.

As ficht mi scho a z gaa 'es reizt mich schon zu gehen'; as hed mi scho agfochta zum a d Fasnicht gaa 'ich hatte eigentlich schon Lust an die Fasnacht zu gehen'.

afikaat Afikaat

m. Pl. Afikaata

'Rechtsanwalt, Rechtskundiger'.

Reda as wia an Afikaat '«reden so wie ein Advokat»; redegewandt sein', auch spöttisch 'siebengescheit reden'.

afueuera afüüra

(agfüürat)

'«anfeuern»; Feuer im Ofen machen; heizen'.

Auch füüra. Vgl. auch alegga.

agae agä

(aggä)

  1. '«angeben»; Tempo machen, anschieben' (auch amachha);
  2. jemandem etwas agä 'jemanden anschwindeln'.
agaa agaa

(agganga)

'«angehen»; beginnen'.

agatli Agatli

f.,

Koseform zum weibl. Vorname Agathe.
agatschanaug Agatschanaug

n.

'Hühnerauge'.

Zu mhd. agelster 'Elster'.

agattaga agattaga

(aggattagat)

'ins Werk setzen, beginnen'.

Vgl. auch areisa oder agschira. Zu Gattig.

agenza agenza

(aggenzt)

'«angänzen»; von einem Ganzen das erste Stück wegnehmen',

übertragen auch für das erstmalige Benutzen von etwas Neuem. Mhd. engenzen, 'unganz machen'.

aegerschta Ägerschta

f. Pl. gl.

'Elster'.

Vgl. aber auch Agatschanaug. Mhd. agelster.

aegerta Ägerta

f. Pl. gl.

'ehemaliger Acker'.

aggreis Aggreis

n.

'ein Tun (z. B. eine Arbeit), welches man unterschätzt hat und das zu manchen Problemen führt'.

Auch Irichtig. Vgl. auch Chumeedi. Zu Greis.

aeggs Äggs

f.

'Axt'.

aeggsami Äggsami

f. Pl. gl.

[äksámi]

  1. allgemein 'Prüfung';
  2. 'Pflichtbesuch als kirchliche Ehevorbereitung vor der Hochzeit'. 
Zu Examen n.
aggsla Aggsla

f. Pl. gl.

'Achsel'.

Aggsla bezeichnet Achsel und Schulter zusammen.

aglara aglara

(agglarat)

'«anglaren»; sehr böse anschauen, glotzen, anstarren'.

Zu glara.

agraffa Agraffa

f. Pl. gl.

[ágràf:a]

'Krampe'.
agriifa agriifa

(aggriffa)

'«angreifen», berühren'.

agschira agschira

(agschirat)

  1. 'einspannen von Vieh';
  2. 'einrichten, beginnen' (auch areisa oder agattaga).
aegschpliziera ägschpliziera

(ägschplizierd)

'erklären'. Frz. éxpliquer.

ahaa ahaa

[àhá:]

'«aha!», ach so!'.

aheimala aheimala

(agheimalat)

[áhèimala]

'vertraut vorkommen'.

Vgl. auch heimala.

ahenga ahenga

(aghengt)

  1. 'anhängen',
  2. jemandem etwas ahenga 'jemandem eine Eigenschaft, ein Tun nachsagen'.
ahenger Ahenger

m. Pl. gl.

'Anhänger'.
ahogga ahogga

(aghoggat)

'«anhocken»; in der Pfanne anbrennen'.

ajaena ajäna

'herüben'.

ajinna ajinna

'herinnen'.

ajoppa ajoppa

'heroben'.

ajunna ajunna

'herunten'.

ajuussa ajuussa

'heraussen'.

alaa alaa

(agglaa)

[ála:]

  1. 'starten (einer Maschine, eines Motors)',
  2. 'beginnen'. 
As laad schi guat a '«es lässt sich gut an»; die Sache beginnt vielversprechend'.
alaega aläga

[áläga]

'regelmässig leicht steigend oder fallend'.
alauffa alauffa

(aggloffa)

'«anlaufen»; sich beschlagen'.

Ds Fänschter ischt aggloffa 'das Fenster hat sich beschlagen'.

alawanti alawanti

[àlawánti]

'schnell, rasch, sofort'. Ital. avanti.

albi albi

'immer, stets'. Albi widr mehrmals, albi no 'immer noch'. Mhd. allwëc. Auch tuschuur.

alegga alegga

(aggleid)

[álèka]

  1. '«anlegen»' schi alegga 'sich anziehen', legg an Tschoopa a 'zieh dir eine Jacke über';
  2. as Schiid alegga 'ein Holzscheit ins Feuer geben' oder allgemein 'Feuer machen, einheizen'; vgl. auch afüüra und ifüüra.
aelf älf

'elf', die Zahl 11.

aelfi älfi

'elf Uhr'.

alli alli

'alle'. Auch verkürzt zu all (all Hennaschis 'immer wieder'). Alli Männer 'alle Männer', älli Fraua 'alle Frauen', alli Chind 'alle Kinder'.

aellimaal ällimaal

'«allemal»; immer, jederzeit'.

allpott allpott

'oft, manchmal'. Vgl. auch asia. Zu mhd. al-gebot; vgl. auch Bott.

allwaeg allwäg

'so oder so, recht und schlecht'.

alpa_1 Alpa

f. Pl. gl., Dim. Alpelti

'Alp'.

alpachrueuez Alpachrüüz

n.

'«Alpkreuz»; Kreuz in der Nähe der Alphütte, unter welchem das Ave gesungen wird'.
alpgnooss Alpgnooss

m.

'«Alpgenosse»; 'Anteilhaber an einer Gemeinschaftsalpe'. Auch Gnooss.

alphuetta Alphütta

f.

'«Alphütte»; Wohngebäude auf der Alp'.
alpmeischter Alpmeischter

m.

'«Alpmeister»; Hauptverantwortlicher für eine bestimmte Alpe'. Auch Alpvogt.

alpobma Alpobma

m.

'«Alpobmann»; Vorsitzender des Alpausschusses', er ist für alle Alpen verantwortlich.

alpraechhnig Alprächhnig

f.

'«Alprechnung»'.
alpraecht Alprächt

n.

'«Alprecht»; das Recht, die Alp zu beschicken'.
alpvogt Alpvogt

m.

'«Alpvogt»; Hauptverantwortlicher für eine bestimmte Alpe'. Auch Alpmeischter.

alpwaeaerch Alpwäärch

n.

'«Alpwerk»; gemeinsame, von Gemeinde oder einer Genossenschaft organisierte Arbeit auf der Alp', z. B. Weideräumung, Zäunen usw.
alpwaeaercha alpwäärcha

(alpgwäärchat)

'Alpwäärch machen'.

alpwaeaerchtag Alpwäärchtag

m.

'Tag, an dem das Alpwäärch stattfindet'.

aluaga aluaga

(agluagat)

'«anlugen»; betrachten, sich ansehen'.

alueueta alüüta

(agglüüt)

'«anläuten», telefonieren'. Schi hed mr agglüüt 'sie hat mich angerufen'.

amachha amachha

(agmachhat) Dim. amächhala

  1. '«anmachen»; Tempo machen' (auch agä);
  2. 'Lust haben, Lust verspüren'.

 

As teet mi scho amachha '«es täte mich schon anmachen»; ich hätte schon Lust dazu'.
amaechhalig amächhalig

'anziehend, verlockend'. Auch amachhig.

amachhig amachhig

'anziehend, verlockend'. Auch amächhalig.

aemm ämm

'jenem'.

ampalaaschsagg Ampalaaschsagg

m.

'grosser Jutesack'. Zu frz. emballage.

amt Amt

n.

'die Hl. Messe am Sonntagmorgen'. Vgl. auch Mäss

Das Amt findet in der Regel um 9:30 h statt. Kurzform von Hochamt.

ana ana

'im Jahr'. Ana einavierzgi 'im Jahr 1941'. Lat. anno.

aena äna

'jener, derjenige'. Abschätzig äna dött 'der dort'.

anaard anaard

'«eine Art»; in gewissem Sinne; auf irgendeine Art und Weise'.

anagla anagla

(agnaglat)

'«annageln»; mit einem Nagel befestigen'.

ananandera ananandera

[ananándera]

'nacheinander, in einer Folge'. Vgl. auch dananderanaa.

aenawaeg änawäg

'so, auf jene Weise'. Vgl. auch asoo 'auf diese Weise'.

ancha_1 Ancha

m.

'Butter'. Mhd. anke.

anchati Anchati

f.

'Ertrag des Buttermachens'. Zur Bildung vgl. auch Bachhati.

anch-chuebl Anch-Chübl

m.

'Butterkübel, Holzbehälter mit Kurbel zum Käsen'.
anchmilch Anchmilch

f.

'Buttermilch'.
aendara ändara

'solche, derartige'.

anderscht anderscht

'anders, auf andere Weise'.

andreiass Andreiass

m.,

männl. Vorname Andreas

angi angi

'(an)hin'. Hogg angi 'setz Dich'.

angihogga angihogga

(angighoggat)

'«hinhocken»; sich setzen'.

angikeia angikeia

(angikeid)

'hinfallen'.

angitua angitua

(angitaa)

'«hintun»; hinlegen'.

angiwaeaerffa angiwäärffa

(angigworffa)

'«hinwerfen»; hinschmeissen'.

angl Angl

m. Pl. gl.

'Stachel der Biene oder Wespe'. Mhd. angel.

angla angla

(ganglat)

'stechen', von der Biene.

aeni äni

'sie, diese, jene'.

anna Anna

f.,

weibl. Vorname Anna, Dim. Anni, Annali.

aens äns

'jenes, dasjenige'. Redewendung äns und dits und ällimaal '«jenes und das andere und jederzeit»', äns weis ma 'das weiss man'.

antwurt Antwurt

f.

'Antwort'.
apaartig apaartig

[àpá:rtig]

'besonders nett'. Nhd. apart.

apazeener Apazeener

m.

'Erstklässler; Volksschüler, der in die erste Aabteilig geht'. Zu ABC.

aport Aport

m.

[apórt]

'Abort, WC'. Auch Aabtritt, Latriina.

aeppert äppert

'jemand'. I ha äppert gsee 'ich habe jemanden gesehen'. Auch ätwer.

arala Arala

f. Pl. gl.

'Bergföhre (Pinus montana Miller)'.

 
aralabuschi Aralabuschi

n. Dim., Pl. gl.

'Zapfen der Arala'. Zu Buschi. Vgl. auch Forabuschi und Tannazapfa.

areisa areisa

(aggreisat)

'ins Werk setzen, beginnen, organisieren'. Auch agattaga und agschira.

aretiera aretiera

(aretierd)

'schliessen', das Wort wurde selten verwendet, dafür meist pschliessa. Frz. arrêter.

arichta arichta

(aggricht)

  1. '«anrichten»; das Essen auf den Teller geben';
  2. 'anstellen', im negativen Sinn 'ins Werk setzen'.
ariiba ariiba

(aggriba)

'«anreiben»; Streuemist auf der Wiese verteilen'.

aerischt Ärischt

m.

'Ernsthaftigkeit, Eifer'. Mhd. ërnest.

as as

'als, so'. Solang as 'solange wie'; as wia 'so wie'.

asa asa

'als'. Asa naggaga 'nackt'.

aschindla aschindla

(agschindlat)

'«anschindeln»; mit Schindeln verkleiden'.

aschlaa aschlaa

(agschlaga)

'«anschlagen»; vorhaben, vorschlagen'. Wir händ dua agschlaga, an andara Wäg z gaa, sind aber scho z spaati gsi 'wir hatten vor, einen anderen Weg zu gehen, waren dafür aber schon zu spät («zu Späte)»'.

aeschpa Äschpa

f.,

auch Aschpa 'Zitterpappel (Populus tremula L.)'.

aeschtimiera(aeschtimierd) äschtimiera

(äschtimierd)

'«ästimieren»; anerkennen; achten'.

aschtraenza Aschtränza

f.

'Sterndolde (Astrantia major L.); Meisterwurz'.

Die Pflanze wurde zum Schnapsbrennen verwendet; in der Volksmedizin hatte sie grosse Bedeutung gegen Erkältungen und als Wundmittel.

asia asia

[asía

'manchmal, hie und da'. Auch allpott.

asoo asoo

[asó:]

'so, auf diese Weise', im Gegensatz zu änawäg 'auf jene Weise'.

aspiina aschpiina

(agspiinat)

'(ein Fass) anzapfen'. Zu Spiina.

aessa_1 Ässa

n. Pl. gl.

'Essen, Mahlzeit'.
aessbraenta Ässbränta

f.

'hölzernes Essgeschirr'. Zu ässa und Bränta.

aessig ässig

'essbar'.

atraeaega aträäga

(aträäga)

'«antragen»; anbieten'.

aetta ätta
  1. 'etwa';
  2. 'gelegentlich'.
aettas ättas

'etwas'. Ättas Neusch 'etwas Neues'.

aetti Ätti

m. Pl. gl.

'Vater'. Auch Tätta. Mhd. atte.

aetwer ätwer

'jemand'. Ätwer wurd s scho macha 'jemand würde es schon machen'. Auch äppert.

aetwia ätwia

'irgendwie'. Ätwia wurd s de scho gaa 'irgendwie würde es (dann) schon gehen'.

atzig Atzig

f.

'Weidgang'. Mhd. atz, atze 'Futter, Gras'.

au_1 Au

f. Pl. Aua

'weibliches Schaf'.
aug Aug

n. Pl., Dim. Augi

'Auge'. Van Aug '«von Auge»; mit blossem Auge'.

augabraama Augabraama

f. Pl. gl.

'Augenbraue(n)'.
augabruuna Augabruuna

f. Pl. gl.

'Augenbraue(n)'.
augataeller Augatäller

m.

'«Augenteller»', ein Kinderschreck.

Bedeutung und Herkunft sind unbekannt.

augawasser Augawasser

n. koll.

'Tränen'. Mir ischt ds Augawasser cho '«mir ist das Augenwasser gekommen»; ich hatte Tränen in den Augen'.

augschta Augschta

m.

'Monat August'. Dan Augschta 'im August'.

Nur noch sleten, heute fast ausschliesslich Auguscht.

ave Ave

n.

'Sennenave', der Alpsegen am Abend.
awaeg awäg

'entfernt'. Awäg tua 'entfernen'; gang mr awäg '«geh mir weg»; geh mir aus den Augen; ich mag nichts davon wissen'.

awuensscha awünsscha

(agwünscht)

'«anwünschen»; wünschen'. Eim ds guat Jaar awünsscha 'jemandem ein gutes neues Jahr wünschen'.

azella azella

(azelld)

'«anzählen»; auszählen' beim Kinderspiel. Zählreim piff, paff, puff und duu bischt duss.

azia azia

(azoga)

'«anziehen»; eisig werden'. As zücht a '«es zieht an»; es wird eisig'.

azuenta azünta

(azünt)

'anzünden'. Übertragen: Jemanden azünta '«jemanden anzünden»; jemanden verbal aggressiv angehen' oder 'jemanden mit Worten reizen'.

baaba Baaba

Dim. Baabi, Baabali

  1. weibl. Vorname, Kurzform von Barbara,
  2. im Dim. 'unbedarftes, dummes weibliches Kind'. 
Du bischt as Baabi 'du bist ein dummes Mädchen'.
baald baald

'bald, demnächst, in Kürze'. Vor allem auch in der Verbindung baald amaal '«bald einmal»; demnächst'.

baali Baali

m.,

männl. Vorname Paul.
baeaercht Bäärcht

n.

'Kehricht', vor allem der zusammengekehrte Drägg in der Stube'. Mhd. bâht ursprünglich auch in der Bedeutung 'Pfütze, Pfuhl'.

baeaerchtruegga Bäärchtrügga

f.

'Kehrschaufel, Behältnis für das Bäärcht'. Zu Bäärcht und Trügga.

baard Baard

m. Pl. Bäärd

'Bart'.

baeaerg Bäärg

m.

  1. kurz für Triesenberg,
  2. wie nhd. 'Berg',
  3. 'Berggut'.
baarma Baarma

m. Pl Bäärma

'Futterkrippe'. Mhd. barn(e).

baarmalada Baarmalada

m.

'dickes Brett, aus welchem die Futterkrippen gebaut werden'.

baarmastogg Baarmastogg

m.

'Holzklotz mit gestemmter Rille zum Einführen der Dielen an der Futterkrippe'.

baeaeterli Bääterli

n. Pl. gl.

'Perle des Rosenkranzes'.
babau Babau

m.

'Schreckgestalt, Kinderschreck. Lautmalende Verdoppelung von romanisch bau.

bach Bach

m. Pl. Bech, Dim. Bächli

'Bach'.

bachboord Bachboord

n.

'«Bachbort»; Bachufer, Böschung'. Zu Boord.

bachha bachha

(pachha)

'backen'.

bachhati Bachhati

f. koll.

'alles, was auf einmal gebacken wird'. An Bachhati Brood '«das auf einmal gebackene Brot»'.

bachhblaechh Bachhblächh

n.

'Backblech', auch einfaches Blächh.

bachh-holz Bachh-Holz

n.

'«Backholz»; Holz, welches zum Brotbacken verwendet wird'.

bachhmael Bachhmäl

n.

'«Backmehl»; Mehl, welches zum Backen verwendet wird'.

bachhofa Bachhofa

m.

'Backofen'
bachhschiid Bachhschiid

n.

'«Backscheit»; einzelnes Holzscheit zum Heizen des Backofens'. Vgl. auch Schiid.

bachhtag Bachhtag

m.

'«Backtag»; der Tag, an dem gebacken wird.
bachnass bachnass

'«bachnass»; sehr nass'. Wörtlich 'nass wie ein Bach'.

bachrolla Bachrolla

f.

'Sumpfdotterblume (Caltha palustris L.)'.

bad Bad

n. Pl. Beder, Dim. Bedli

  1. 'Schwimmbad', 
  2. kurz für 'Badezimmer'.
baederig Bäderig

m. Pl. gl.

'grosser, dicker Bauch'.

badischt Badischt

m.,

männl. Vorname Baptist.

badtobler Badtobler

m.

ein Wetterzeichen, der Nebel, der vom Badtobel, einem grossen Rüfezug an der südlichen Gemeindegrenze, herzieht.
baduscht Baduscht

m.

'abgestandenes Gras'. Auf einer Weide, die längere Zeit nicht gemäht wurde ist grösstenteils Baduscht.
badwanna Badwanna

f. Pl. gl., Dim. Badwanni

  1. 'Badewanne',
  2. 'Mulde im Schnee'.
bagataella Bagatälla

f. Pl. gl.

'Kleinigkeit'. Frz. bagatelle.

bagg Bagg

m. koll.

'Tabak', besonders 'Kautabak'. Auch Schiggtabagg. Vgl. auch Tubagg.

bagga_1 Bagga

f. Pl. gl., Dim. Baggi

'«Backe», Wange'. Vgl. auch Wanga.

balgga Balgga

m. Pl. gl.,Dim. Balggi

'Balken'.

balla Balla

Pl. gl. Balla, Dim. Balli,

  1. m. 'Ballen', vor allem von Stroh und Heu',
  2. f. 'Ball, Spielball', bes. auch der 'Fussball'.

Die ursprünglich weibliche Form ist nur mehr selten, dafür eher talmundartlich dr Ball.

ballafeist ballafeist

'«ballenfeist»; sehr dick, übergewichtig'.

baelli Bälli

m.

'Spielkarte, 6 der Farbe Schälla'. Frz. bailli 'Stellvertreter des Königs'.

balma Balma

f.

'überhängender Fels; natürlicher Unterstand im Fels'. Mhd. balme.

banch Banch

m. Pl. Beng, Dim. Bengi

'Bank, Sitzbank'.

band Band

n. Pl. Bender, Dim. Bandi

  1. 'Tragriemen', auch wie nhd. Band n.,
  2. 'Grasband in Felsen'.
bandi Bandi

f.

'üble, schlechte Gesellschaft', auch wie nhd. Verbrecherbande. Frz. bande f. 'Schar, Haufen'.

baenna Bänna

f.

'zweirädriger Holzkarren zum Transport von Mist und Jauche'.

baera Bära

m. Pl. gl., Dim. Bärli

'Bär'.

baraentig baräntig

[bar´äntig]

'rein, vollständig, wirklich'. Dr baräntig Teifl 'der wahre Teufel'.

barfuass barfuass

'barfüssig'. Ma sül nu i dena Maanat barfuass lauffa, waa käs «r» dinna ischt 'man soll nur in den r-losen Monaten (Mai bis August) barfüssig gehen'.

baermuater Bärmuater

f.

'Blinddarm'.
baesa_1 Bäsa

m. Pl. gl., Dim. Bäsali

'Besen'. Älter auch Bäsma.

baschi Baschi

m. Pl. gl.

'korpulenter Mann'. Zur Kurzform von Sebastian.

baesi Bäsi

f.

'Tante', auch 'Grosstante'. Mhd. base.

baesma Bäsma

m.

Bäsa

basscha Basscha

m.,

männl. Vorname, Kurzform von Sebastian.

baetschga bätschga

(pätschgat)

'mit einer stumpfen Axt Holz spalten'. Lautmalend, wegen des entstehenden Tons.

baetta bätta

(pättat)

'beten'. Zum End bätta '«zum Ende beten»; Sterbegebete beten'.

baetti Bätti

n. Pl. gl.

'Rosenkranz'. Zu bätta 'beten'.

baettl Bättl

m. koll.

'wertlose Kleinigkeit'. I würffa dr ganz Bättl angi '«ich werfe den ganzen Bettel hin»; ich gebe auf, ich mache nicht mehr weiter'.

baettla bättla

(pättlat)

'betteln'. Ds Bättla versuuma '«das Betteln versäumen»; nichts verdienen mit einer Arbeit; nichts nützen'.

baettler Bättler

m. Pl. gl.

'Bettler'.
baettleranch-chuebl Bättleranch-Chübl

m.

'Stossbutterfass', ein zylindrisches Butterfass mit Stössel. Auch Stuuderli. Zu Bättler, Ancha und Chübl.

batzger Batzger

m.

'Hilfsbursche auf der Alp, der zu untergeordneten Arbeiten angehalten wird'. Jünger für Buab.

Batzger ist aus den Talmundarten entlehnt. Rätoromanisch bazcha 'Hausrat, der auf die Alp mitgenommen wird'.

beck Beck

m. Pl. gl.

  1. 'Bäcker',
  2. Familienname Beck.
I gaa no weidli zum Beck 'ich gehe noch schnell in die Bäckerei'. 
bei Bei

n. Pl. gl.

  1. 'Knochen'
  2. 'senkrechte Streben beim Heuschlitten'.
Stei und Bei schwööra '«Stein und Bein schwören»'.
beiel Beiel

m. Pl. gl.

'Beil'.
beigla_1 Beigla

f.

'Alprechtsholz', Holzstück, auf dem die Weiderechte eingekerbt sind'. Mhd. beigel 'Eichstempel auf den Weinfässern und dem Kerbholz'.

beischara beischara

(peischarat)

'zertrampeln des Grases', auch allgemein 'zerdrücken'; 'unruhig sich herumdrücken im Bett vor dem Aufwachen'. Auch verbeischara, vgl. auch streefla.

beit Beit

f.

nur in der Redewendung uf Beit 'auf Kredit'. Mhd. beit 'Zögern', beiten 'warten'. Vgl. auch bittloos.

beiz Beiz

f. Pl. Beiza, Dim. Beizli

'Gasthaus, Wirtschaft'.

beizer Beizer

m. Pl. gl.

  1. allgemein 'Wirt';
  2. in Triesenberg speziell der Wirt des Gasthauses Edelweiss.
Zu Beiz.
belz Belz

m. koll.

  1. 'Pelz',
  2. 'Haut auf der gekochten Milch'.
bendl Bendl

m. Pl. gl., Dim. Bendali  

'Bändel, Schnur'. Sagg und Bendl euphemistischer Fluch, für Saggerment.

beni Beni

männl. Vorname, Kurzform von Benjamin.

benidiziera benidiziera

(benidizierd)

'«benedizieren»; weihen; aussegnen'.

bereits bereits

'schon, bereits'. I bi bereits im Lada gsi '«ich war schon im Laden»; ich war schon einkaufen'.

beri Beri

n. Pl. gl.

'Beere'.
berna berna

(pernat)

'Beeren sammeln'. Zu Beri.

besserig Besserig

f.

'Besserung'. An güati Besserig '«eine gute Besserung»' wünscht man einem Kranken.

bett Bett

n. Pl. Better, Dim. Bettli

'Bett'. Auch im übertragenen Sinn, vgl. etwa Fasbett.

betta betta

(pettat)

'das Bett machen'. Vgl. auch abetta. Zu Bett. Vgl. auch näschta.

bettbrunzer Bettbrunzer

m. Pl. gl., Dim. Bettbrunzerli

  1. 'Bettnässer',
  2. 'Buschwindröschen', auch im Dim. 
Zu Bett und Brunzer.
bettchruag Bettchruag

m.

'«Bettkrug»; Bettflasche aus Steingut'.

betthaeaess Betthääss

n.

'Bettwäsche'. Auch Bettzüüg. Zu Bett und Hääss.

Die Bettwäsche besteht aus Lilachhi, Chüssiziechli und Zieha.

bettlaub Bettlaub

n. koll

'«Bettlaub»; Laub, welches für das Füllen des Laubsaggs verwendet wird'.

bettsogg Bettsogg

m.

'«Bettsocken»; Socken, die man zum Schlafen trägt'. Zu Bett und Sogg.
bettstatt Bettstatt

f.

'Bettgestell'.
bettzueueg Bettzüüg

n.

'«Bettzeug»; Bettwäsche'. Auch Betthääss.

bibla Bibla

f. Pl. gl., Dim. Bibali

'Henne'.

bichannt bichannt

'bekannt'. Bichannt machha 'veröffentlichen, verkünden'.

biesch Biesch

m.

'die erste Kuhmilch nach dem Kalbern'.
biesch-chueachli Biesch-Chüachli

n.

'kleiner Kuchen aus Biesch'.

Der Kuchen wurde meist erst mit der zweiten, selten mit der erstenMilch einer Kuh gebacken; die erste und die zweite Milch einer Kuh sindsehr fettreich.

bigoscht bigoscht

anerkennende Zurede. Bigoscht bischt duu an Tifaga 'bei Gott, bist du ein Geschickter'. Bigoscht ist eine euphemistische Umwandlung von bei Gott.

biheimat biheimat

'daheim, zuhause'.

biichta biichta

(piichtat)

'beichten'. Ds Biichta und ds Puurna höörd amaal am Bäärg 'das Beichten und das Bauern wird es in Triesenberg irgendwann nicht mehr geben' (Spruch eines Triesenbergers).

biiga_1 Biiga

f. Pl. gl.

'geordneter, aufeinandergeschichteter Stoss gleichartiger Dinge', hauptsächlich die Schiiterbiiga und Holzbiiga.

biischa biischa

(piischat)

'(mit erhobenem Schwanz) rasend davonrennen'. Vom Vieh wenn es von Dasselfliegen verfolgt wird.

biissa_1 Biissa

f. Pl. gl.

'Keil'. Auch Scheidi und Holzscheidi '(Holz-)Keil'. Vgl. auch Wegga und Spaaltwegg 'grosser Keil'.

biissachoetti Biissachötti

f.

'Kette zum Anbinden des Viehs am Barren'. 

Die Biissachötti wurde mit einer Biissa befestigt.

bildara Bildara

f. koll.

'Zahnfleisch'. Mhd. bilern, bilren.

biliabt biliabt

'beliebt'.

binda binda

(punda)

'binden'.

bira Bira

f. Pl. gl., Dim. Birali

'Birne'.

birabomm Birabomm

m. 'Birnbaum'. Birabommis Holz für das Holz des Birnbaums.

birabrood Birabrood

n. Pl. gl.

'«Birnenbrot»; Brot mit eingebackenen kleinen Dörrbirnen'.

biraschnitz Biraschnitz

m. Pl. gl.

  1. '«Birnenschnitz»; Stück einer Birne',
  2. koll. 'Birnenkompott'.
birlig Birlig

m. Pl. gl.

  1. '(kleiner) Heuhaufen im Freien',
  2. 'grosse Menge' in der Redewendung an u Birlig.
Auch Schochha, vgl. auch Hänza. Mhd. birlinc.
bis_2 bis

zeitl.

'bis'. Bis har 'bisher'; bis dar 'bis zu jenem Zeitpunkt', bis de 'bis dann'.

bitrueabt bitrüabt

'gewitzt, schlau, frech'; dazu Bitrüabta m. Pl. Bitrüabti 'ein mit allen Wassern Gewaschener'. Vgl. auch Saggerment.

bitschgi Bitschgi

n.

'Kerngehäuse von Obst'. Auch Gätschi.

bittloos bittloos

'ungeduldig; zudringlich, lästig drängend', von einem Menschen, der nicht warten kann. Mhd. bîtelos zu bîten 'warten'; der heute kurze Vokal -i- ist wohl an nhd. bitten angelehnt. Vgl. auch Beit.

bitz_1 Bitz

m.

'das letzte Bisschen; der letzte Rest'. As hed muassa dr Bitz usem Ofa 'es musste der letzte Rest aus dem Ofen (genommen werden)'.

blaa blaa

'blau'. Blääui Heuperi 'Heidelbeeren'.

blaatera Blaatera

f. Pl. gl.

'Blase, Brandwunde'.
blaateri Blaateri

m.

'langsam (arbeitender oder gehender) Mensch'.
blaechh_1 Blächh

n.

'Blech'.
blangga Blangga

f.

'Bohle', ein ca. 5 cm dickes Brett.
blanggaboda Blanggaboda

m.

'Fussboden aus Blangga'.

blaetz Blätz

m. Pl. gl., Dim. Blätzi

'Lappen, Stofffetzen'. Mhd. blëtz.

blaetza blätza

(plätzat)

'putzen, den Boden mit einem Blätz uufnä'. Plätzat Hosa 'geflickte (mit einem Blätz versehene) Hose'.

blaetztasi Blätztasi

n.

'selbstgemachte Hausschuhe (Tasi) aus Stoffresten (Blätz)'.

blaeuala Bläuala

m.

'blaues Mal am Körper', von einem Schlag herrührend. Zu blaa.

bleeja bleeja

(pleed),

auch bleea '(auf)blähen'.

blei blei

'waagrecht'. As ischt blei 'es ist waagrecht'

bliiba bliiba

(pliba)

'bleiben'. Ich blub no as bitz 'ich würde noch ein wenig bleiben'.

bloeoed blööd

'flau'. Mir würd ganz blööd sagt man, wenn einem ein Schwindel bzw. ein Schwächegefühl befällt, etwa, wenn man Hunger hat oder nach einer Krankheit.

bluad Bluad

n.

'Blut'.
bluadtatsch Bluadtatsch

m.

'Speise aus Kartoffeln und Blut'. Vgl. Tatsch.

bluadwurscht Bluadwurscht

m.

'«Blutwurst»'.

bluama Bluama

f. Pl. gl., Dim. Bluami, Blüamli

'Blume'. Früher dafür nur Meia.

bluascht Bluascht

f.

'Blüte, Blütezeit'.
blueaschtli Blüaschtli

m.

'weisser Belag auf der Zunge von Kleinkindern'. Zu Bluascht.

bluatsnaggig, bluatsnaggig, blutsnaggig

'«bluttnackt»; vollständig unbekleidet'. Mhd. blutnacket.

blutzger Blutzger

m.

'Knirps'. Spielform von Butzger.

bluug bluug
  1. von verletzter, abgeschabter, durchsichtiger Haut, auch vom Stoff;
  2. 'rekonvaleszent, gesundheitlich empfindlich, (noch) schwach und anfällig für einen Rückfall'. 
Mhd. blûc.
boda Boda

m. Pl. Böda, Dim. Bödali, älter Büdami

  1. '«Boden»; ebene Fläche, Talgrund; Bergterrasse',
  2. im Dim. 'kleines Gut'. Mhd. boden, bodem.
boda- boda-

oft verwendetes Verstärkungspräfix etwa bodaguat 'sehr gut, ausgezeichnet', bodastarch 'sehr stark, kräftig' usw.

bodaga bodaga

'«bodigen»; besiegen, zu Boden bringen'.

boga Boga

m. Pl. Böga, Dim. Bogi

'Bogen'.

bogapfiil Bogapfiil

n.

'«Bogenpfeil»; Pfeilbogen'.
bogg Bogg

m.

'einfaches Holzgestell'. Vgl. Säägbogg.

bogg- bogg-

Verstärkungspräfix, vor allem in den Verbindungen bogglam '«bocklahm»; müde, unbeweglich' und bogghert '«bockhart»; steinhart'.

boggs Boggs

m. Pl. Böggs

'Schlag mit der Faust'. Ar hed mr an Boggs gä 'er hat mich mit der Faust geschlagen'.

boggsla boggsla

(poggslat) Dim. böggsla

'Lärm machen durch Klopfen', übertr. auch für das kopfüber Fallen, wenn es Lärm macht.

boegla bögla

(pöglat)

'bügeln'.
boeglbrid Böglbrid

n.

'Bügelbrett'.
boegliisa Bögliisa

n.

'Bügeleisen'.
boella Bölla

m. Pl. gl.,

'Zwiebel'. Auch Zwibla. Siehe das folgende Bolla.

bolla Bolla

m. Pl. Bölla, Dim. Bolli

'Brocken, Felsbrocken', allgemein für alles rundliche, im Dim. auch 'Bonbon'. Mhd. bolle.

bollahudli Bollahudli

'entrindetes Tännchen zum Rühren der Milch beim Käse Machen'. Umgewandelt aus urspr. «Bulderhudel»; Hudel zum Verrühren des Bulder. Hudel zu mhd. hudel 'Lappen', vgl. auch Hudla.

boelli Bölli

m. Pl. gl.

'Kopf'. Auch Grind.

bomm Bomm

m. Pl. Bömm, Dim. Bommi

 

'Baum'.

boemmig bömmig

'«bäumig»; riesig, grossartig'.

bommpigger Bommpigger

m.

'«Baumpicker»; Specht'.
bongert Bongert

m.

'Baumgarten'. Der Bongert ist die Wiese, meist mit Bäumen, die beim Wohnhaus liegt oder zum Wohnhaus gehört.

boona Boona

f. Pl. gl., Dim. Böönli

'Bohne'.

boonajaeaegg Boonajäägg

m.

'Eichelhäher'. Auch kurz Jäägg.

boonastichhl Boonastichhl

m.

'Bohnenstange', übertr. auch für eine lange, hagere Person. Auch kurz Stichhl.

boonasuppa Boonasuppa

f.

'«Bohnensuppe»'.
boord Boord

n. Pl. Böörter, Dim. Boorti

'«Bort»; steile Böschung; Rand, kleiner Abhang; äusseres, abfallendes Ende eines Gebietes'.

Mhd. bort m./n. 'Rand'.

Ein Spruch lautet: jedas Boord an Tschoopa chelter '«jedes Bort eine Jacke kälter»; es sind (von unten nach oben): Leitawisboord, Hofiboord, Sennwisboord, Haberacherboord und Zliinerboord gemeint.

boeoertla böörtla

(pöörtlat)

 

'säumen, einen Saum machen'.

boeoesch böösch

'böse'. Verstärkt füürböösch. Jemandem z Bööschda reda 'gegen jemanden hetzen': äni hed mir z Bööschda gredt 'jene hat gegen mich aufgehetzt'.

boeoeschara bööschara

(pööscharat)

'«böseren»; sich verschlimmern', speziell auch 'abmagern'. As hed pööscharat 'es wurde schlimmer' (speziell vom Wetter).

bott Bott

n.

  1. 'Gebiet, Dorfteil'
  2. bei einer Gant auch kurz für Angebot.
Mhd. (ge)bot.
bowaerli Bowärli

n. Pl. gl.

'Zuckererbse'. Zu frz. pois verts 'grüne Erbsen'.

braahat Braahat

m.

'Brachmonat, Juni'.

In diesem Monat findet gewöhnlich die Alpauffahrt statt (zwischen dem10. und dem 20. Juni); der Brachmonat ist der Monat, in dem dasbrachliegende Feld bearbeitet wurde. Dazu der Sinnspruch über dasTrinken von Wasser: Tring da Merza keis, da n Abrella wia an Geis, da Maia wia an Chua, und da Braahat de rächt gnuag.

braeaema_1 Brääma

f. Pl. gl., Dim. Bräämi

'Viehbremse'. Vgl. auch Chläberli.

braechha brächha

(prochha)

'brechen'.
braedwiisch brädwiisch

'falsch geschnitten', vom Holz.

braegl Brägl

m.

'das einmalige geräuschvolle Zusammenfallen', etwa eines Stapels (Äns hed an Brägl taa). Zu brägla.

braegla brägla

(präglat)

'prasselnd fallen'. Vgl. auch präglat.

braemsla brämsla

(prämslat)

'drängen; keine Ruhe geben'. Vgl. auch nieta.

braemstalla brämstalla

(prämstallat)

'das Vieh vor Insekten schützen'.

Das Vieh wurde entweder in den Stall oder in einen nahen lichten Waldgetrieben, oder die Fliegen wurden durch ein Feuer vertrieben.

brand Brand

m.

  1. '«Brand», Feuersbrunst',
  2. das Durstgefühl am Morgen nach einem Rausch.
braend Bränd

n.

'die Verpflegung im Rucksack'. Vgl. auch Zbränd.

Dazu gehörte Gebackenes, Geräuchertes und Selbstgebranntes.

braenda brända

(prändat)

'essen'.
brandsola Brandsola

f.

'Sohle im Innenschuh'.
braenta Bränta

f. Pl. gl., Dim. Bränti

'weites, rundes, hölzernes, niederes Milchgeschirr'. Mhd. brente.

braentalatta Bräntalatta

f.

'Latte zu Ablage der Bränta tagsüber'.

brattig Brattig

f.

  1. 'Gespräch', auch 'Geschwätz', auch Verzal,
  2. 'Kalender'.
braeuslberi Bräuslberi

n. Pl. gl.

'Preiselbeere'.
bredaga bredaga

(predagat)

  1. 'predigen' vom Pfarrer,
  2. jemandem bredaga 'auf jemanden einreden, ihn zu überzeugen versuchen'.
bredig Bredig

f. Pl. Bredaga

'Predigt'.
breemimarcht Breemimarcht

m.

'«Prämienmarkt»', die Viehprämierung im Herbst nach der Alpabfahrt.

breianni Breianni

weibl. Vorname, alte Koseform für Marianne.

breit breit

'breit'. Da breitawäg 'breitseits'.

breitaeggs Breitäggs

f.

'Breitaxt'.

brenna brenna

(prennd)

'brennen', vom Schmerz durch Hitze verursacht.

Schi brenna 'sich verbrennen; sich durch Hitze verletzen'. Vgl. auch brinna

bretscha Bretscha

f.

'einfaches Bett'. Zu ahd. britissa 'Brett'.

brid Brid

n. Pl.

 Britter, Dim. Brittli 'Brett'. Mhd. brët, Pl. britir.

brillafas Brillafas

n.

'«Brillenfass»; Behälter für eine Brille'; Brillenetui'.

bringa bringa

(prunga)

'bringen'.

brinna brinna

(prunna)

'brennen'. As hed prunna 'es hat gebrannt'. Vgl. auch brenna.

brittla brittla

(prittlat)

'überreden, überzeugen, beeinflussen, zurechtweisen'. Ein Paar zämabrittla 'ein Paar zusammenbringen'; där würd prittlat 'dieser wird zurechtgewiesen.

brob Brob

f.

'«Probe»'. Uf ara Brob 'an einer Probe'.

Bei Erzählungen handelt es sich meist um die wöchentliche Probe des Männergesangsvereins oder der Harmoniemusik.

brochha Brochha

m. Pl. Bröchha, Dim. Brochhi

'grosses Stück', meist für Holz gebraucht. Im Diminutiv auch für kleinere Stückchen, vgl. etwa Milch und Brochhi in (heisser) Milch aufgeweichte Brotstücke, die gezuckert werden.

broechhla bröchhla

(pröchhlat)

'kleine Brocken aus etwas machen'.

brood Brood

n. Pl. gl., Dim. Brooti

'Brot'.

broodchanzla Broodchanzla

f.

'«Brotkanzel», Gestell für das Brot'.

Es befand sich im Keller. Vgl. auch Hengati.

broodschuessel Broodschüssel

m.

'Brett mit Stiel zum Einschiessen des Brotes in den Ofen'. Schüssel zu ahd. sciozan 'schiessen'.

broodzeini Broodzeini

n.

'Adamsapfel'. Zu Brood und Zeina.

bruea Brüa

f. koll.

'Brühe, schmutziges Wasser'.
brueaja brüaja

(prüad)

'mit siedend heissem Wasser übergiessen'.

brueatig brüatig

'brütend heiss'.

brueawaarm brüawaarm

nur in den Redewendung brüawaarm verzella 'etwas sofort (weiter)erzählen'.

brudla brudla

(prudlat)

  1. 'hastig, überstürzt, undeutlich reden', hauptsächlich von Kindern, aber auch von einem Betrunkenen, wenn er sein «Herz ausschüttet» (ar hed nu no prudlat),
  2. 'zischen, gurgeln von siedendem oder fliessendem Wasser'.
brudli Brudli

m.

'Vielschwätzer'. Zu brudla.

brugg Brugg

f. Pl. Brugga, Dim. Brüggli, Bruggi

  1. 'Brücke',
  2. 'Stallboden',
  3. m. 'Podest',
  4. im Dim. Brüggli 'oberer Gang'.
brunz Brunz

m. koll.

  1. 'Urin',
  2. übertr. auch Bezeichnung für eine schlechte Arbeit, schlechtes Tun oder eine unwahre Geschichte (du verzellscht an Brunz).
brunza brunza

(prunzat)

'pissen, urinieren'. Nur vom Menschen. Derb auch seicha.

brunzer Brunzer

m.

'der, der brunzt'.

bruschttuach Bruschttuach

n.

'«Brusttuch»; Gilet'.
bruu bruu

'braun'.

bruucha bruucha

(pruucht)

'brauchen, anwenden, verwenden'.

bsch- bsch-

siehe psch-

buab Buab

m. Pl. Buaba, Dim. Buabi

  1. allgemein 'Knabe',
  2. 'Sohn',
  3. ältere Bezeichnung für den Batzger auf der Alp. 

Bub war früher auch in der Bedeutung 'Diener, Knecht' gebräuchlich. Meist wird (Bedeutung 2) mit Buab der Erstgeborene der Familie bezeichnet.

buach Buach

n. Pl. Büacher, Dim. Büachli

'Buch'.

bueachlicherza Büachlicherza

f.

'Rodelkerze in Buchform'. Auch Buachrodl.

buachrodl Buachrodl

m.

'Rodelkerze in Buchform'. Auch Büachlicherza. Rodl zu lateinisch rotulus 'Rolle'.

buaha Buaha

f. Pl. gl.

'Buche (Fagus silvatica L.)'.

buahis buahis

'«buchen»; von der Buche', Buahis n. 'Holz von der Buch' bzw. 'Laub von der Buche'.

Das Laub der Buche galt als bestes Laub für das Laubbett. Vgl. Bettlaub.

bueaza büaza

(püazt)

'nähen'. Mhd. büessen 'bessern, ausbessern'.

bubiina Bubiina

f. Pl. gl.

'Spule für das Garn am Zettelrahmen'.

buedala Büdala

f. Pl. gl.

'kleines Mädchen'.
budaella Budälla

f. Pl. gl.

'Flasche'. Frz. bouteille.

budatschi Budatschi

n.

'Kleinblättrige Moorbeere (Vacchinium gaultherioides)'.

budatschiberi Budatschiberi

n.

'Beere der kleinblättrigen Moorbeere'.
budel Budel

m. Pl. Büdel, Dim. Budelti

  1. 'Schoppen',
  2. 'kleine gebauchte Schnapsflasche'.

Der Inhalt war ca. 1/16 Liter. Vgl. budla.

budi Budi

f. Pl. Budana

'Werkstatt, Firma'. Frz. boutique.

budla budla

(pudlat)

  1. 'einem Kleinkind den Schoppen geben',
  2. 'direkt aus der Flasche trinken'.
buegga bügga

(püggd)

'bücken, biegen'. Schi bügga 'sich beugen'.

bueggs Büggs

f. Pl. Büggsa, Dim. Büggsli

  1. 'Eisenteil der Radnabe',
  2. 'Büchse, Dose',
  3. 'Hure, Dirne'.
buehel Bühel

m. Pl. gl., Dim. Bühelti

'Wieshang'.

bulder Bulder

m. koll.

'Quark, Käsemasse'.
bulzi Bulzi

n.

'Skapulier(medaille)'. Auch Tschappali

Das Bulzi wurde im Haus und/oder im Stall zum Schutz vor Ungemach aufgehängt.

buenda Bünda

f.

'von Allmend und Zelge abgeschlossenes, der Privatnutzung vorbehaltenes Grundstück; ergiebiges Stück Pflanzland in der Nähe der Häuser; eingezäunte Wiese; fette Matte'. Mhd. biunte, biunde.

burdala burdala

(purdalat)

'Burdali machen'.

burdali Burdali

n.

  1. 'kleine Heuburde',
  2. 'mit Draht oder einer Schnur zusammengebundenes Brennholz'.
burdalibock Burdalibock

m.

'Gestell auf dem ein Burdali (Bedeutung 2) gemacht wird'.

burdali-ma Burdali-Ma

m.

eine Figur im Mond; er ist bei Vollmond zu sehen.
burdi Burdi

f. Dim. Burdali

'Heuburde', 'Fuder Heu, das zusammengebunden getragen werden kann'. Auch Heuburdi.

burga Burga

weibl.

Vorname, Kurzform von Notburga.
burgi Burgi

weibl.

Vorname, Koseform von Burga.

burmenta Burmenta

f. Pl. gl.

'Murmeltier'. Auch Murbl.

burmentaschmutz Burmentaschmutz

m.

'Fett des Murmeltiers'. Auch Murblschmutz. Vgl. Schmutz.

burscht Burscht

n.

  1. 'Nackenhaare', i nüm dr ds Burscht 'ich ziehe dich am (Nacken-)Haar', eine besonders schmerzhafte Strafe; ds Burscht schtella 'die Nackenhaare senkrecht stellen', auch 'böse, aggressiv werden' und 'auf der Hut sein',
  2. 'schlechtes Gras (Spitzgras)'.
buerschtabinder Bürschtabinder

m.

'Bürstenbinder'. In der Redewendung läuga, wia an Bürschtabinder '«lügen, wie ein Bürstenbinder»'.

burschtig burschtig

'schlecht zu mähen', vom Gras; vgl. Burscht.

busch busch

Lockruf für Rinder und Kühe (mehrfach hintereinander ausgesprochen). Vgl. auch hoja und Looba.

buschi_1 Buschi

n. Pl. gl.

'Jungvieh, Kalb', in der Kindersprache allgemein für 'Rindvieh'.
buschper buschper

'munter, lebhaft'. Auch muschper.

butter Butter

m.

'Butter'. 

Jung und erst mit dem Aufkommen von eingepackter Butter aufgekommen, ursprünglich dafür Schmaalz.

butterplachta Butterplachta

f.

'Riesensauerampfer'. Vgl. Plachta.

butz Butz

m.

'Gipsputz'. In der Redewendung mid Butz und Stil '«mit Butz und Stiel»' steht Butz für 'Kerngehäuse von Obst'.

butza butza

(putzat) Dim. bützla

'putzen, reinigen'.
butzger Butzger

m.

'Knirps'. Auch Blutzger.

buetzl Bützl

m. Pl. gl., Dim. Bützali

  1. 'Knirps, kleingewachsener Junge',
  2. 'kleine Geschwulst auf der Haut', etwa nach einem Insektenstick, oder auch bei Akne.
butzlumpa Butzlumpa

m.

'«Putzlumpen»; Putzlappen'.
buuch Buuch

m. Pl. Büüch, Dim. Buuchi

'Bauch'.
buucha buucha

(puuchat)

'einen Bauch bekommen', derb für 'schwanger sein'.
buuder Buuder

n. koll.

'Puder'.
chaald chaald

'kalt'. Siehe auch gletschchaald.

chaeaerni chäärni

'«kernig»'. Siehe Mäl.

chaeaes Chääs

m. koll.

'Käse'.
chaeaes-chessi Chääs-Chessi

n.

'«Käsekessel»; Kochkessel, der über dem Feuer an der Heel hängt'. Auch Fissch-Chessi

chaeaesgschteel Chääsgschteel

n.

'«Käsegestell»; Gestell zur Aufbewahrung von Käse'.

chaeaeslichruud Chääslichruud

n.

'spitzblättrige Malve, Käsepappel (Malva L.)'.

Die Pflanze spielte in der Volksmedizin eine grosse Rolle, sie wurde u. a. dafür verwendet, darin das Vieh zu baden.

chaeaesnapf Chääsnapf

m.

'«Käsenapf»; (rechteckiges) Holzgefäss zur Formung des Sauerkäses'. Auch kurz Napf.

chaeaes-staechha Chääs-Stächha

n.

'«Käsestechen»'.

Gewinnspiel an Unterhaltungen im Freien, bei dem ein ganzer Käse als Zielscheibe diente.

chaeaestuach Chäästuach

n.

'«Käsetuch»', ein netzartiges Tuch, mit dem die Käsemasse aus dem Sennkessel entnommen wird; auch 'Tuch zum Verpacken von Käse'.

chaechh chächh

'stark, gut gebaut' von Tieren. Bei Menschen 'aufgeweckt'.

chachhla Chachhla

f. Pl. gl., Dim. Chachhelti

  1. 'Kaffee-, Milchtasse mit zwei Henkeln',
  2. 'Kachel des Kachelofens'.
chachhla-ofa Chachhla-Ofa

m.

'Kachelofen'.
chachhli Chachhli

m. Pl. gl.

'unfähiger Mensch'. Spontan verwendet, wenn einem etwas nicht gelungen ist bischt au an Chachhli.

chaefer Chäfer

m. Pl. gl., Dim. Chäferli

'Käfer'.
chaeferloch Chäferloch

n.

'«Käferloch». Erdloch, in welchem die toten Meiachäfer vergraben werden.

chalb Chalb

n. Pl. Chelber, Chalber, Dim. Chalbi

'Kalb'.
chalberstall Chalberstall

m.

'Stall für die Kälber'.
chaelbla chälbla

(kälblat)

'ein Kalb werfen'. Gelegentlich auch chalbara. Zu Chalb.

chaelbler Chälbler

m. Pl. gl.

'Hirte, der die Kälber hütet'.
chaeller Chäller

m.

'Keller'. Vgl. auch ichällera.

chaellerhals Chällerhals

m.

'«Kellerhals»; Abgang in den Keller, Kellertreppe'.

Meist ist der Zwischenabsatz der Kellertreppe, auf welchem nochallerhand verstaut war, gemeint. Vgl. auch Chällertola und Chällerstäga.

chaellerig Chällerig

f. koll. 'die Gesamtheit der Keller eines Hauses'.

chaellerstaega Chällerstäga

f. '«Kellerstiege»; Abgang, Stiege in den Keller'. Vgl. auch >>>Chällerhals und >>>Chällertola.

chaellertola Chällertola

f.

'Abgang, Stiege, Treppe in den Keller', meistens ist der Raum unmittelbar vor der Türe, die in den Keller führt gemeint. Zu Tola. Vgl. auch Chällerhals und Chällerstäga.

chamm Chamm

m. Pl. Chämm, Dim. Chammi

'Grat eines Brettes, in die Nut eines anderen Brettes passend'.
chammara Chammara

f. Pl. gl., Dim. Chämmerli

'«Kammer»; Nebenstube'.
chaemmi Chämmi

n. Pl. gl.

'hölzerner Halsreifen für Kleinvieh, Ziegenhalsband, Halsjoch'.
chaendl Chändl

m. Pl. gl.

'rinnenförmige offene Wasserleitung aus Holz'. Mhd. kenel.

chanta Chanta

f. Pl. gl., Dim. Chanti

'Kanne aus Eisen'. Mhd. kante.

chappa Chappa

f. Pl. gl., Dim. Chappi

'Mütze'. Mhd. kappe.
chara Chara

m. Pl. Chära, Dim. Chärali

'Karren', auch derb für das Auto.
chaschper Chaschper

männl.

Vorname Kaspar.

chaschta Chaschta

m. Pl. Chäschta, Dim. Chäschtli, selten Chaschti allgemein

'Kasten', speziell 'Kleiderkasten'.

chauscher chauscher

'«koscher»; ganz geheuer, einwandfrei in Ordnung'. Nid ganz chauscher '«nicht ganz koscher»; 'unheimlich'.

cheer Cheer

f. Pl. Cheera

  1. '«Kehre»; Kurve; Platz, auf dem man (sich) wendet', speziell der 'Stiegenkehrplatz',
  2. 'Mühsal'.

 

In Bedeutung 2. ist das Genus unsicher (m. oder n.). Zu Bedeutung 2: As ischt an Cheer uf dera Wääld, auch Verlitt.
cheera cheera

(keerd)

'«kehren»; wenden'.
cheerboda Cheerboda

m. gewöhnlich im Dim. Cheerbödali

'Treppenabsatz'.
cheerwuesch Cheerwüsch

m. Dim. Cheerwüsschi

'kleiner Kehrbesen'.
chefi Chefi

n.

  1. allgemein 'Käfig',
  2. speziell 'Gefängnis'.
cheiba cheiba

'verflixt, kompliziert'. Nur in Verbindung mit einem Nomen: As cheiba Züüg 'eine komplizierte Angelegenheit'. Mhd. keibe 'Aas, Verbrecher'.

chella Chella

f. Pl. gl., Dim. Chelli

'«Kelle»; Schöpfkelle' in verschiedenen Grössen.

chelti Chelti

f.

'Kälte'.
chemi Chemi

n. Pl. gl.

'Kamin'. Eine verlorene Sache kann man sich i ds Chemi schriiba 'in den Kamin schreiben'.

chemifaeger Chemifäger

m.

'Kaminfeger'.
chemischoos Chemischoos

f.

'offener Rauchfang'.

Er diente zum Räuchern von Fleisch.

chendl Chendl

m.

'Kännel, Rinne'.
cherza Cherza

f. Pl. gl., Dim. Cherzi

'Kerze'.
chessi Chessi

n. Pl. gl.

'grosser Kupferkessel'.
chessibalgga Chessibalgga

m.

'«Kesselbalken»; Querbalken am Chessitura mit einer Schrägstütze verstärkt, an dem das Chessi hängt'.

chessiloch Chessiloch

n.

'«Kesselloch»; Feuergrube unter dem Chessi'.

chessiofa Chessiofa

m.

'«Kesselofen»; gemauerter Herd mit fest darin eingelassenem, grossen Kessel', besonders in den Sennereien oder in Waschküchen.

chessitura Chessitura

m.

'«Kesselturm»; drehbare Säule mit Arm, an dem der Sennkessel hängt'.

chessl Chessl

m. Pl. gl., Dim. Chesslti

'Kessel'.
chifel Chifel

m.

  1. 'Schoten von Bohnen und Erbsen',
  2. 'Stangenbohnen',
  3. süassi Chifel 'Zuckererbsen'.
Ahd. këfa 'Schote'.
chifla chifla

(kiflat)

'streiten'. Mhd. kiflen. Dazu Chiflata f. 'Streiterei' und Chifli m. 'Streitsüchtiger; Nörgler'.

chiiba chiiba

(kiibat)

'schimpfen'. Mhd. kîben 'scheltend zanken, keifen'. Dazu Chiib koll. 'Schimpferei'. As hed Chiib gä 'wir wurden ausgeschimpft'.

chiiber Chiiber

m. Pl. gl.

'Eber mit eingewachsenen Hoden'.

Das Fleisch ist nicht geniessbar.

chiibig chiibig

'häufig schimpfend'. Mhd. kîbic 'zänkisch'.

chiicha chiicha

(kiichat)

'keuchen'. Mhd. kîchen.

chiita chiita

(kiitat)

'bei grosser Hitze schwer atmen'.
chilbi Chilbi

f.

'«Kilbe»'.

Fest, das ursprünglich am Sonntag nach Martini stattfand. An diesem Tagerhielt das Alppersonal vom Alpvogt den Alplohn. Verkürztaus ahd. kiliwiiha 'Kirchweih'.

chilcha Chilcha

f. Pl. gl., Dim. Chilchli

'Kirche'. Mhd. kilche.

chilchaglueuet Chilchaglüüt

n.

'Kirchengeläute'. Auch kurz Glüüt.

chilchaloechli Chilchalöchli

n.

'«Kirchenlöchlein»; Grab' (Kindersprache).

chilchamuus Chilchamuus

f.

'Kirchenmaus'. Aarm wia an Chilchamuus 'sehr arm'.

In der Kirche gibt es keine Vorräte, deshalb ist die Kirchenmaus die allerärmste.

chilchapflaeger Chilchapfläger

m.

'«Kirchenpfleger»; der das Geld der Kirche verwaltet'.

chilchatura Chilchatura

m.

'Kirchturm'.
chilchawaeg, Chilchawäg, Chilchwäg

m.

'Weg zur Kirche'.
chimmbei Chimmbei

n.

'«Kinnbein»; Kinn'. Vgl. Bei.

chimmbett Chimmbett

f.

'«Kindbett»; Wochenbett, Niederkunft'.
chind Chind

n.

'Kind', nur in Verbindungen wie Chrischtchindli, Feesschachind, Gschwüschtrigs Chind, sonst gilt allgemein Goof.

chinderschual Chinderschual

f.

'«Kinderschule»; Kindergarten'.
chindliwee Chindliwee

n.

'das dem Lachen ähnliche Verziehen des Gesichtes bei Kleinkindern'. Mhd. kindelwê 'Krämpfe, Epilepsie'.

chindsmagd Chindsmagd

f.

'«Kindesmagd»; Babysitter'.
chindsmagda chindsmagda

(kindsmagdat)

'Kinder hüten', das, was die Chindsmagd macht, vgl. auch gauma.

chippi Chippi

f.

'«Kippe»; Schuttdeponie'.
chirchla chirchhla

(kirchlat)

'geräuschvoll und schwer atmen'. Lautmalend.

chirchla_1 chirchla

'sehr schwer atmen'.

chis Chis

n.

'Kies'.
chisa chisa

(kisat)

'Kies streuen'.
chisl Chisl

m.

'Kiesel'.
chislstei Chislstei

m.

'Kieselstein'.
chislwagga Chislwagga

m.

'rundlicher, abgeschliffener grösserer Stein im Bachbett'.
chlaara Chlaara

weibl.

Vorname Klara, Koseform Chlaari.

chlaas Chlaas

männl.

Vorname Nikolaus.

chlaawa Chlaawa

f. Pl. gl.

'Klaue', des Viehs, besonders des Rindes. Mhd. klâwe.

chlaeberli Chläberli

n.

eine kleine Brääma.

chlammara Chlammara

f. Pl. gl.

'«Klammer»; grosse Waldameise'.

chlammarahuuffa Chlammarahuuffa

m.

'Ameisenhaufen'.
chlamperi Chlamperi

m.

'«Klamperer»; Klempner'.

chlapf Chlapf

m.

  1. 'Knall',
  2. 'Alkoholrausch', auch Chlippari,
  3. 'grosse Menge Schnee, der auf einmal gefallen ist'.
Mhd. klapf 'Knall'.
chlattara Chlattara

f.

'eingetrockneter Kot- oder Erdklumpen' besonders an den Hinterschenkeln und am Schwanz des Viehs.

chlegda Chlegda

f. Pl.

'Klagen, Wehklagen, Beschwerden'. Ein kranker Mensch ist manchmal voller Chlegda, d. h. er klagt sehrviel über Schmerzen; bei einer Ruhestörung können beim Gemeindeweibeloder bei der Polizei viele Chlegda eingehen.

chlempa chlempa

(klempt)

'klemmen'.
chlepfa_1 Chlepfa

f.

'grosse Kuhglocke'.

Die Glocke ist aus Blech und hat einen runden, tiefen Ton; jüngerübertragen auch für eine 'schwatzhafte Frau; Frau, die alles sofortüberall erzählen muss'.

chlepfaschaella Chlepfaschälla

f.

'Kuhglocke mit etwas hartem Klang'. Vgl. Chlepfa und Schälla.

chlippara_1 Chlippara

f. Pl. gl.

'Ratsche, die in der Karwoche anstelle der Kirchenglocken betrieben wird'. Auch Rätscha und Ritschgarätscha.

chlippari Chlippari

m.,

'Alkoholrausch'. Auch Chlapf.

chlipperduer chlipperdür

'sehr dürr', von Heu, von Menschen und vom Vieh.

chloba Chloba

m. Pl. Chlöba

'plumper, unförmiger Gegenstand', besonders auch von einer grossen Nase. Mhd. klobe.

chlobig chlobig

'grob, unförmig von Gestalt und Form'. Mhd. klobic.

chlufreess chlufreess

'heikel'.

chlunga Chlunga

f. Pl. gl., Dim. Chlungi

'Garn-, Wollknäuel'. Wolle wird als Stranga gekauft und dann zu einer Chlunga aufgewickelt. Ahd. chlunga

chlueuepa chlüüpa

(klüüpt)

'kneifen'. Mhd. klieben 'spalten'.

chnaecht Chnächt

m.

  1. 'Knecht',
  2. 'braver, hilfsbereiter Bub'. Am Ätti dr Chnächt sii wörtl. '«dem Vater der Knecht sein»'.
Vgl. auch Magd.
chnaetta chnätta

(knättat)

'kneten'.
chnaettmuata Chnättmuata

f.

'ovales Holzgefäss, in welchem der Teig geknetet wird'. Vgl. Muata.

chnaeu Chnäu

n. Pl. gl.

'Knie'.
chnaeula chnäula

(knäulat)

'knien'. Mhd. knielen.

chnaeuschtrumpf Chnäuschtrumpf

m.

'Kniesocke'.

chnaeutaeuf chnäutäuf

'knietief'.

chnebl Chnebl

m. Pl. gl., Dim. Chneblti

'kurzer, ziemlich starker, meist runder Holzprügel'. Mhd. knebel.

chneblbrugg Chneblbrugg

f.

'Gehweg über sumpfigen Boden, der mit Chnebl hergestellt wird'.

chnitschblaa chnitschblaa

'blau an den Händen oder im Gesicht, infolge Kälte oder einer Quetschung, eines Schlages'. Verstärkung von blaa.

chnoblicht Chnoblicht

m. koll.

'Knoblauch'.
chnoda Chnoda

m. Pl. Chnöda, Dim. Chnödli

'Knöchel an Fuss oder Handgelenk', im Dim. 'Fingerknöchel'.

chnoedla chnödla

(knödlat)

'Spiel der Buben, bei dem sich gegenseitig auf die Chnödli geschlagen wird'.

chnoozga chnoozga

(knoozgat)

'«knozgen»', das Geräusch beim Herausziehen des Fusses aus zähem Schlamm, bzw. beim Gehen in nassen Schuhen.

chnopf Chnopf

m.

  1. 'Knopf, Knoten',
  2. 'kleingewachsener Mensch', meist aber für Kleinkinder (an chleina Chnopf).
chnuesi Chnüsi

m. Pl. gl.

'molliges, liebes Kleinkind'.

cho cho

(ko)

'kommen'. 

Zum Abschied sagt man den Besuchern chomat mee '«kommt mehr»; besucht uns wieder einmal'.

chochha chochha

(kochat)

'kochen'.
choga Choga

m. Pl. Chöga, Dim. Chogi

  1. 'unguter, falscher Mensch', teilweise auch halb anerkennend für einen gewandten, geschickten Menschen, der, wenn auch nicht immer mit ganz lauteren Mitteln, etwas zustande bringt,
  2. 'komplizierte, mühsame Arbeit'. As ischt an Choga 'es (die Arbeit) ist schwierig zu bewerkstelligen', auch vom Wetter, wenn es unbeständig und nicht vorauszusehen ist.
Mhd. koge 'ansteckende Seuche'.
cholderi Cholderi

m.

'aufbrausender Mensch, Choleriker'. Zu mhd. kolre 'Wut'.

chonschtanz Chonschtanz

männl.

Vorname Konstantin.

choora Choora

n.

'«Korn»; Weizen'
choorawanna Choorawanna

f.

'«Kornwanne»; Spreuwanne'.
chopf Chopf

m. Pl. Chöpf, Dim. Chopfi

  1. 'Kopf',
  2. 'rundlicher Felsen'.

 

Redewendung: Wennd ds Chopfi nid wil, das ds Buuchi ättas hed '«wenn das Köpflein nicht will, dass das Bäuchlein etwas hat»', sagt man zu jemandem, der beim Essen heikel ist.

chopfati Chopfati

f.

'«Kopfete»; Kopfende des Betts'. Gegensatz Fuassati, vgl. auch Haupati.

chopferbund Chopferbund

m. Pl. Chopferbünd

'«Kopfverbund»; Kopftuch'.
choepfisch chöpfisch

'unzufrieden'.

chorli Chorli

m.

'kleiner Rodel'.
choschtgenger Choschtgenger

m.

'Kostgänger'. Dr Härgott hed allerlei Choschtgenger '«der Herrgott hat allerlei Kostgänger»; es gibt verschiedenste Menschen'.

choeschtig Chöschtig

f.

'«Kostung»; die Gesamtheit der Kosten'.
choschtli choschtli

'teuer, wertvoll', auch als Verstärkung mit Adjektiven: Choschtli guat 'ausgezeichnet', choschtli rächt 'recht geschehen'; ein Nichtsnutz ist kä Choschtlaga. Mhd. kostelîch 'kostbar, teuer'.

choetta chötta

(köttat)

'Vieh locken, dem Vieh rufen'.
choetti Chötti

f. Pl. Chöttana, Dim. Chöttali

  1. 'Kette',
  2. nur im Dim. 'Halskette'.
choettihammer Chöttihammer

m.

'schwerer Hammer, auch mit Eisenstiel, mit dem der mit einem Ring versehene Eisenkeil (Guntl) zum Anbinden des Viehs in den Baarma geschlagen oder herausgezogen wird'.

chotza chotza

(kotzat)

'kotzen'.
chraama chraama

(kraamat) Dim. chräämla

'einkaufen' allgemein, ursprünglich wohl eher von 'nicht unbedingt Nötiges einkaufen'. Im Dim. 'Süssigkeiten (Chräämli) einkaufen', übertragen auch 'unnütz Geld ausgeben'.

chraeaemli Chräämli

n.

'Süssigkeit', in verschiedenen Formen, eigentlich jedes Backwerk, teilweise auch von Bonbons. Vgl. auch Zäälta.

chraeaeza Chrääza

f. Pl. gl., Dim. Chrääzi

'Rückentragkorb'.

chraeaezaleer Chrääzaleer

f.

'Lehre für die obere Weite und Form der Chrääza'.

chraeaezaschraga Chrääzaschraga

m.

'Gestell zum Abstellen der Chrääza'. Auch Chrääzastender, Chrääzastual. Vgl. auch Furabogg und Furaschraga. Zu Schraga.

chraeaezastender Chrääzastender

m.

Chrääzaschraga.

chraeaezastual Chrääzastual

m.

Chrääzaschraga.

chraebl Chräbl

m. Pl. gl., Dim. Chräblti

'Hände, Finger'.

chraebla chräbla

(kräblat)

'kitzeln'.
chrabla chrabla

(krablat)

'krabbeln'. Ar chund widr z chrabla 'es geht ihm (wirtschaftlich oder gesundheitlich) wieder besser'.

chrang chrang

'krank'. Schi z chrang lachha 'sich krank lachen'.

chranzna chranzna

(kranznat)

Der Hochzeitskranz wird von den Nachbarinnen vor der Hochzeit oder auch anHochzeitsjubiläen gemacht und am Eingang zum (zukünftigen) Heimbefestigt.

'«kranznen»; den Hochzeitskranz machen';

chranznerna Chranznerna

f. Pl.

'diejenigen Mädchen und Frauen, die den Hochzeitskranz machen'.

Sie werden nach der Arbeit verköstigt.

chraesma chräsma

(kräsmat)

'mühsam, fast auf allen Vieren, am steilen Hang vorwärts kommen'.

chratta Chratta

f. Pl. Chrätta, Chratta, Dim. Chratti

  1. '«Kratte»; Korb',
  2. im Dim. spez. 'Körbchen zum Beeren sammeln'.
Kinderreim: An Chratta volla Chrotta, du bischt vam Teifl d Gotta '«eine Kratte voller Kröten, du bist vom Teufel die Patin»'.
chratz Chratz

m. Pl. Chretz

'Kratzer'.
chratza chratza

(kratzat)

'kratzen'. Vgl. auch chretza 'jemanden kratzen'.

chratzati Chratzati

f.

'«Kratzete»; Kaiserschmarren'. Auch Tatsch.

chrauch Chrauch

m.

übertragen 'Bewegung', ursprünglich 'Kehre, Wende'. Kän Chrauch mee muga '«Keine Bewegung mehr mögen»; nichts mehr tun mögen, körperlich erschöpft sein'.

chraeucha chräucha

(krochha)

'kriechen'.
chreeja Chreeja

f.

'«Krähe»; Alpendohle'.
chretza chretza

(kretzt)

'(jemanden) kratzen'. Vgl. auch chratza.

chretzer Chretzer

m.

'Kette beim Hooraschlitta, die um die Kufen gewickelt wird, und so auf der Schneefahrbahn als Bremse dient'.

chriega chriega

(kriegat)

'Mist mittels Seilzug im Gegenzug hangaufwärts ziehen'.
chriegerrolla Chriegerrolla

f.

'Rolle des Seilzugs beim chriega'.

chriegerseil Chriegerseil

n.

'Seil des Seilzugs beim chriega'.

chriesi Chriesi

n. Pl. gl.

'Kirsche'. Chriesi gwinna 'Kirschen lesen'.

chriesibira Chriesibira

f.

'«Kirschbirne»'.

Eine Birnensorte, die sich gut zum Dörren eignet.

chriesibomm Chriesibomm

m.

'Kirschbaum'.
chriesibraegl Chriesibrägl

m.

'Kirschenkompott'.
chriesichratta Chriesichratta

f.

'«Kirschenkratte»; Korb für Kirschen'.
chriesihaagga Chriesihaagga

m.

'langer Holzstiel mit Eisenhaken zum Gewinnen der Kirschen'.
chriesima Chriesima

m.

'«Kirschenmann»; übertragen für den Chriesisagg.

chriesisagg Chriesisagg

m.

'mit Kirschkernen gefüllter Sack'. Auch Chriesima.

Er wird auf dem Kachelofen gewärmt und dann als Fusswärmer im Bett verwendet.

chrippa Chrippa

f.

'Futterkrippe im Pferdestall'.
chris Chris

n.

'Tannenreisig'.
chrischta Chrischta

Dim. Chrischtli

männl. Vorname Christian.
chrischtaleer Chrischtaleer

f.

'«Christenlehre»; Unterweisung in der christlichen Religion, bisweilen an Stelle des Gottesdienstes am Sonntagnachmittag in der Kirche'.

chrischtamuegli chrischtamügli

'«christenmöglich»; menschenmöglich'. Teetischt au meina, as weer nid christamügli, Ausruf des Erstaunens 'man würde schon meinen, es wäre unmöglich'.

chrischtchindli Chrischtchindli

n.

'«Christkindlein»'. Ds Chrischtchindli stööra '«das Christkind stören»', heisst es, wenn man Geschenke für Weihnachten einkaufen geht.

chrisma chrisma

(krismat)

'taufen'.
chrismesser Chrismesser

n.

'Messer, mit welchem Tannenreisig (Chris) geschnitten wird'.

chrisna chrisna

(krisnat)

'Tannenreisig (Chris) sammeln'.

chrisnaadla Chrisnaadla

f. Pl. gl.

'Tannennadel'.
chritz Chritz

koll.

'Streit, Händel'.
chroma Chroma

m. Pl. Chröma, Dim. Chrömali

  1. 'Verschlag im Stall für Tiere',
  2. 'Verschlag im Keller für die Kartoffeln',
  3. übertr. 'enger Raum'.
chrosa chrosa

(krosat)

'rascheln', vom Heu und vom Laub. Guats Heu muas chrosa 'gutes Heu muss rascheln', weil es dann ganz dürr ist.

chrotta Chrotta

f. Pl. gl., Dim. Chrotti

'Kröte'. Chrotta hagla '«Kröten hageln»; sehr stark regnen'. Vgl. auch Chratta.

chrottatechhli Chrottatechhli

n.

'«Krötendächlein»; Pilz', ohne Unterscheidung der Art.

chruag Chruag

m. Pl. Chrüag

'Krug'.
chrugl Chrugl

m.

'«Krugel»; etwas, was zusammengerollt ist, was zusammenkauert. A ma Chrugl schlaafa 'zusammengekauert schlafen'; a ma Chrugl sii, a ma Chrugl ligga 'zusammengekauert daliegen'.

chrugla chrugla

(kruglat)

schi chrugla 'sich krümmen'.

chrumm Chrumm

m.

der untere Teil des Heuschlittens, er bestand aus Baumstämmen (Ahorn), die bereits wie benötigt gebogen gewachsen waren.

chrusla Chrusla

f. Pl. gl.

'feine Haarlocke', im Plural 'Kraushaar'. Dazu Chrusli m. 'kraushaariger Mann'.

chruud Chruud

n.

'Kraut'. Chruud und Rääba '«Kraut und Rüben», durcheinander'.

chruudhobl Chruudhobl

m.

'«Krauthobel»'.
chruudschwaari Chruudschwaari

f.

'Stein, mit welchem das Kraut beschwert wird'. Auch Chruudstei und Schwaarstei.

chruudstampfer Chruudstampfer

m.

'einer, der das Kraut stampf'.

Es waren meistens die Kinder, die mit dieser Aufgabe betraut wurden.

chruudstanda Chruudstanda

f.

'«Krautstande»; Krautfass'. Zu Standa.

chruudstei Chruudstei

m.

'«Krautstein»; Stein, mit welchem das Kraut beschwert wird'. Auch Chruudschwaari und Schwaarstei.

Er wog um die 20 kg.

chruuteri Chruuteri

m.

'Mensch, der unexakt arbeitet'. Zu Chruud.

chrueuez Chrüüz

n. Pl. gl., Dim. Chrüüzli

'Kreuz'.
chrueuezlistich Chrüüzlistich

m.

'Kreuzstich'.
chua Chua

f. Pl. Chüa, Dim. Chüali, Chuali

'Kuh'.
chuachha Chuachha

m. Pl. Chüachha, Dim. Chüachli

  1. 'Kuchen',
  2. im Dim. speziell das Gebäck, das am Funggasunntig (Funggachüachli) gebacken wird,
  3. 'der untere Teil des Heuschlittens'.
chueachli Chüachli

n. Pl. gl.

  1. Funggachüachli,
  2. übertragen 'leichtsinniges, einfaches Mädchen'.
chueachlisunntig Chüachlisunntig

m.

der Funggasunntig.

chueachlitrueller Chüachlitrüller

m.

'Wallholz'. Zu trülla.

chueafer Chüafer

m.

'Küfer'.
chueajer Chüajer

m.

'Küher', der Hauptverantwortliche für die Kühe auf der Alp.
chual chual

'kühl, kalt'.

chuala chuala

(kualat)

'kalt bzw. kälter werden'
chuaschaella Chuaschälla

f.

'Kuhglocke'. Zu Schälla.

chuasiita Chuasiita

f.

'«Kuhseite»; die Seite im Stall (rechts, meist gegen Süden gerichtet) für die Kühe.

chuebi Chübi

n.

'hölzernes Rückentraggefäss'. Auch Poschtchübi.

chuebl Chübl

m. Pl. gl., Dim. Chübelti

'Handtragegerät', heute nur noch aus Kunststoff, früher aus Holz oder Metall. Vgl. auch Eimer und Chessl.

chuchhi Chuchhi

f. Pl. Chuchhana, Dim. Chüchhali

'Küche'. Ahd. chuhhina.

chuchhiboda Chuchhiboda

m.

'Küchenboden'.
chuchhi-chaschta Chuchhi-Chaschta

m.

'«Küchenkasten»; Geschirrkasten in der Küche'.
chuchhifaenschter Chuchhifänschter

n.

'Küchenfenster'.
chuder Chuder

m. Pl. Chüder, Dim. Chüderli

'schleimiger Ausstoss aus dem Mund'.

chudera chudera

(kuderat)

'spucken mit schleimigem Ausstoss', im Gegensatz zu spudera.

chuderwaelsch Chuderwälsch

n.

'«Kauderwelsch»; verworrenes, unverständliches Sprechen'.
chuderwaeltscha chuderwältscha

(kuderwältschat)

'Kauderwelsch produzieren; wirres (auch unverständliches) Zeug reden'.
chudlmudl Chudlmudl

n.

'wirres Durcheinander'.
chuegala chügala

(kügalat)

'«kugelen»; mit Murmeln spielen'.
chuemi Chümi

m. koll.

'Kümmel'.
chumood chumood

'«kommod»; bequem'.

chuendig chündig

'geschickt, anstellig'. Vgl. auch chunnig.

chuenig Chünig

m. Pl. gl.

'König'.
chunna chunna

(kunna)

'können'.
chunnig chunnig

'geschickt in handwerklicher Arbeit'. An Chunnaga 'einer, der jede Arbeit geschickt angeht'. Vgl. auch chündig.

chupferblaetz Chupferblätz

m.

'«Kupferbletz»; Kupferlappen'.
chuerbsa Chürbsa

f. Pl. gl.

'hölzernes, oben weiteres Rückentraggefäss, mit Gurten oder Riemen'.

Die Chürbsa ist oben oval und fasst ca. 40-50 l, sie dient zum Tragenvon Trauben, Äpfeln, Flüssigkeiten (vor allem Jauche); bisweilen mitGradulierung und als Mass verwendet.

chuessi Chüssi

n. Pl. gl.

'Kissen'.
chuessiziechli Chüssiziechli

n.

'Kissenüberzug'.
chuetzla chützla

(kützlat)

'kitzeln'. I chützla dich 'ich kitzle dich', as chützlat mich 'es kitzelt mich'. Vgl. auch biissa.

da da

da Merza 'im (Monat) März', da Maia 'im (Monat) Mai'.

daa daa

'da, hier'.

daacht Daacht

m.

'Docht'
daahar daahar

[dááhar]

'hierher'.
daaliroosa Daaliroosa

f.

'«Dahlienrose», Dahlie'.
dach Dach

Tach

dafantwaega dafantwäga

[dafántwäga]

'deshalb, deswegen, aus diesem Grund'.
daheimat daheimat

'zuhause'.

dajoppa dajoppa

[dajópa]

'hier heroben'.
dajunna dajunna

[dajún:a]

'hier herunten'.
daemm dämm

'diesem'.

daena däna

'drüben'. Dött däna 'dort drüben'.

danandara danandara

[danándara

]

'einander'.

dananderanaa dananderanaa

[danánderanà:]

'der Reihe nach, nacheinander'.
danch Danch

m.

'Dank'. Ma cha ma nüüd zum Danch machha 'er ist mit nichts zufrieden'.

daengg dängg

'weich in der Beschaffenheit'. Nur von der Erde: schi ischt dänggi von schwerer, lehmiger Gartenerde.

danundig danundig

[danúndig]

'letzthin'.
daer där

'dieser'.

das das

'dieses'.

daewaeg däwäg

[d´äwäg]

'so, auf diese Weise'.
de de

'dann'. Ja nu so de '«ja nur so dann»; dann ist es jetzt halt so, wie es ist'.

deezi Deezi

m.

kurz für 'Deziliter'.
dena dena

'diesen'.

denga denga

(tengt)

'denken, meinen'. Auch als Füllwört deng: I ha deng au dra tengt '«ich habe, so denke ich, auch daran gedacht»'.

dera dera

'solche, derartige'.

derduer derdür

'dadurch, deshalb'.

derdueraab derdüraab

[derd`ürá:b]

'durch ... hinunter'.
derduernider derdürnider

[derd`ürnídr]

'durch ... abwärts'.
derduertwilla derdürtwilla

[derd´ürtwìlla]

'deswegen, deshalb, folglich, aus diesem Grunde'.
derdueruuf derdüruuf

[derd`ürú:f]

'durch ... hinauf'.
derfuer derfür

[derf´ür]

'dafür'. Dött chan i nüüd derfür '«dort kann ich nichts dafür»; in dieser Sache bin ich unschuldig'.

dernaa dernaa

[derná:]

'danach, im Anschluss daran'.
dernaebat dernäbat

[dern´äbat]

'daneben'.
derra derra

(terrd)

'dörren'. Terrd Bira 'getrocknete, gedörrte Birnen'; terrd Schnitz 'gedörrte Obststücke'.

derwaegat derwägat

[derw´ägat]

'deswegen'.
derwiil derwiil

[derwí:l]

'inzwischen, Weile'.
diamaal diamaal

[diamá:l]

'letzthin, kürzlich'.
dieggsla Dieggsla

f.

'Deichsel'.
diggachuebl Diggachübl

m.

'hölzerner Kübel für die Magermilch'. Vgl. Milch.

dimmera dimmera

(timmerat)

'dunkel, schwach leuchtend'.
dinga dinga

(tingat)

'in den Dienst nehmen'.
dinna dinna

'drinnen'. Dött dinna 'dort drinnen'.

disch(i) disch(i)

'jene; die anderen'.

discha discha

'jener; der andere (von zwei)'.

dischara dischara

'andere'.

dischawaeg dischawäg

'anders'.

dischgariera dischgariera

(dischgarierd)

[dìschgaríera]

'diskutieren'.
dischput Dischput

m.

[dìschpút]

'Diskussion' allgemein, auch 'verbale Auseinandersetzung'.
dischputiera dischputiera

(dischputierd)

[dìschputíara]

'eine kontroverse Diskussion führen'.
ditz ditz

'jenes; das andere'.

doggi Doggi

n.

'Dämon, der sich den Schlafenden auf die Brust setzt', auch 'böses Weib, Hexe'. Auch Schrättlig.

doggter Doggter

m.

'Arzt, Doktor'.
doeggterla döggterla

(töggterlat)

  1. '(mühselig) probieren',
  2. von Kindern: 'Arzt spielen'.
donschtig Donschtig

m.

Am Schmutzaga Donschtig versuchen die Knaben die Mädchen mit Russ einzuschmieren und den Hausfrauen den Suppentopf zu stehlen.

'Donnerstag'. Schmutzaga Donschtig 'der Donnerstag vor dem Fasnachtsdienstag',

doorli Doorli

weibl. Vorname, Kurz-/Koseform von Viktoria.

doppa doppa

'oben, droben'. Oba doppa 'im oberen Stockwerk', im Gegensatz zu unna dunna 'im unteren Stockwerk'.

dora dora

z dora legga 'Holz zum trocknen anstellen'. Hescht z dora aggleid? 'hast du das Holz zum Einheizen bereitgestellt?'.

draad Draad

m. koll.

'Draht'.
draechha drächha

(trächhat)

ds Füür drächha 'die glühende Kohle mit Asche bedecken, damit sie (über Nacht) heiss bleibt'.

draegg Drägg

m.

'Schmutz'. Ättas Dräggsch '«etwas Dreckiges»', abschätzige Bermerkung über eine Sache oder ein Tun. Mhd. drëc. Vgl. auch miträgg.

draeggflaatscha Dräggflaatscha

f.

verstärktes Flaatscha.

draeggholder Dräggholder

m.

'Wacholder (Juniperus L.)'.

draeggholderchris Dräggholderchris

n.

'Wacholderreisig'. Zu Chris.

Daraus wurde Tee gemacht.

draeggig dräggig

'schmutzig'. Jemandem dräggig reda 'jemanden mit Worten provozieren'. Vgl dazu auch pässla.

draeggla dräggla

(trägglat)

'«dreckeln»; spielen mit Erde; sich schmutzig machen'.
dreichuenig Dreichünig

m.

'Dreikönigstag; 6. Januar'. A Dreichünig 'am Dreikönigstag'

bis Dreichünig gelten die guten Wünsche zum neuen Jahr; bis Dreichünigbleibt der geschmückte Christbaum heute gewöhnlich in der Stube (früherwar es der 2. Februar, Maria Lichtmess).

dri dri

'darin'.

driissg driissg

die Zahl 30.

driizaeha driizäha

die Zahl 13.

dririchta dririchta

(driggricht)

'hineinrichten', etwa den Lauf des Wassers in eine Richtung leiten.
dritteltachh Dritteltachh

n.

'Schindeldach, bei dem sich je drei Schindeln überdecken'.

Eine Schindel war etwa 45 cm lang, wobei beim Schindeln immer nach 11 cm eine neue Schindel angebracht wurde.

drufaab drufaab

[drufá:b]

'daraufhin'.
drum drum

'darum, deshalb'.

drueue drüü

die Zahl 3, 'drei Uhr'.

druuf druuf

'darauf'. Wär ischt druuf? 'wer hat (das Gasthaus) gepachtet?'.

druus druus

'daraus, heraus'. Chuscht druus '«kommst du draus?»; verstehst Du das?'.

dua dua

'dann, danach'.

duazmaal duazmaal

[dúazma:l]

'dereinst, dazumal'.
dudalig dudalig

'gedemütigt, gezähmt'.

dudla dudla

(tudlat)

'musizieren'.
dunna dunna

'unten'. Unna dunna 'im unteren Stockwerk'.

duer_1 dür

'dürr'.

duerband Dürband

n.

'Durchschnitt'.
duermaesser Dürmässer

m.

'Durchmesser'.
duertriba dürtriba

'«durchtrieben»; schlau, erfahren, gewitzt'; im negativen, wie auch im positiven Sinn. Vgl. auch psässa.

duerzoga dürzoga

'«durchzogen»', vom Fleisch, wenn es auch Sehnen und Speck hat, übertr. auch für Angelegenheiten, die nicht ganz klar sind.

duussa duussa

'draussen'. Auch vorduussa.

eeber eeber

'schneefrei'. Mhd. æber. Dazu Eebari f. 'schneefreies Gebiet'.

eelendig eelendig
  1. 'elend',
  2. auch als Verstärkung: mir ischt eelendig schlächt '«mir ist elend schlecht»; mir ist speiübel'.
eender eender

'lieber, eher, vorher, früher'.

eenscht eenscht

'ehest'. Am eenschta 'am ehesten'.

eerscht eerscht
  1. 'erster'. Dr Eerschta 'der Erste', di Eerschta 'die Erste', das Eerschta 'das Erste'; di eerscht Aabteilig 'die 1. Primarschulklasse', das Eerschta lüüta 'das Läuten der Kirchenglocken eine halbe Stunde vor dem Zämalüüta,
  2. zeitlich 'erst, vor Kurzem'. Etz hed r gad eerscht as neus Auto kauft 'jetzt hat er gerade erst ein neues Auto gekauft'.
eerschtmaelchi Eerschtmälchi

f.

'«Erstmelk(kuh)», Kuh, die erst ein Kalb zur Welt gebracht hat'.
egga Egga

f. Pl. gl.

'langgezogene Anhöhe, Hügelrücken'. Ahd. ekka, mhd. egge.

eggig eggig

'«eckig»; mit (vielen) Ecken, nicht gerade'

eggs eggs

uber eggs cho 'in Streit geraten'.

eichoeoerali Eichöörali

n.

'Eichhörnchen'. Vgl. Hoora.

eiga eiga
  1. 'nahe verwandt',
  2. 'mit Eigenheiten behaftet; komisch', von Menschen.
Zu 1. auch as Eigas 'eine Person aus der nächsten Verwandtschaft'.
eiha Eiha

f.

'Stiel-Eiche (Quercus Robur L.)'.
eim eim

'jemandem'.

eimer Eimer

m. Pl. gl.

'hölzernes Handtraggerät'. Im Gegensatz zu Chessl 'eisernes Handtraggerät'.

eina_1 eina

'einer'.

einermeelig, einermeelig

auch eimeelig. Einermeelig ist Milch, die nur aus Abendmilch oder Morgenmilch besteht, im Gegensatz zu zweiermeeliger Milch, bei der Abendmilch und Morgenmilch gemischt werden; einermeelige Milch ist in der Sennerei beliebter. Vgl. auch Meeli.

eini eini

'eine'.

einig einig

'versöhnt, lieb'. Siid widr einig midanand 'versöhnt euch wieder'. Vgl. auch das folgende eis.

eis_1 eis

'versöhnt, einig'. Jetz sind sch widr eis 'jetzt sind sie wieder versöhnt'. Auch >>>einig.

eischichtig eischichtig

'«einschichtig»; einsam', aber aus freiem Willen. Ein eischichtaga Choga ist ein 'Sonderling, der lieber allein als unter Leuten ist'.

eissa Eissa

f.

'Eiterbeule, Abszess, Furunkel'. Mhd. eiz.

elektrischa Elektrischa

n. koll.

'die Gesamtheit der elektrischen Installationen eines Gebäudes'.
emund Emund

männl. Vorname Edmund.

end_1 End

n.

'Ende'. Zum End bätta 'die Sterbegebete beten'. Am End chonn sch de gliich no '«am Ende kommen sie dann trotzdem noch»', in der Bedeutung 'vielleicht'.
engg engg

'eng'.

enggi Enggi

f.

'«Enge»; Ort, wo es eng wird'.
engschtli engschtli

'ängstlich'.

eni Eni

m.

'Grossvater'.
entasi Entasi

n. Pl. gl.

'Hausschuh, Pantoffel', aus Filz. Vgl. auch Tasi und Gummitasi.

entli, entli

auch entlig 'endlich'.

enzioo Enzioo

m.

'Enzian'.
enzioowuerza Enzioowürza

f.

'Wurzel des Enzians'.
erb Erb

n. Pl. gl.

'Erbschaft'. Das falld z Erb '«das fällt zu Erbe»; das wird vererbt'. Mhd. erbe n.

ergara ergara

(gergarat)

'ärgern'.
erla Erla

f.

'Erle (Alnus Miller)'.
erligga erligga

(erligt)

'merken, darauf kommen, lernen'. Jetz hed r s erliggt 'jetzt ist er (auch schon) darauf gekommen'.

eschpa Eschpa

f.

'Espe, Zitter-Pappel (Populus tremula L.)'.
eschpalaub Eschpalaub

n.

'Espenlaub'. Zittara wia Eschpalaub 'zittern wie Espenlaub' (aus Angst, oder wenn man friert).

essigmuater Essigmuater

f.

'Essigmutter'.
etlig etlig

'etlich'. Etligs Maal 'oftmals'.

etza etza

(getzt)

'abweiden'.
eu eu

'euch'. eua 'euer'. eui 'eure'. eus 'euer'.

faa faa

(gfanga)

'fangen'.
faana Faana

f. Pl. gl. Dim. Faani

  1. 'Fahne',
  2. abschätzig für 'billige Kleidung',
  3. übertragen 'Alkoholgeruch aus dem Mund'. Mhd. vane.
faeaera fäära

'«fern», im vergangenen Jahr'.

faara_1 Faara

m.

'Echter Wurmfarn (Dryopteris Adanson Filis-mas)'. Auch Faarachruud.

Die Pflanze wurde gegen Fussschweiss in die Schuhe gelegt, ins Bettwurde sie gegen Rheumatismus gelegt (in as Faarabett iligga '«in einFarnbett [hin]ein liegen»'). Mhd. var(e)n.

faarachruud Faarachruud

n. '«Farnkraut». Auch >>>Faara.

faarb Faarb

f. Pl. Faarba, Dim. Faarbi

  1. 'Farbe',
  2. 'Malstift'.
faeaerig fäärig

'letztjährig'.

faarig faarig

'nervös, rastlos'. Warum bischt aso faarig hüüt? 'warum bist Du so nervös heute?'.

faeaerla fäärla

(gfäärlat)

  1. 'mit bzw. in der Erde spielen (wie ein Fäärli)',
  2. von einem Fäärli: 'ein Ferkel gebären'.
faeaerli Fäärli

n.

'Hausschwein' ohne Rücksicht auf das Alter. Vgl. auch Hutschla, Hutschi und Sau. Mhd. verlîn.

faeaerlihuetti Fäärlihütti

n.

'«Färlehüttlein»; Anbau am Haus, in welchem die die Schweine gehalten werden'.
faeaerlistall Fäärlistall

m.

'«Färlestall», Schweinestall, bzw. Abteil für die Schweine im Stall'.
faeaerschi Fäärschi

n. Pl. gl., oft auch nur im Dim. Fäärschali

'Ferse'.
fada Fada

m. Pl. Fäda, Dim. Fadi

'Faden' Z Fada schlaa '«zu Faden schlagen»; vorbereiten, planen; ungefähr berechnen'. Naadla und Fada '«Nadel und Faden», Nähzeug'.

faedera Fädera

f. Pl. gl.

  1. 'Feder',
  2. 'flaches Holzstäbchen, das zur Verbindung zweier Bretter in die Nuten eingefügt wird' (ein Boden mit gfäderata Blangga).
fael Fäl

n. Pl. gl.

'Fell'.
falausch Falausch

n. auch im Pl. Faläusscher

[faláusch]

'Valorschtal'.
falbala Falbala

f.

'Faltensaum unten am Frauenrock'. Schöös (Schoos) mid Falbala. Frz. falbala.

faelchli Fälchli

'Feldkirch'. Ga Fälchli aab 'nach Feldkirch hinunter'.

falga falga

(gfalgat)

'im Kartoffelacker den Boden lockern und von Unkraut befreien'. Mhd. falgen.

faeliisa Fäliisa

n. Pl. gl.

[f´älì:sa]

'Werkzeugkoffer'. Frz. valise 'Koffer'.

Das Wort wurde, wie viele andere Wörter, von den in der ersten Hälftedes 20. Jahrhunderts in der Westschweiz arbeitenden TriesenbergerGipsern mitgebracht; so etwa auch tuschuur, Ferchanz.

falla_1 Falla

f. Pl. gl., Dim. Falli

  1. Fangvorrichtung für die Tierjagd (vgl. Muusfalla),
  2. kurz für die 'Türfalle'. Mhd. valle.
falops Falops

n. koll.

[fálòps]

'Fallobst'. Vgl. auch Ops und Moschtops.

falott Falott

m.

'hinterhältiger Mensch, Nichtsnutz'. Frz. falot.

falsch falsch
  1. 'falsch',
  2. 'hinterhältig'.

D Schtraass ischt fälsschi sagt man, um vor dem Ausrutschen zu warnen, wenn es im Winter gefroren sein könnte.
faenschter Fänschter

n. Pl. gl.

'Fenster'. Mhd. vënster.

faenschterfuater Fänschterfuater

n.

'«Fensterfutter»; Fenster-, Blendrahmen'.
faenschtergiiga fänschtergiiga

(fänschterggiigat)

'ein Fänschtergiigi benutzen'.

faenschtergiigi Fänschtergiigi

n.

Faden an einem Reissnagel; der Reissnagel wird aussen in den Fensterrahmen gestossen und durch Reiben das Fadens entsteht im Innern ein quietschendes Geräusch.
fantwaega fantwäga

'infolgedessen'. Auch derdürtwilla.

faerch Färch

m.

'Inneres des Holzstocks'. An Färchana sagt man vom Baumstamm mit viel Färch, oder der Baum hat wagger Färch; je breiter der Färch ist, umso härter ist das Holz.

faerdi Färdi

m., männl. Vorname,

Kurzform von Ferdinand, zu Färdi die Koseform Färdali.

fas Fas

n. Pl. Fässer, Dim. Fäsli, Fässli, Fassi

'Fass', besonders das Mostfass (Moschtfäsli).

fasbett Fasbett

n.

'der kleine Platz vor der Heubarge, auf dem das Heuburdi gemacht wird'. Das Fasbett hatte seine Bedeutung vor allem im Winter, wenn rund um den Stall Schnee lag, und man einen bestimmten Platz für das Fassen des Heuburdis schneefrei hielt.

faeschpara fäschpara

(gfäschparat)

'umherreden' von Frauen, älter für läschba. Ättäs zämafäschpara '«etwas zusammenvespern»; viel reden'.

fasi Fasi

m., männl. Vorname,

Kurzform von Gervasius

fasl Fasl

m.

'(grössere) Anzahl Ziegen oder Schafe'. Übertr. auch von einer Menschenansammlung. Mhd. vasel.

fasla fasla

(gfaslat)

'wimmeln (von)'. As faslat 'es wimmelt', von einer Menschenmenge oder etwa in einem Ameisenhaufen. Zu Fasl.

fasnicht Fasnicht

f.

'Fasnacht'.
fasoo Fasoo

f. Pl. Fasoona

'Form, Art, Machart; Eigenart'. Frz. façon.

fassa fassa

'Heu zur Zügburdi oder zum Heuburdi aufschichten'. Vgl. auch Fasbett.

faesslituuga Fässlituuga

f.

Siehe das folgende Fas-Tuuga.

fas-tuuga Fas-Tuuga

f. 'Fassdaube'. Mhd. dûge.

faetza Fätza

m.

  1. 'Fetzen' allgemein,
  2. 'grosses Stück Land',
  3. 'grosses Stück Stoff',
  4. 'kleines Stück Papier',
  5. 'schlechte, abgenützte oder zu weite Kleidung',
  6. 'Alkoholrausch'.
fatzaneedli Fatzaneedli

n.

'Taschentuch'. Spätmhd. fatzenetlîn.

fatzer Fatzer

m. Pl. gl.,

auch mit gelängtem Vokal Faazer 'aus Vaz Stammender'. Uusluaga wia an Fatzer '«ausschauen wie ein Vazer»; ungepflegt sein'.

faeula Fäula

f.

'Rückstand beim Aussieden von Butter'.
fee Fee

siehe Vee.

feefi Feefi

n. weiblicher Vorname,

Kurzform von Genoveva.

feeri Feeri

m., männl. Vorname,

 

Kurzform von Xafeeri.

feesscha_1 Feesscha

f.

'Mullbinde'.
feesschachind Feesschachind

n.

'Kleinkind'.
feia feia

(gfeiat)

'spielen', nur von Tieren, hauptsächlich von Katzen.

feima feima

(gfeimat)

'schäumen'. As feimat im Säntihann '«es feimt im St. Johann»; d. h., wenn die Wolken über St. Johann (im Toggenburg) wie Schaum aussehen, kommt ein anderes Wetter.

feist feist

'«feist»; dick'.

feistheu Feistheu

n.

'«Feistheu»; erste Heuernte, gutes Heu'. Mhd. veizt.

feistheua feistheua

(feistgheuat)

'das Feistheu einbringen'.

feistweidig feistweidig

ist eine Kuh, die nur gutes Gras frisst.

felamiini Felamiini

n.

weiblicher Rufname Philomena.

fella fella

(gfelld)

  1. wie nhd. fällen,
  2. Heu fella 'Heu durch das Rüsschlaloch in die Rüsschla im Viehstall befördern'.
fengara fengara

(gfengarat)

'Fangen spielen'.
ferchanz Ferchanz

f. koll.

  1. 'frei von der Arbeit',
  2. 'Schulferien', selten auch für Ferien allgemein.
Hescht hüüt Ferchanz? 'hast Du heute frei?'. Frz. vacances.
fergger Fergger

m. Pl. gl.

'Schüttstein'. Vgl. auch gfergga.

fescht fescht

'fest, beleibt', vom Menschen.

fidertach Fidertach

n.

'Dach aus kleinen, vielfach übereinandergehenden Schindeln'.

Heute auch Schindalitach, zum Unterschied vom gewöhnlichen Schindeldach, das am Triesenberg lange nicht üblich war.
fidribus Fidribus

m. Pl. gl.

  1. 'gemütlicher, leichtsinniger Mensch',
  2. 'Aschenbecher'.
figga figga

(gfiggat)

'durch Reibung abnützen'.
figgi Figgi

f.

oder Figgimüli 'bestimmte Lage der Steine beim Nüünimaala'. 

Bei der Figgimüli liegen 5 Steine so, dass mit jedem Zug immereine Müli (drei nebeneinander liegende Steine) gebildetwerden kann. Auch in der Redewendung jetz hescht Figgi und Müli 'jetzthast Du die Wahl'.

fii fii

'fein, zierlich', von Menschen, von einer Arbeit, wenn sie Feingefühl erfordert.

fiini Fiini

n., weibl. Vorname,

Kurz-/Koseform von Serafina.

fiirtig Fiirtig

m.

'Feiertag'.
finger Finger

m. Pl. Fingera, Dim. Fingerli

'Finger'.
fingerhuad Fingerhuad

m.

  1. 'Fingerhuat', die Schutzkappe beim Nähen,
  2. 'Fingerhut (Digitalis L.)', und zwar wohl hauptsächlich der blaue Grossblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora Miller).
firla firla

(gfirlat)

'schlechte Musik machen; (ein Instrument) falsch spielen'.

firlata Firlata

f.

'schlechte, unstimmige Musik; Kakophonie'.

firscht Firscht

m. Pl. gl.

'oberster horizontaler Balken des Dachstuhls'.
fiserla fiserla

(gfiserlat)

'leicht schneien; nieseln'. Auch fisla.

fisis Fisis

m.

etwas im Fisis haben 'vorhaben, planen'. Ar hed s nid im Fisis 'er hat es nicht im Sinn; er will einfach nicht'.

fisla fisla

(gfislat)

'leicht schneien oder regnen'. Auch fiserla.

fissch-chessi Fissch-Chessi

f.

'«Fischkessel»; Kochkessel, der über dem Feuer an der Heel hängt'. Auch Chääs-Chessi.

flaatscha Flaatscha

f.

'Frau, die wenig Wert auf Sauberkeit legt'. Verstärkt auch Dräggflaatscha.

flachha flachha

(gflachhat)

'abflachen, flach werden'.
flagg Flagg

m.

'kurz und plötzlich auflodernde hohe Flamme'.
flagga flagga

(gflaggat)

'lichterloh brennen'.
flaeggsa Fläggsa

f. Pl. gl.

'Sehne im Fleisch'.
flaera Flära

m. Pl. gl.

'kleine Wunde'. Vgl. auch Maasa.

flaetachha Flätachha

f. Pl. gl.

'Flügel des Vogels'.
flaetachhna flätachhna

(gflätachhnat)

'fliegen', von einem Vogel.
flaettera Flättera

f. Pl. gl.

'Ohrfeige'.
flaeuga_1 Fläuga

f. Pl. gl., Dim. Fläugi

'Fliege'. I der Nood frissat der Teifl Fläuga 'in der Not frisst der Teufel Fliegen'.

flaeugafenger Fläugafenger

m. Pl. gl.

'«Fliegenfänger»', mit klebrigem Stoff getränkter Streifen, der an die Decke gehängt wird, wo er Fliegen anzieht, die an ihm kleben bleiben. 

flaeugataetscher Fläugatätscher

m.

'Fliegenklappe'. Zu tätscha.

flausa Flausa

f. Pl. gl.

'dumme Idee'. Jemand der nur dumme Sachen macht, hat Flausa im Kopf.

flia flia

(gfloha)

[flía]

'fliehen'.

fligg Fligg

m. Pl. gl.

'Flickstück, Flickwerk'.
fliggblaetz Fliggblätz

m.

'Blätz mit dem etwas geflickt werden kann', meist auf Hosen und an Ellbogen von Pullovern oder Hemden.

flogga Flogga

f. Pl. gl.

'«Flocke», Scheeflocke'. Vgl. auch Flunga.

floggna floggna

(gfloggnat)

'stark schneien'.
floona floona

(gfloonat)

'faulenzen'.
flooner Flooner

m.

'Faulenzer', auch von einem arbeitsscheuen Menschen.
floeoezer Flöözer

m. Pl. gl.

'Flösser'. Nur in der Redewendung nass as wia an Flöözer 'nass sein wie ein Flösser'.

fludara fludara

(gfluderat)

'flattern'.
fludarata Fludarata

f.

'Geflatter'.
flummer Flummer

m.

'Staubwischer mit Stiel'. Zu Fluum.

flunga Flunga

f. Pl. gl., Dim. Flungi 'grosse Schneeflocke'. Vgl. auch >>>Flogga.

fluengala flüngala

(gflüngalat) 'leicht schneien'. Zu >>>Flunga.

fluri Fluri

m., männl. Vorname Florin.

fluum Fluum

m. koll. 'Flaum', übertragen auch 'erster Bartwuchs bei Knaben'.

fora Fora

f.

'Wald-Föhre (Pinus silvestris L.)'.
forabuschi Forabuschi

n. Pl. gl.

  1. 'Zapfen der Föhre',
  2. Name für die Bewohner des Weilers Rotaboda.
Vgl. auch Aralabuschi und Tannazapfa.
fotza Fotza

f. Pl. gl., Dim. Fotzi

'kleiner, minderer Baum'.
fotzazuu Fotzazuu

n.

'Zaun aus kleinen Tännchen'.

Die Zäune waren oft mit kreuzweise darüber gesteckten Zaunstecken verstärkt und besonders oben an der Waldgrenze üblich.

foetzl Fötzl

m. Pl. gl.

'Angsthase'. Auch Schiissfötzl und Schiisshasa.

fraefla fräfla

(gfräflat)

'freveln'.
franzi Franzi

n., weibl. Vorname,

Kurz-/Koseform von Franziska.

franzsepp Franzsepp

m., männl. Vorname

Franz-Josef.

fraessa frässa

(gfrässa)

'fressen'. Wia wennd r scha frässa wett '«wie, wenn er sie fressen wollte»', von einem Mann, der sich übertrieben verliebt gebärdet.

fratz Fratz

m. Pl. Fretz, Dim. Fratzi

'ungezogenes Kind'.
frau Frau

f. Pl. Fraua, Dim. Frauali

'Frau'. Jünger für Wiib.

frauafurz Frauafurz

m.

'«Frauenfurz», harmloser, kleiner Knallkörper', der von den Jugendlichen an der Fasnacht gezündet wird.
freega freega

(gfreegat)

'fragen'.
frei frei

'lieb, artig'.

fridli Fridli

m., männl. Vorname,

Kurzform von Fridolin.

friili friili

'«freilich»; selbstverständlich'.

friitig Friitig

m.

Freitag'. A ma Friitig '«an einem Freitag»; (jeweils) freitags'.

froenda frönda

(gfröndat)

'«fremden»; sich vor unbekannten Menschen fürchten'. Hautpsächlich von Kindern, scherzhaft aber auch zu Bekannten, Freunden, die sich lange nicht mehr blicken liessen, bzw. die einen nicht sehen oder nicht sehen wollen. Mhd. vremden 'meiden'.

fronta Fronta

siehe Frunta

frossch Frossch

m. Pl. Frösscha, Dim. Frosschi

'Frosch'.
frua frua

'früh'.

frueajer, früajer

'früher, ehedem'.

frueamaess Früamäss

f.

'«Frühmesse»', die Hl. Messe sonn- und feiertags um 7:30 Uhr.
frueamaesser Früamässer

m. Pl. gl. '«Frühmessser»; Pfarrhelfer, Kaplan'.

frueaner früaner

früajer

frunta, Frunta

f.

jünger Fronta 'Giebel, Gaube', speziell der 'seitliche Giebel bei einem Kreuzgiebel'.

fueacht füacht

'feucht'.

fueachta füachta

(gfüachtat)

'feucht sein'.
fuara fuara

(gfuarat)

  1. 'schnell satt machen', von einer Speise, vgl. auch iheba,
  2. übertragen auch für eine anstrengende Arbeit, eine Wegstrecke etc.
fueara füara

(gfüard)

'«führen»; transportieren'.
fuearig füarig

'gut handzuhaben' vom Gschir. Vgl. auch gäbig. Das Gegenteil ist ufüarig.

fuarwaeaerch Fuarwäärch

n.

'«Fuhrwerk»'.
fuarwaeaercha fuarwäärcha

(gfuarwäärchat)

'«fuhrwerken»; unachtsam mit etwas umgehen; wild arbeiten'.
fuas Fuas

m. Pl. Füass, Dim. Fuassi

'Fuss', aber auch 'Bein'.
fuassati Fuassati

f.

'Fussende des Betts'. Gegensatz zu Chopfati.

fuatara fuatara

(gfuatarat)

'füttern'.
fuater Fuater

n. koll.

  1. 'Futter',
  2. 'Fütterung', bei Kleidern.
fuaterfas Fuaterfas

n.

'«Futterfass», Behälter für den Wetzstein'.
fuedla Füdla

n. Pl. gl.

'Gesäss'. Etwas nicht im Füdla haben 'nicht die Absicht haben, etwas bestimmtes zu tun'; zum Füdla uus nüüd bedeutet etwa 'keinen Pfifferling wert'. Mhd. fudloch.

fuedli Füdli

m. Pl. gl.

sagt man zu einem Kleinkind, wenn es mit nacktem Unterkörper umherrennt.
fuggsa fuggsa

(gfuggsat) Dim. függsla.

'«fuchsen»; ärgern'. Wenn etwas nicht gelingen will, fuggsat es einen.

fuggsroot fuggsroot

'«fuchsrot», sehr rot'.

fueli Füli

n. Pl. gl.

'«Fohlen»; junges Pferd'.
fuelli Fülli

m. Pl. gl.

'Füllfederhalter'.
fungga Fungga

m.

'Funken', 'Holzstoss, der am Funggasunntig angezündet wird, um den Winter zu vertreiben'.

funggachueachli Funggachüachli

n.

'«Funkenküchlein»; Gebäck, das am Funggasunntig gebacken wird'.

Der Funggasunntig wird deswegen gelegentlich auch Chüachlisunntig genannt. Auch nur kurz Chüachli (vgl. Chuachha).

funggahaex Funggahäx

f.

'«Funkenhexe»', Stoffpuppe, die am Funggasunntig auf dem Fungga verbrannt wird.

funggalatta Funggalatta

f.

'«Funkenlatte»; ca. 10 bis 15 m hoher, dünner Stamm, um den das Holz des Funkens geschichtet wird.
funggasunntig Funggasunntig

m.

'«Funkensonntag»', der Sonntag nach Aschermittwoch. Auch Chüachlisunntig.

funzla Funzla

f. Pl. gl.

'schlecht leuchtende Lampe, kleines Öllämpchen', auch allgemein für 'Lampe, Taschenlampe'.

fura_1 Fura

f. Pl. gl., Dim. Furi

'der talwärts gelegene Ackerrand'. Mhd. furche.

furabogg, Furabogg

m.

auch Furibogg 'Gestell für die Chrääza beim Fura'. Auch Furaschraga. Vgl. auch Chrääzaschraga.

fueranandera füranandera

[füranándera]

'füreinander'.
furaschraga, Furaschraga

m.

auch Furischraga 'Gestell für die Chrääza beim Fura'. Auch Furabogg. Vgl. auch Chrääzaschraga.

fuerder fürder

'in Zukunft; fürderhin'. Dr Härrgott läbt au noch fürder, tüad ma au fescht vertraua '«der Herrgott lebt auch künftig, tut ihm auch fest vertrauen». Auch fürschterhi.

furgga Furgga

f. Pl. gl., Dim. Fürggli

  1. 'Mistgabel mit zwei Zinken',
  2. im Dim. auch 'Bergübergang'.
Mhd. furke.
fuerha fürha

'«fürher»; hervor'. Chum fürha '«komm hervor!»; zeig Dich!'

fuerhang Fürhang

m. Pl. Fürheng

'Vorhang; Gardine'.
fuerig fürig

'übrig'. Ar hed nüüd Fürigs bzw. ar hed nüüd fürig 'er hat nichts zuviel'

fuermgotta Fürmgotta

f.

'Firmpatin'.
fuermgoetti Fürmgötti

m.

'Firmpate'.
fuermig Fürmig

f.

'Firmung'.
fuerschi fürschi

'nach vorne, vorwärts'. Fürschi machha 'vorwärtsmachen, weitermachen', aber auch 'bei einem Geschäft etwas verdienen'.

fuerschterhi fürschterhi

'in Zukunft, künftig'. Auch fürder.

furt furt

'fort'.

furz Furz

m. Pl. Fürz, Dim. Furzi

  1. 'Darmwind',
  2. übertragen auch 'etwas Kleines, Geringes; Bagatelle; dumme Idee'.
fusl Fusl

m.

'minderwertiger Branntwein'.
fuslruschtig Fuslruschtig

f.

'Gesindel'. Zu Ruschtig.

fueuef füüf

'fünf', die Zahl 5.

fueuefi füüfi

'fünf Uhr'.

fuul fuul

'faul'. Auch verstärkt mischtdräggfuul '«mistdreckfaul»'.

fuulenza fuulenza

(gfuulenzat)

'faulenzen'.

fuulenzer Fuulenzer

m. Pl. gl.

  1. 'Person, die faulenzt',
  2. 'einfache, gepolsterte Sitzbank mit Lehne'.
fueueli Füüli

f. Pl. Füülana

  1. 'Fäule',
  2. 'Müdigkeit'. Ich bi an u Füüli 'ich bin sehr müde'.
fueuer Füür

n.

'Feuer'. Auch als Verstärkung in der Verbindung füürböösch.

fueuera füüra

(gfüürat)

'Feuer machen'. Auch afüüra und ifüüra. Vgl. auch alegga.

fueuerbaesa Füürbäsa

m.

'«Feuerbesen»'. Der Füürbäsa war ein langer Stecken, an dessen unterem Ende (nasse bzw. angefeuchtete) Lumpen angemacht waren.

fueuerboeoesch füürböösch

'«feuerböse»; sehr böse, sehr verärgert'.

fueuerloch Füürloch

n.

'«Feuerloch»; offene Feuerstelle'.

fuuscht Fuuscht

f. Pl. Füüscht, Dim. Fuuschti

'Faust'. D Fuuscht im Sagg machha '«die Faust im Sack machen»'

fuuschtstoossa Fuuschtstoossa

n.

'«Fauststossen»', ein Kampfspiel, bei dem sich die Gegner Faust gegen Faust an einem Tisch vom Tisch wegzustossen versuchen.
gae

(ggä)

  1. 'geben',
  2. 'beim Jassa die Karten unter den Spielern verteilen'.
ga ga

'«gen»; nach'. Gam Stäg (auch zum Stäg); ga Vaduz, ga Schaa usw.

gaa gaa

(gganga)

  1. 'gehen',
  2. 'dauern'.
Wia lang geid s? 'wie lange dauert es noch?'; gaa laa '«gehen lassen»; in Ruhe lassen'.
gaeael gääl

'gelb'.

gaeaelrueabli Gäälrüabli

n.

'«Gelbrübe»; Karotte'. Auch nur kurz Rüabli.

gaalt gaalt

'keine Milch gebend', meist für hochträchtige Rinder, aber auch für Kühe, wenn sie vor dem kalbern keine Milch mehr geben. Mhd. galt 'unfruchtbar'.

gaeaelta gäälta

(ggolta)

'wert sein', nur von Menschen, bei Sachen wäärd sii. Äna hed ungemein bei ma ggolta '«jener hat sehr viel bei ihm gegolten»'. Vgl. auch wäärd.

gaaltalpa Gaaltalpa

f.

'Rinderalp'.
gaaltlig Gaaltlig

m.

'einzelnes Rind, das gaalt ist'.

gaaltvee Gaaltvee

n.

'«Galtvieh»; Rinder, welche gaalt sind'.

gaar gaar

'gar', verstärkend zu Adjektiven. As ischt gaar chaald 'es ist sehr kalt'; das sind gaar schweeri Uufgaba gsi 'das waren sehr schwere Aufgaben'.

gaeaera gäära

'gern'. Gäära guat '«gern gut»', säälta guat '«selten gut»'. Vgl. auch ugäära 'ungern'. Mhd. gërne.

gaara Gaara

n.

'Garn'. I ds Gaara cho 'störend dazwischen kommen'.

gaeaerberhund Gäärberhund

m.

'Hund des Gerbers'. Nur in der Redensart chotza wia an Gäärberhund '«kotzen wie ein Gerberhund»'.

gaeaerbi Gäärbi

f.

'«Gerbe»; Gerberei'.
gaarta Gaarta

m. Pl. Gäärta, Dim. Gaarti

'Garten'.
gaebig gäbig

'gut handzuhaben, angenehm. Vgl. auch füarig.

gabl Gabl

f.

'Kuh mit einer schönen Gablati'.

gabla Gabla

f. Pl. Gabla, Dim. Gabelti, Gäbali

  1. 'Gabel'
  2. speziell die '(dreizinkige) Heugabel'.
gablati Gablati

f.

'Hörner der Kuh'. Vgl. auch Gabl.

gabritzi Gabritzi

n.

'Laune, Hochmut'. Aus frz. caprice, vgl. auch nhd. kapriziös.

gad gad

'soeben'. Etz bin i gad eerscht ko '«jetzt bin ich gerade erst gekommen»'.

gada Gada

m. Dim. Gädami

'Stall, Scheune, Heuschober, Nebengebäude'. Mhd. gadem n. 'Haus von nur einem Gemach; Kammer; Stockwerk; Verschlag'.

gaegae(t) gägä(t)

'gegen' örtl. u. zeitl. Gägat di Vieri 'gegen vier (Uhr)'; gägat wär geid s '«gegen wen geht es»; gegen wen spielen wir'.

gaeganuber gäganuber

'gegenüber'.

gagara gagara

(gaggarat)

'gackern'.
gagarata Gagarata

f.

'andauerndes Gackern'.
gaggalaari Gaggalaari

m.

'leichtsinniger, dummer Mensch', eher gut meinend. Vgl. auch Galööri.

gaggsa gaggsa

(ggaggsat)

'gackern'.
gagla_1 Gagla

f. Pl. gl., Dim. Gagelti

  1. 'Mist von Ziege und Schaf',
  2. 'kleines, minderwertiges Stück Obst oder Gemüse'.
galatza galatza

(ggalatzat)

[galátsa]

'reichlich essen, schlemmen'.

gaell(t) gäll(t)

'«gell»; nicht wahr'.

gaellig gällig

'«gällend»; äusserst scharf, offenbar, klar hervortretend, hoher Grad einer Eigenschaft'. Das gällig Iisch '«das gällige Eis»; blankes Eis'.

galoeoeri Galööri

m.

'dummer Kerl'. Vgl. auch Gaggalaari.

gams Gams

m. Pl. gl., Dim. Gamsi

'Gemse'.
gang Gang

m.

  1. 'Gang, Flur, Korridor', auch Huusgang,
  2. 'die Art des Gehens',
  3. 'Auftrag, irgendwohin zu gehen bzw. etwas zu erledigen'.
gangga_1 Gangga

f.

'Schaukel'.
gangwaeaerch Gangwäärch

n.

'«Gangwerk»; Fussbekleidung, Schuhe'. Siehe oben Gang.

gant Gant

f.

'Versteigerung'. Etwas muss uf d Gant («auf die Gant»), wenn es versteigert wird. Mhd. gant.

ganta ganta

(ggantat)

'versteigern, ersteigern, mitsteigern'.
ganz ganz
  1. '«ganz»; vollständig, unbeschädigt',
  2. 'sehr'. I bi ganz zfrida 'ich bin sehr zufrieden'; as ischt no ganz '«es ist noch ganz»; es ist noch unbeschädigt'.
gara gara

(ggarat)

'schauen, lugen', uussagara 'herausschauen'.

gaera gära

(ggärat)

'wollen, mögen, gern haben'. I gära nid 'ich mag nicht, ich verzichte', i gära käs Fleisch 'ich mag kein Fleisch'. Zu gäära.

gari Gari

m.

'grosswüchsiger Mann'. Zu obigem gara?

gaetschi Gätschi

n. Pl. gl., auch Gätschgi

'Kerngehäuse des Obstes', auch 'kleines, minderwertiges Stück Obst'.

gattig Gattig

f.

'Gestalt, Aussehen (von Personen und Sachen); Art und Weise; Manier des Benehmens'. Vgl. auch agattaga

Nur noch in der Redewendung das hed kä Gattig 'das gehört sich nicht' bzw. 'das passt nicht'.

gaetzi Gätzi

n.

'Schöpfkelle'.
gauma gauma

(ggaumat)

'Kinder hüten', aber auch 'kranke Menschen pflegen. Vgl. auch chindsmagda. Mhd. goumen.

gauz Gauz

m. Pl. Gäuz

'Schrei, einmaliges Bellen', im Plural auch vom Husten.

gauza gauza

(ggauzat)

  1. 'bellen',
  2. 'stark husten',
  3. agauza 'anschreien'.
geech geech

'steil' (von Abhängen, Wegen). Auch stotzig. Mhd. gaehe 'ungestüm, heftig'.

geechzoornig geechzoornig

'jähzornig'. Mhd. gaechzornic.

geela Geela

f., weibl. Vorname,

Kurzform von Angelika.

geemerna Geemerna

f.

'weisser Germer (Veratrum album L.)'.
geggat geggat

'«geeckt»; eckig'.

geifer Geifer

m. koll.

'Speichel'. Ein Geifer Schnee 'ganz wenig Schnee'. Vgl. auch Speuz, Spuder und Chuder.

geifera geifera

(ggeifarat)

'Geifer aus dem Mund rinnen lassen; speicheln'.

geis Geis

f. Pl. gl., Dim. Geissi

'Ziege'.
geischaeaesnapf Geischääsnapf

m.

'«Geisskäsenapf»; Form für den Ziegenkäse'.
geischt Geischt

m.

'Geist', auch 'Alkohol'.
geisfasl Geisfasl

m.

'Ziegenherde'. Zu Fasl.

geisplachta Geisplachta

f.

'Huflattich (Tussilago Farfara L.)'. Auch Rüfiblüamli.

geissler Geissler

m. Pl. gl.

'Ziegenhirte'. Wo der Geissler sein Horn bläst, herrscht Armut.

geissler, Geissler, wilda

- siehe Wilda Geissler

geisslerhoora Geisslerhoora

n.

'Horn des Ziegenhirten'.
gella gella

(ggellat)

'schreien, schrill tönen'.
gelta Gelta

f.Pl. gl.

'grösseres rundes oder ovales Gefäss', aus verschiedenen Materialien, früher Holz oder Kupfer, heute meist Kunststoff. Mhd. gelte.

gfel Gfel

n. koll.

'Glück'. Vgl. auch Ugfel 'Unglück, Pech'. Mhd. gevelle.

gfellig gfellig

'«gefällig», vom Glück begünstigt'. Mhd. gevellic 'günstig, angemessen, passend, angenehm'.

Ar ischt schweer Gfellaga gsi sagt man von einem Menschen, der nach schwerer Krankheit sterben durfte.

gfergga gfergga

(gferggat)

'bewältigen', speziell 'Wasser aufnehmen mögen', von einem Rohr oder Abfluss. Zu mhd. vertigen. Vgl. auch Fergger.

gfriera gfriera

(gfroora)

'gefrieren'. Mhd. gevroeren.

gfrueuend gfrüünd

'verwandt'. Mhd. gevriunt 'befreundet, verwandt'.

ghaessaga Ghässaga

m.

'bösartiger, nachtragender Mensch'. Zu ghässig.

ghaessig ghässig

'«gehässig»; bösartig, nachtragend'.

gheg Gheg

n.

'«Gehege»; Gestrüpp'.
ghei Ghei

n.

'Dunst, Nebeldunst'. Mhd. gehei n. 'Hitze, Brand'.

gheia gheia

keia

gheiig gheiig

'dunstig'. Zu Ghei.

ghotzlat ghotzlat

'verschlissen, mit verschlissenen Kleidern gekleidet, schlecht gekleidet'. Siehe auch Hotzli.

ghuus Ghuus

n.

'Gehäuse, Haus'. Z Ghuus sii 'zur Miete wohnen'.

ghueueslat ghüüslat

'«gehäuselt»; kariert (von Stoffmustern)'.

gibachta gibachta

(gibachtat)

'beobachten, ausspionieren, erspähen'.
gibaett Gibätt

n. Pl. gl.

'Gebet'.
gibl Gibl

m. Pl. gl., Dim. Gibelti

'Giebel'. Mhd. gibel.

giess-chanta Giess-Chanta

f.

'Giesskanne'. Verbreiteter ist heute Sprützchanta.

giftla giftla

(ggiftlat)

'«gifteln»; sticheln'.
gigara gigara

(ggigarat)

'kichern, lachen'. Auch giggsa.

giggsa giggsa

(ggiggsat)

'lachen'. Auch gigara.

gigoggs Gigoggs

m.

'Eidechse'.
giid Giid

m.

'Habsucht, Geiz'. Mhd. gît.

giiga giiga

(ggiigat)

'geigen, Musik machen'.
giigampfa giigampfa

(ggiigampfat)

'schaukeln'.
giigampfi Giigampfi

f.

'Schaukel', speziell der Balken der auf einem Untersatz im Gleichgewicht gehalten wird.
giitig giitig

'gierig, geizig'. Mhd. gîtic.

giitwurm Giitwurm

m.

'Mitesser', im Plural Giitwürm 'Akne'.
ginggala ginggala

(gginggalat)

'herumtun, der Arbeit nicht gerade nachrennen'.

ginggaler Ginggaler

m.

  1. 'einer, der die Arbeit nicht sucht; einer, der nicht gerne zupackt',
  2. 'klein geratener Kerl; Schwächling'.
gira gira

(ggirat)

'knarren'.
girata Girata

f.

'andauerndes Knarren', meist von Holz.
gitzgaegali gitzgägali

Spottruf. Wohl zu *Gitzgagl 'Ziegengagel, Ziegenkot' (vgl. Gitzi und Gagla).

gitzi Gitzi

n. Pl. gl.

'Ziegenjunges'.
gitzla gitzla

(ggitzlat)

'ein Ziegenjunges gebären'.

glaechh Glächh

n. koll.

'Gelächter'. Vgl. auch Lachh.

glappat glappat

'dumm', von einer Sache, einem Tun, aber auch von Menschen. Ättas Glappats 'eine dumme Sache'. Zu Lappi.

glara_1 Glara

f. Pl. gl., Dim. Glari

'Auge'. Vgl. auch Stieraglari.

glarneet Glarneet

n.

'Klarinette'.
glasig glasig

'spiegelglatt, glatt wie Glas'. Das glasig Iisch '«das glasige Eis»'. Vgl. auch iischig.

glatt glatt

'glatt'. Knopfat und glatt '«geknüpft und glatt»; rechts und links beim Lisma'.

glaub glaub

'soviel ich weiss, wie ich glaube'. I gaa glaub ga Vaduz 'ich gehe, so glaube ich, nach Vaduz'.

glaeuf Gläuf

n.

'emsiges Hin- und Hergehen', von Menschen und Tieren. Auch Greis. Zu lauffa.

gleiali Gleiali

n.

'Maiglöcklein'. Jünger auch Maiariisli. Mhd. gleie 'Schwertlilie'.

gleich_1 gleich

'sofort, schnellstmöglich'. I chuma gleich 'ich komme sofort'. Mhd. gelîch(e).

gleichig gleichig

'gelenkig, beweglich'. Zu Gleich.

glenza glenza

(gglenzt)

'«glänzen»; böse, streng schauen'.
gletscha Gletscha

f. Pl. gl.

'grosses Stück von gepresstem Heu'.
gletschchaald gletschchaald

'eiskalt'. Der erste Wortteil zu rätoromanisch glatsch 'Eis'.

gletti Gletti

f. koll.

'«Glätte»', auch 'ebene Fläche'.
gliich gliich

'egal; trotzdem'. Mhd. gelîch. Vgl. auch näggliich.

gliicha_1 Gliicha

m.

Dr Gliicha tua 'so tun als ob'; nid dr Gliicha tua 'sich nicht umsehen, keine Anstalten machen'. Zu gliich.

glitzgara glitzgara

(gglitzgarat)

'glitzern'.
glogga Glogga

f. Pl. gl., Dim. Gloggi

'Glocke'.
gloggaganz gloggaganz

'«glockenganz»; noch vollständig erhalten'.

gloggaguad Gloggaguad

n.

'«Glockengut»; Metall, aus dem die Glocken gegossen werden; Bronze'.
glongger Glongger

m.

'Glockenklöppel'.
glore Glore

n.

'Harz, das aus der Rinde des Kirschbaumes fliesst'.
gloetter Glötter

n.

'wackeliges, unbrauchbares Gerät oder Ding'. Zu lottara.

glueaja glüaja

(gglüad)

'glühen'.
glufa Glufa

f. Pl. gl., Dim. Glüfali

  1. 'Sicherheitsnadel',
  2. im Dim. 'Stecknadel'.
gluggari Gluggari

f. Pl. gl.

'Bruthenne'.
glueuet Glüüt

n.

'Kirchengeläute'. Auch Chilchaglüüt.

gmach Gmach

n. Pl. Gmechher,

'«Gemach», Stall, Heuhütte'.

Mit Gmach kann jedes Gebäude ausser dem eigenen Haus bezeichnet werden.

gmeengg Gmeengg

n.

'Jammerei'. Zu meengga.

gmeind Gmeind

f.

  1. 'Gemeinde',
  2. 'Gemeindeverwaltung'.
I muas no uf d Gmeind '«ich muss noch auf die Gemeinde»', gemeint ist die Gemeindeverwaltung.
gmeindwaeaerch Gmeindwäärch

n.

'«Gemeinwerk»; Arbeiten im Dienste der Gemeinde oder einer anderen Gemeinschaft, z. B. einer Genossenschaft, speziell auf den Alpen. Vgl. etwa maiachäfara.

gmeindwaeaercha gmeindwäärcha

(gmeindwäärchat)

'Gmeindwärch verrichten'.

gmueder Gmüder

n.

'Abfälle, die nicht mehr zu gebrauchen sind'; im Gegensatz etwa zu Gräschb oder Pülschter, die man im Ofen verbrennen kann.

gmuttlat gmuttlat

'ungehörnt', von einer Geis. Vgl. Muttla.

gnaga gnaga

(gnagat)

'nagen'. Mhd. genagen.

gnappa gnappa

(gnappat)

'mit dem Kopf zustimmend nicken'. Mhd. gnappen 'wackeln; hinken'.

gnerig gnerig

'gut heilend, gesund, schnell heilend, heilsam'. An Gneriga sagt man von einem Menschen mit gutem Blut, dessen Wunden jeweils schnell heilen. Aus frz. guèrir 'genesen'.

gniglat gniglat

gniglat volla 'eben voll', nur von festem Material, im Gegensatz zu gschlifarat.

gnooss Gnooss
  1. f. 'Genossenschaft',
  2. m. 'Genossenschafter'.
gnoeoesser Gnöösser

koll.

'Kleinvieh' (Schafe und Ziegen).
gnossami Gnossami

f.

'«Genosssame»; Gemeinde'.
goedl Gödl

männlicher Vorname,

Kurzform von Gottlieb.

goggs Goggs

m.

'Zylinder, eleganter Hut', oft auch allgemein 'Hut'.
goof Goof

m. Pl. Goofa, Dim. Goofi

'Kind'. Zu ahd. goufana 'Handvoll'.

goofascheesa Goofascheesa

n.

'Kinderwagen'. Auch einfach Scheesa.

goola goola

(ggoolat)

'herumtollen'. Mhd. goln.

goeoerbsa göörbsa

(ggöörbsat)

'rülpsen'.
goepf Göpf

männlicher Vorname,

Kurzform von Gottfried.

gopfergaessa gopfergässa

'«gottvergessen»; enorm, gewaltig'.

gosscha Gosscha

f.

'Maul, Mund'. Nur in der Redensart an Gosscha verleera 'laut, angeberisch reden'. Vgl. auch Schnora.

gotta Gotta

f.

'Patin', bei der Taufe oder der Firmung. Mhd. gote.

gottafroo gottafroo

'sehr froh'. Zu Gott.

gottahaeaess Gottahääss

n.

'Kleid, welches man von der Taufpatin beim Schuleintritt erhält'. Zu Hääss.

goetti Götti

m.

'Pate', bei der Taufe oder der Firmung. Mhd. göte.

gottswilla Gottswilla

m.

'Gotteswille'. Nur in der Redewendung um da Gottswilla mit der Bedeutung 'umsonst, vergebens', oder als Ausruf des Entsetzens.

gotzig gotzig

'einzig'. Nur in der Redewendung bi eim gotziga Haar 'um ein Haar, beinahe'.

graad Graad

m. Pl. Gräät

'Grat, schmaler Bergrücken, der Höhenbereich am Horizont'. Mhd. grat.

graadwol Graadwol

n.

'«Geratewohl»'. Nur in der Redewendung uf ds Graadwol 'auf gut Glück'.

graagg Graagg

m. Pl. Graagga

'Krähe'. Lautmalender Ausdruck, vgl. mhd. graken 'krähen, schreien'.

graaggabadati Graaggabadati

f.

'«Krähenbadete»; Moos, das auf der Wasserfläche im Brunnentrog obenauf schwimmt'.

graani Graani

f.

'Geranie (Geranium silvaticum)'.
graapa graapa

(ggraapat)

'suchend greifen; grapschen'. Mhd. grâpen.

graata graata

(ggraata)

'«geraten», gelingen'.
grab Grab

n. Pl. Greber, Dim. Grabi

  1. 'Grab', auch Chilchalöchli,
  2. im Pl. 'Friedhof'. Uf da Greber 'auf dem Friedhof'; an Allerheiligen geht man am Nachmittag uf d Greber.
grabarippi Grabarippi

n.

'«Grabenrippe»; Abschluss des Schorrgrabens im Stall gegen den Stallgang'.

grad grad

'gerade, eben', übertragen 'ehrlich, aufrichtig'. I chuma grad 'ich komme gleich', schi ischt an Grädi 'sie ist eine aufrichtige Frau'.

gramilla Gramilla

f.

'Kamille (Matricaria Chamomilla L.)'
gramofoon Gramofoon

m.

'Schallplattenspieler'.
grampoola grampoola

(grampoolat)

'Lärm machen'. Dazu Grampooli m. 'lärmender, lauter Mensch'. Frz. caramboler 'zusammenstossen'.

granna Granna

f.

'Granne des Getreides', hauptsächlich der Gerste.
gras Gras

n. koll.

'Gras'.
graeschb Gräschb

n.

'Abfall', meist vom Holz. Vgl. auch Gmüder und Pülschter.

grasmuater Grasmuater

f.

'«Grasmutter»', Kinderschreck, der einschreitet, wenn die Kinder auf einer ungemähten Wiese spielen.

graeuala gräuala

(ggräualat)

'«gräuelen»', der Geschmack von alt, vergraut.
graeuba Gräuba

koll.

'Grieben'.
graeugts Gräugts

n. koll.

'«Geräuchtes»; geräuchertes Fleisch'.
graum graum

'«grausam»; sehr'. I ha mi graum verwunderat 'ich habe mich sehr gewundert'.

grauss grauss

'gross'.

gredi Gredi

f. Pl. Gredana

'«Geräde»; Geradigkeit', auch vom menschlichen Charakter.

greetsli Greetsli

n., weiblicher Vorname,

Kurzform und Koseform von Lukrezia.

greis Greis

n.

'andauerndes Hin- und Hergehen, Durcheinander von Menschen'. Auch Gläuf, vgl. auch Aggreis.

gretza Gretza

f. Pl. gl., Dim. Gretzi

'kleiner Ast, dürres Astholz', im Pl. 'Reisig, dornichtes Gestrüpp'.

griesmuas Griesmuas

n.

'«Griessmus», Mus aus Weizengriess'.
griiffa griiffa

(ggriffa)

'greifen'.
griima Griima

n.

'Bauchweh', hauptsächlich aber für Blähungen beim Vieh.
grind Grind

m.

derb für 'Kopf'. An Grind machha '«einen Kopf machen»; grinda'. auch Bölli.

grinda grinda

(ggrindat)

'stur sein, auf stur stellen'.
grisslat grisslat

'bunt gemischt, nicht einfarbig'.

gruaba Gruaba

f. Pl. gl., Dim. Gruabi

'Grube'.
gruana gruana

(ggruanat)

'«grünen»; grün werden'.
gruaz Gruaz

m.

'Gruss'.
grueaza grüaza

(ggrüazt)

'grüssen'. Laa sch mr schaa grüaza '«lasse sie mir grüssen»; richte ihr einen Gruss von mir aus'.

gruempl Grümpl

n.

'alter, ungeordneter Hausrat'.
gruemplruschtig Grümplruschtig

f.

dasselbe wie Grümpl. Vgl. Ruschtig.

gruendig gründig

ist Boden mit tiefer Humusschicht. Zu nhd. Grund.

grundsboda Grundsboda

m.

Nur in der Redewendung schi in Grundsboda schäma 'sich in den Grundsboden schämen'. Zu nhd. Grund und Boden.

gruesscha Grüsscha

f.

'Kleie'. Mhd. grüsch.

Gekocht vor allem als Hühnerfutter verwendet.

gruupa gruupa

(ggruupat)

'in die Knie gehen, kauern'.
gruuper Gruuper

m.

'Höcker-, Busch-, Kruppbohne', im Gegensatz zum Stichhl-Chifl. Zu gruupa.

gruusa_1 Gruusa

n.

'Grausen'. As ischt eim ds Gruusa cho '«es ist einem das Grausen gekommen»'.

gruusig gruusig

'«grausig»; unansehnlich; nicht wohlschmeckend'.

gschand Gschand

n.

'Schaden, Schädigung'. I allem Gschand dinna sii 'nur alles in Unordnung bringen'. Zum nachfolgenden gschenta.

gschenta gschenta

(gschent)

'Unordnung machen, etwas Verbotenes tun, stehlen', hauptsächlich von Kindern. Mhd. geschenden.

gschentig gschentig

'ungehorsam'. Zu gschenta.

gschif Gschif

n.

in der Verbindung Gschif und Gschir 'bewegliche Sennen- und Älplergebrauchsgegenstände', vor allem das Koch- und das Essgeschirr.

gschiid gschiid

'gescheit'.

gschir Gschir

n. koll.

  1. 'Küchengeschirr',
  2. 'Werkzeug, Gerät'. Siehe auch Gschif.
gschira gschira

(gschirat)

'auskommen'. Ma cha guat mid ma gschira '«man kann gut mit ihm geschirren»; man kann gut mit ihm auskommen'.

gschirblaetz Gschirblätz

m.

'Lappen zum Waschen des Geschirrs'. Auch Gschirfätza und Gschirlumpa. Zu Blätz.

gschirei Gschirei

n.

[gschiréi]

'Scherereien, Probleme'. Wennd de das asoo machischt, de hescht de ds Gschirei 'wenn du die Sache so angehst, wirst du Probleme bekommen'.

gschirfaetza Gschirfätza

m.

'«Geschirrfetzen»'. Auch Gschirblätz und Gschirlumpa. Zu Fätza.

gschirlumpa Gschirlumpa

m.

'«Geschirrlumpen»'. Auch Gschirblätz und Gschirfätza. Zu Lumpa.

gschirtruechhner Gschirtrüchhner

m.

'«Geschirrtrockner»; Tuch zum Trocknen des Geschirrs'. Zu Trüchhner.

gschis Gschis

n.

'übertriebene Freundlichkeit'. As Gschis ha mit jemandem 'jemanden überfreundlich, bevorzugt behandeln'.

gschlaecht Gschlächt

n. Pl. Gschlächter

'Geschlecht, Familienname'.
gschlaga gschlaga

ein Kuchen ist gschlaga, wenn er beim Backen inwendig pappig wird.

gschleipf Gschleipf

n.

'«Geschleipfe»; mühevoller Transport'. Zu schleipfa.

gschlifarat gschlifarat

gschlifarat volla 'eben voll', von flüssigem Material, im Gegensatz zu gniglat.

gschlueder Gschlüder

n.

'breiige, unappetitliche Masse', etwa von Speisen, aber auch vom Schneematsch auf den Strassen. Zu nhd. schluderig.

gschmuga gschmuga

'knapp bemessen, kümmerlich, spärlich'. Mhd. gesmogen.

gschnaeder Gschnäder

n. koll.

  1. 'Geschnatter', von Enten, aber auch von Menschen.
  2. allgemein 'Geplapper'. Zu schnadara.
gschnaell gschnäll

'schnell, rasch, eilig'. Vgl. auch schnäll, hurtig, rabid und weidli.

gschniglat gschniglat

'herausgeputzt', von Menschen. An Gschniglata 'ein herausgeputzter Mann'.

gschoora gschoora

'verhindert, mit etwas belastet (sein)'.

gschpaana Gschpaana

m. Pl. Gschpääna, Dim. Gschpäänli

'Spielkamerad'.
gschpass Gschpass

m.

'«Gespass»; Scherz, Witz, Spass'.
gschpaessig gschpässig

'«gespässig»; sonderbar, eigenartig, unverständlich'.

gschpliessa gschpliessa

(gschplossa)

'abschliessen'.
gschpoor Gschpoor

f.

'Vordach, äusserster Dachrand rings um das Haus'. Auch kurz Spoor.

gschprueng Gschprüng

n.

'stetiges, fast panikartiges, emsiges Hin- und Herrennen'. Dua ischt as Gschprüng gsi 'das gab ein Hin- und Herrennen'.

gschpur Gschpur

f.

'Spur'.
gschpueri Gschpüri

n.

'Gespür, Einfühlungsvermögen'
gschtaeaeltli Gschtäältli

n.

'Mieder'. Zu mhd. gestalt.

gschtabat gschtabat

'schwerfällig, unbeweglich, ungelenk'.

gschtabata Gschtabata

m. Gschtabati f.

'schwerfällige, unbewegliche Person'.

gschteel Gschteel

n.

'Gestell'.
gschteet gschteet

'langsam, bedächtig'.

gschtoossa gschtoossa

'«gestossen»'. Gschtoossa volla '«gestossen voll»; überaus voll'.

gschutzt gschutzt

'flink, (zu) schnell, stürmisch'.

gschweigga gschweigga

(gschweigt)

'ein Kind zum Schweigen bringen, wenn es weint'.
gschwind gschwind

'«geschwind»; schnell, für kurze Zeit'. Mhd. geswinde.

gschwueschterti, Gschwüschterti,

älter Gschwüschtragi Pl.

'Geschwister'.
gschwueschtrigs Gschwüschtrigs Chind

n. Pl. Gschwüschtragi Chind,

'Cousin, Cousine'.
gschwueschtrigs_1 Gschwüschtrigs

n.

'Geschwisterteil'.
gsetzli Gsetzli

n. Pl. gl.

'Strophe, Absatz'. Zu mhd. gesaz.

gsindl Gsindl

n.

'Gesindel'.
gsuecht Gsücht

n. koll.

'Gicht, Rheumathismus'.
gsuef Gsüf

n.

'«Gesöff»; Getränk', abschätzig. Zu suuffa.

gsund gsund

'gesund'. Bliib gsund 'bleibe gesund!' als Abschiedsgruss.

guad Guad

n. Pl. Güater, Dim. Güatli,

'Grundstück, Anwesen'.
guat guat

'gut'. Guat Nacht 'gute Nacht, guata Moorgat 'guten Morgen', guatan Aabat 'guten Abend', oder auch guat Nacht am säggsi 'gute Nacht um sechs Uhr' als Ausdruck des Erstaunens, guatschtaa 'gut stehen, Bürge sein'.

guatjaar Guatjaar

n. koll.

'Neujahrsgeschenk'. Es handelt sich um das Geldgeschenk an die Kinder an Neujahr.
gueatli güatli

'«gütlich»'. Schi güatli tua 'es sich (beim Essen) gut gehen lassen'.

guechha güchha

(ggüchhat)

'husten'.
guechhi Güchhi

m.

'(starker) Husten'.
gueggali Güggali

n.

'Henne'.
gugger Gugger

m.

  1. 'Kuckuck', dafür auch Guggugg,
  2. 'Person, die sich in ein gemachtes Nest setzt',
  3. 'Teufel', nur in den Redensarten ättas Guggersch 'etwas, was des Teufels ist' oder hol s dr Gugger 'hole es der Teufel'.
gueggl Güggl

m.

'«Güggel, Gockel»; Hahn'.
guggsa guggsa

(gguggsat)

'kalt winden mit Schneegestöber'.
guggugg Guggugg

m.

'Kuckuck'. Jünger für Gugger.

guggummara Guggummara

f.

'Gurke'. Italienisch cocomero.

gugguus gugguus

ruft man, wenn man sich versteckt hat bzw. nicht gesehen wird und auf sich aufmerksam machen willl. Zu kucken.

gugguusa gugguusa

'gugguus rufen'.

guglhopf Guglhopf

m.

'Gugelhupf'.
guglhopfmodl Guglhopfmodl

m.

'Backform für einen Gugelhupf'. Zu Modl.

guella Gülla

f. koll.

  1. '«Gülle»; Jauche',
  2. 'Lache, sehr kleiner Tümpel'.

 

Bei der Jauche wird unterschieden zwischen Stallgülla und Aabtrittgülla. Bedeutung 2 auch Gumpa und Lachha. Vgl. auch älteres Pschütti.

guellachaschta Güllachaschta

m.

'Jauchekasten'.
guellna güllna

'«güllnen»; Jauche auf die Wiesen ausführen'.

gummitasi Gummitasi

n.

'Freizeitschuh, Sportschuh'.  Kinderreim zum Namen Wisi: Wisi wasi, Gummitasi. Zu Tasi.

Ursprünglich blauer Gummischuh, er kam etwa zu Beginn der dreissiger Jahre auf.

gump Gump

m. Pl. Gümp, Dim. Gumpi

'einmaliger Hüpfer'. Vgl. auch Jugg und Satz.

gumpa_1 Gumpa

f.

'Lache'. Auch Lachha und Gülla.

gunna gunna

(ggunnat)

'gönnen'. Mhd. gunnen.

guntel Guntl

m.

'Eisenkeil mit Ring'. Vermutlich aus dem Romanischen.

Er wird zum Anbinden des Viehs in den Baarma geschlagen; auch als Eisenkeil, der zum Holzziehen verwendet wird.

gura Gura

f.

'starke, stark gebaute Frau'. Mhd. gurre 'schlechte Stute, schlechtes Pferd'.

guraschi Guraschi

n.

'Mut'. Vgl. auch Muad. Frz. courage.

guraschiert guraschiert

'mutig, furchtlos'.

guergitsch Gürgitsch

m.

'Vogelbeerbaum, Eberesche (Sorbus aucuparia L.)'. Die Beeren des Baumes nennt man Voglberi.

guttara Guttara

f. Pl. gl., Dim. Gütterli

'Flasche'.
gutz Gutz

m. Pl. Gütz, Dim. Gutzi

'ein wenig von einer Flüssigkeit'. Mhd. guz 'Guss, Erguss'. Auch Plapp.

gutzler Gutzler

m. Pl. gl.

Spottname für die Bewohner von Vaduz. Vermutlich Verballhornung des Namens Vaduz.
gutzlmischt Gutzlmischt

m.

'dickflüssiger (Kuh)mist ohne Einstreu'.
gutzwiisch gutzwiisch

'tropfenweise, langsam'. Zu Gutz.

guu Guu

m.

'Geschmack'. Auch Mang. Frz. goût.

guudla Guudla

f.

'Abwasser, das durch eine Rinne auf die Wiese geleitet wird', auch allgemein für schmutziges Wasser.

guuga Guuga

f.

'Wiesenkerbel (Chaerophyllum silvestre L.)'.
guutscha Guutscha

f. Pl. gl., Dim. Guutschi

'Bett, Liegestatt, Bettgestell im Stubi'. Mhd. gutsche.

guutschaboord Guutschaboord

n.

'Bettkante'.
gwaggsna Gwaggsna

m. Pl. Gwaggsni

'«Gewachsener»; Erwachsener'.
gwand Gwand

n.

'«Gewand»; Kleidund'. Auch Gwandig. Vgl. auch Hääss.

gwandig Gwandig

f.

'«Gewandung»; Kleidung'. Auch Gwand.

gwaett Gwätt

n.

'Verbindung der Stämme in den Ecken beim Rundholzbau'. Mhd. gewët.

gweechta Gweechta

f. Pl. gl.

'Wächte, zusammengeblasener Schneehaufen, überhängende Schneekante'. Zu nhd. wehen.

gwenna gwenna

(gwennd)

'gewöhnen'. Ma chönnt schi dra gwenna 'man könnte sich daran gewöhnen'.

gwerig gwerig

'strebsam, fleissig', auch von einem Menschen, der sich zu wehren weiss.

gwild Gwild

n.

'Wild'. Jünger für Wildi.

gwinna gwinna

(gwunna)

'Kirschen «gewinnen», ernten'; im Gegensatz zu Beri läsa 'Beeren ernten' und Ops plugga 'Obst ernten'.

gwirba gwirba

(gwirbat)

'gute Arbeit leisten'. Vgl. nhd. Gewerbe.

gwirbi Gwirbi

m./f.

'jemand, der gute Arbeit leistet, jemand der hart arbeitet'.

gwirbig gwirbig

'unternehmerisch'.

gwonat Gwonat

f. Pl. Gwonata

  1. 'Gewohnheit',
  2. 'Unart'.
gwundrig gwundrig

'wundrig'.

gwuesser gwüsser

'vermutlich, wahrscheinlich'. Gwüsser wol 'wahrscheinlich, wohl auch noch', gwüsser chund r nümma 'vermutlich kommt er nicht mehr'. Zu nhd. gewiss.

ha ha

(gha)

  1. 'haben',
  2. 'zu etwas haben; zu etwas anhalten'.
I ha schi dua scho zur Aarbat gha '«ich hatte sie dann schon zur Arbeit».
ha-a ha-a

[há-a]

'nein'.
haagga Haagga

m. Pl. Häägga, Dim. Haaggi

'Haken'.
haaggamesser Haaggamesser

n.

'«Hakenmesser»; Gertel'.
haaggastaegga Haaggastägga

m.

'«Hakenstecken»; Spazierstock'.
haalda Haalda

f. Pl. gl., Dim. Haaldi, Hääldali

'Halde, Abhang'.
haar Haar

n.

'Haar'. Um eis Haar, bi eim Haar, bi eim gotziga Haar '«um ein Haar»; beinahe'.

haara haara

(ghaarat)

'Haare verlieren', von Tieren.
haarbendl Haarbendl

m.

'«Haarbändel»; Haarband'.
haeaerd Häärd

m.

  1. 'Herd, Kochherd',
  2. koll. 'Erde'. Mhd. hërt m.
haeaerdoepfl Häärdöpfl

m.

'Kartoffel'. Gsotta Härdöpfl '«gesottene Erdäpfel»; Pellkartoffeln'.

haeaerdoepflribl Häärdöpflribl

m.

'Ribl mit Rösti zusammen'.

haarfa Haarfa

f. Pl. gl., Dim. Haarfi

'Harfe'

Es handelt sich um einen Stab mit kugelförmigem Drahtgeflecht an einemEnde, mit zur halben Länge gespannten, an Querstäben befestigtenDrähten (ähnlich einer Harfe) und dient zum Aufrühren und Zerteilen desBulders im Sennkessel.

haarli Haarli

m.

'Mann mit langen Haaren', negativ besetzt, im Sinn von 'ungepflegt'.
haeaermi Häärmi

n.

'Wiesel'.
haarnaadla Haarnaadla

f.

'«Haarnadel»'.
haarza haarza

(ghaarzat)

'«harzen»; klemmen', wenn etwas nicht so läuft.

haeaerza häärza

(ghäärzat)

'«herzen»; herzlich drücken'. Dua hed r mi scho fescht ghäärzat 'dann hat er mich schon herzlich an sich gedrückt'.

haeaess Hääss

n. Pl. Häässer, Dim. Häässli

'Kleid, Kleidung'. Vgl. auch Gottahääss, Gwand und Gwandig. Ahd. haz.

hab Hab

f.

'«Habe»; Herde'. As hed kei Hab '«es hat keine Habe»; es nützt nichts, wird nicht mehr besser.

habara habara

(ghabarat)

'essen'. Zu Haber.

haber Haber

m.

'Hafer'.
haechhla Hächhla

f. Pl. gl.

'Hanfkamm'.
hafa Hafa

m. Pl. Häfa, Dim. Hafi

  1. 'Topf', auch 'Krug' in jeder Art und Grösse mit mindestens einem Henkel,
  2. übertragen auch von einer korpulenten Frau.
hafner Hafner

m. Pl. gl.

'Töpfer, Hafenmacher'. Mhd. havenaere.

haeftlimachher Häftlimachher

m.

'Heftmacher'. Nur noch in der Redewendung uufpassa wia an Häftlimachher 'sehr genau aufpassen'.

hag Hag

m. Pl. Heg, Dim. Hagi

'Strauch, Busch'. Mhd. hac.

haga haga

(ghagat)

'Gestrüpp, Gebüsch aushauen'.
hagabooza Hagabooza

f.

'Hagebutte, Frucht der Hunds-Rose (Rosa canina L.)'.
hagabuachig hagabuachig

'derb, stark'. Ein hagabuachana Mann ist kraftstrotzend, aber auch eigensinnig und zäh.

hagaschwanz Hagaschwanz

m.

'dicker Stecken', meist aus der Haselnussstaude, zur Züchtigung, ursprünglich Ochsenziemer.

haegersch hägersch

'hager'.

hagl Hagl

m.

wie nhd. Hagel, aber auch 'Hagelwetter'.

hagla hagla

(ghaglat)

'hageln'. Bei starkem Hagel hagelt es Chrotta.

hagroosa Hagroosa

f.

'Hundsrose (Rosa canina)' oder 'Heckenrose (Rosa dumetorum Thuill.)'.

halbjeerig halbjeerig

'«halbjährig»; ein halbes Jahr alt'. Vgl. auch jeerig.

haelffa hälffa

(gholffa)

'helfen'.
haller Haller

m.

'Glockenklöppel'. Zu nhd. hallen.

halodri Halodri

m.

'leichtfertiger Mann'. Auch Kampl.

hals Hals

m. Pl. Häls, Dim. Halsi

'Hals'.
halsa halsa

(ghalsat)

'«halsen»; herzlich umarmen'.
halsbrueueni Halsbrüüni

f.

'Diphtherie'. Oft auch nur kurz Brüüni.

hals-cheeri Hals-Cheeri

f.

'«Halskehre»'.
haelslig Hälslig

m.

'kurzer Vieh-Strick'. Mhd. helslinc.

halstuach Halstuach

n.

'Schal'. 

Das nhd. Schal fehlt in der Mundart gänzlich.

hamma Hamma

f. Pl. gl.

'Bügel der Sense, mit dem sie am Woorb befestigt ist'. Mhd. hamme.

hammara hammara

(ghammarat) Dim. hämmerla

'mit dem Hammer schlagen'.
hampf Hampf

m.

'Hanf'. Etwas wie Hampf haben 'viel von etwas haben'.
hampfbraechhi Hampfbrächhi

f.

'«Hanfbreche»; Vorrichtung zum Brechen des Hanfes'.
hampfla_1 Hampfla

f. Pl. gl., Dim. Hämpfali

'Handvoll'. Auch Hampflata, vgl. auch Aarfl.

hampflata Hampflata

f.

'Handvoll'. Auch Hampfla.

hampfsaama Hampfsaama

m.

'Hanfsamen'. Wia dr Vogl im Hampfsaama '«wie der Vogel im Hanfsamen»', wenn es jemandem gut geht.

hana Hana

m. Pl. Häna

  1. 'Hahn',
  2. 'Wasserhahn'.
hanafuas Hanafuas

m.

'Hahnenfuss (Ranunculum L.)'.

hand Hand

f. Pl. Hend, Dim. Handi

'Hand' inkl. Arm. A d Hand gaa '«an die Hand gehen»; helfen'; a d Hand nä '«an die Hand nehmen»; zur Sicherheit jemandes Hand halten; in die Wege leiten'; as git s ma s de a d Hand '«es gibt es ihm dann an die Hand»; er kommt nicht umhin'.

handa handa

(ghandat)

'wilde Handbewegungen machen, mit den Händen fuchteln'. Auch hantiera.

handfueueschtl Handfüüschtl

m.

'schwerer Hammer'. Zu Fuuscht.

handl Handl

m. Pl. Händl

  1. 'Kauf-, Tauschgeschäft, Handel',
  2. im Plural Händl 'Streit'. Heid r Händl? 'habt ihr Streit?'.
handla handla

(ghandlat)

  1. 'die Zitzen der Kuh vor dem Melken massieren',
  2. 'einen Handl tätigen'.
Bedeutung 1 zu Hand.
handlanga handlanga

(ghandlangat)

'«handlangen»; Hilfsarbeiter sein; von Hand zureichen'.
handlanger Handlanger

m.

'jemand, der «handlangt», Hilfsarbeiter'.
handtruechhner Handtrüchhner

m.

'«Handtrocker»; Handtuch'. Zu Trüchhner.

hanga hanga

(ghangat)

'hängen'.
hanna Hanna

m., männl. Vorname,

Kurzform von Johann.

hanni Hanni

n., weibl. Vorname,

Kurz-/Koseform von Johanna.

hannis Hannis

m., männl. Vorname,

Kurzform von Johannes.

hansjoeri Hansjöri

m., männl. Vorname

Hans Georg.

hantiera hantiera

(hantierd)

'wilde Handbewegungen machen, fuchteln'. Auch handa.

hantli(g) hantli(g)

'handlich, gut handzuhaben'.

haentscha Häntscha

m. Pl. gl., Dim. Häntschi

'Handschuhe'.
haenza Hänza

f. Pl. gl.

'Heinze'.
haenzna hänzna

(ghänznat)

'Heu auf die Hänza geben'.

haepf Häpf

m.

'Hefe'. Auch Hefl und Prässäpf.

happara happara

(ghapparat)

'zweifelhaft sein'. As happarat 'es ist unsicher, es ist zweifelhaft'.

har har

'her, auf diese Seite'. Dür und har 'hin und her'; dahar 'hier her'.

haerminiera härminiera

(härminierd)

'sich wild aufführen'.
haerrgottsfrueaji Härrgottsfrüaji

f.

'«Herrgottsfrühe»'. I aller Härrgottsfrüaji 'sehr früh am Morgen'.

haerrgottswinchl Härrgottswinchl

m.

'Winkel in der Stuba, in welchem das Kruzifix hängt'. Auch Üserhärrgottswinchl.

harwaerts harwärts

'«herwärts»; in die diesseitige Richtung'.

hasa Hasa

m. Pl. gl., Dim. Hasi

'Hase'.
haschpl Haschpl

m.

'Garnwinde'. Mhd. haspel.

haschpla haschpla

(ghaschplat)

'etwas auf eine Rolle aufwinden'.
haselruata Haselruata

f.

'«Haselrute»; dünner Zweig der Hasla'.

haselstaegga Haselstägga

m.

'«Haselstecken»; Stägga aus Holz von der Hasla'.

hasla Hasla

f.

'Haselstrauch (Corylus Avellana L.)'.
haua haua

(ghaua)

'(gut) schneiden'. Ghaua oder gschtochha '«gehauen oder gestochen»; es darauf ankommen lassen'.

hauig hauig
  1. 'gut zu mähen' vom Gras,
  2. 'gut schneidend, scharf' von Messer, Sense etc. Auch schnitzig. Vgl. auch uhauig.
haupatasagg Haupatasagg

m.

'Laubsack, der als Kopfkissen dient'. Zum folgenden Haupati.

haupati Haupati

f.

'Kopfende des Laubbetts'. Siehe auch Chopfati für das Kopfende des Betts.

haeupli Häupli

n.

'ein Stück Vieh', auch 'kleine Anzahl von Vieh'. Zu nhd. Haupt.

hauptrippi Hauptrippi

n.

'eines der vier wichtigsten Rippi bei der Chrääza.

haex Häx

f. Pl. Häxa

'Hexe'.
heba heba

(ghebt)

'halten, aushalten, andauern'. As hebt lang a '«es hebt lange an»', wenn etwas ergiebig ist.

hebi Hebi

n. Pl. gl.

'Haltegriff'.
hebiisa Hebiisa

n. Pl. gl.

'Rammeisen'.
heel_1 Heel

f.

'Kette, an der der Sennkessel über dem offenen Feuer aufgehängt wird'. Verkürzt aus mhd. hâhel.

heer Heer

m.

'Dorfpfarrer'. Auch Pfar.

heerabira Heerabira

f.

Birnensorte. 

Zu Heer, ein Pfarrer soll die Sorte importiert haben.

hefl Hefl

m.

'Hefe'. Auch Häpf und Prässäpf.

hefla hefla

(gheflat)

'Sauerteig machen'.
hegl Hegl

m. Pl. gl.

  1. 'Taschenmesser',
  2. 'junger, ca. 1½-jähriger Stier'.
hei hei

'heim, nach Hause'. 

Gras friss i keis und moora gan i widr hei '«Gras fresse ichkeines und morgen gehe ich wieder heim»', soll ein Triesenberger, derals Knecht in Vaduz verdingt war, gesagt haben, als man ihm Salataufgetischt hatte.

heia heia

(gheiat)

'ein Kind wiegen'.
heida heida

Verstärkungspräfix 'viel, gross'. Heidagääld n. 'viel Geld', Heidanaarbat f. 'mühsame, langwierige Arbeit'.

heilig Heilig Schwundchruud

n.

oder Heilig Schwummchruud 'Echte Goldrute (Solidago Virga-aurea L.)' oder 'Kreuzkraut (Senecio Fuchsii Gmelin)'?. Umbildung aus Heidnisch Wundchruud '«Heidnisch Wundkraut»'.

Die Pflanze diente der Behandlung von Wunden.

heimala_1 Heimala

f.

'Guter Heinrich (Chenopodium Bonus-Henricus L.)'. Heilpflanze.

heimalig heimalig

'vertraut, angenehm'. Zu heimala.

heimatli Heimatli

n.,

seltener auch in der Einzahl Heimat n. 'Grundstück, auf welchem das Wohnhaus steht'. As Techhli, as Gmechli, as Füürli, as Heimatli 'ein kleines Dach, ein kleines Gemach, ein kleines Feuer, eine kleine Heimat'.

heimli heimli

'«heimlich»; leise, verstohlen'.

heimsch-chua Heimsch-Chua

f.

'«Heimischkuh»'. Die Kuh, die im Sommer zur Deckung des häuslichen Milchbedarfs im Stall behalten und nicht auf die Alp getrieben wird.

heita Heita

f. Pl. gl.

  1. 'Kinderwiege',
  2. 'auf der Heide wachsendes niederes Gesträuch, beerentragend', vor allem Heidelbeerstauden. Vgl. Heuperi. Mhd. heide 'unbebautes Land, Heidekraut'.
heiter_1 Heiter

m.

'feiner, kalter Wind; schwache Bise'. An Heiter zücht '«ein Heiter zieht»; es ist bissig kalt'.

helaga Helaga

m.

'«Heiliger»; hoher kirchlicher Sonntag'. 

A ma Helaga tuad ma kä Wüsch uf d Hengi,d. h. es war verpönt, an einem hohen kirchlichen Sonntag Wäsche zuwaschen, und vor allem diese dann sichtbar für die anderen an derWäscheleine trocknen zu lassen.

helg Helg

m. Dim. Helchli

'Heiligenbildchen'. Zu helig.

helig helig

'heilig'. Siehe auch Helaga.

hemm Hemm

n. Pl. Hemmer

'Hemd'.
hemmstinzeler Hemmstinzeler

m.

'kleines Kind, welches noch im (Unter-)Hemd herumläuft'.
hendisch hendisch

'«händisch»; von Hand'.

henga henga

(ghengt)

'hängen'. Heng d Wüsch uuf 'hänge die Wäsche auf'.

hengati Hengati

f.

'im Keller aufgehängtes Brett, Gestell'. Vgl. auch Broodchanzla.

hengi Hengi

f.

'Wäscheleine'. Zu einer Redensart siehe Helaga.

henna Henna

f. Pl. gl.

'Henne, Huhn'.
hennahuud Hennahuud

f.

'Hühnerhaut'.
hennaribl Hennaribl

m.

'Ribl aus Kartoffeln'.

hennaschis Hennaschis

m.

'«Hennenschiss», Hühnerkot'. Vor allem in der Redewendung all Hennaschis 'immer wieder'.

hennavogl Hennavogl

m.

'«Hennenvogel»; Hühnerhabicht'.
hert hert
  1. 'hart' allgemein, auch übertragen vom Schicksal,
  2. 'knapp'; hert dra vorbei 'knapp daran vorbei'.
hess Hess

m.

'kastrierter Eber'.
heuat Heuat

n.

'das Einbringen von Heu'.
heubaeaerg Heubäärg

m.

'«Heuberg»; steiler Berghang der geheut wird'. Dazu das Verb heubäärga, das die Heuarbeit auf dem Heubäärg bezeichnet. 

Das Heubäärga ist in den vierziger Jahren des 20. Jhs. als Gemeinschaftsarbeit aufgelassen worden.

heubaeaergavorsteher Heubäärgavorsteher

m.

'«Heubergevorsteher»; der für das Heubäärga Zuständige'.

Er wurde jeweils im Vorjahr für das folgende Jahr gewählt.

heubluama Heubluama

f. Pl.

'«Heublumen»; die aus dem Heu gefallenen Grassamen'.
heuburdi Heuburdi

n. Pl. gl., Dim. Heuburdali

'zusammengefasstes Heu, das von einer Person getragen werden kann'. Auch Burdi und Burdali.

heufueuelana Heufüülana

f. Pl.

Wetterzustand, etwa ein paar Minuten Sonne, dann wieder leichter Regen usw. Dieses Wetter macht das Heu faul. Zu Füüli.

heugabla Heugabla

f.

'«Heugabel»'.
heuperi Heuperi

n.

'Heidelbeere'. Es wird unterschieden zwischen: bläui Heuperi '«blaue Heuperi»; (Vaccinium Myrtillus L.)' und rööti Heuperi '«rote Heuperi»; Walderdbeere (Fragaria vesca L.)'. Zu Beri. Mhd. heitber (vgl. Heita).

heuscha heuscha

(gheuschat)

'verlangen', von Geld.

heustogg Heustogg

m.

  1. '«Heustock», Teil des Stalles, in dem das geerntete Heu ist',
  2. allgemein 'Heuvorrat'.
A Liechtmäss (2. Februar) sött no di besser Hälfti vam Heustogg umma sii 'an Lichtmess sollte noch die (qualitativ) bessere Hälfte des Heuvorrates verfügbar sein'.
heustraeffl Heusträffl

m.

'Heuschrecke'.
hiena Hiena

f.

'Henkel am Melkeimer'. Mhd. hiene.

himmel Himmel

m.

  1. wie nhd. 'Himmel',
  2. 'Baldachin', er wird an Fronleichnam getragen.
Bedeutung 2 auch Himmlata.
himmlata Himmlata

f.

'Baldachin'. Auch Himmel.

hina hina

'heute abend'. Ahd. hinaht.

hinderafuer hinderafür

z hinderafür 'verkehrt'.

hinderlaa hinderlaa

(hinderlaa)

'«hinterlassen», zurücklassen'.
hinderlegi Hinderlegi

f.

'Lager für Heu oder Stroh in oder neben der Tenne'. Legi zu nhd. legen.

hinderlig Hinderlig

m.

'Rückstand, Verzug'. Im Hinderlig sii 'im Rückstand sein', etwa mit einer Arbeit.

hinderschi hinderschi

'rückwärts'. 

Wenn man hinderschi geht, dann trägt man für den Teufel das Wasser (am Teifl ds Wasser trääga), Kinderglaube.

hindersinna hindersinna

(hindersinnat)

'sich zu viele Gedanken machen'. Auch verchopfa.

hindertili Hindertili

f.

'Kammer über der Chammara'.

hinna hinna

'hinten'.

hironi Hironi

m., männl. Vorname,

[híròni]

Kurzform von Hieronymus.

hirta hirta

(ghirtat)

'das Vieh hüten'. Auch hüata.

hischt Hischt

f.

'Lattengerüst an der Südseite des Stalles, welches zum Trocknen des Heus oder Getreides dient', aber auch einfach 'Südwand'. Vgl. Sunnasiita.

hischtna hischtna

(ghischtnat)

'das Aufhängen des Heus an der Hischt zum Trocknen'.

hitz Hitz

f.

'Hitze'.
hitzga hitzga

(ghitzgat)

'Hitze ausstrahlen'.
hobl Hobl

m.

'Hobel'.
hobla hobla

(ghoblat)

'«hobeln»'.
hof Hof

m. Pl. Höf, Dim. Hofi

'«Hof», Gutshof', auch der 'Platz vor dem Wohnhaus'.
hofali hofali

'behutsam, sorgsam; leise'. Tua hofali 'sei leise, sei vorsichtig'. Mhd. hovelich.

hogga hogga

(ghoggat)

'sich setzen, sitzen'. Hogg angi! 'setz Dich!'; hogga bliiba 'sitzen bleiben, eine Schulklasse wiederholen müssen'.

hoegga högga

(ghöggt)

'setzen'. Högg di 'setze dich'; i han an ghöggt 'ich habe ihn hingesetzt'.

hoja hoja

Ruf beim Viehtrieb. Vgl. auch busch und Looba.

hoel Höl

f.

'Hölle'. Mhd. helle.

hola hola

(gholat)

'holen'.
holder Holder

m.

'Holunder (Sambucus L.)'.
holderberi Holderberi

n. Pl. gl.

'Beeren des Holunders'. Es wird unterschieden zwischen den schwarzen (schwäärzi Holderberi) und den roten (rööti Holderberi) Holunderbeeren.

holderladwaeri Holderladwäri

f.

'Holunderkompott'. Zu Ladwäri.

holtscha Holtscha

m. Pl. gl.

'Holzschuh', übertragen auch für eine plumpe, ungeschickte Person.

holz Holz

n. Pl. Hölzer, Dim. Holzi, Hölzli

'Holz; Stück Holz'. I ds Holz gaa 'in den Wald gehen; Holz sammeln'.

holzbiiga Holzbiiga

f.

'«Holzbeige»; Stapel Holz'. Vgl. Biiga.

holzcholaniisa Holzcholaniisa

n. Pl. gl.

'«Holzkohleneisen»; Bügeleisen, welches mit Holzkohle beheizt wird'.

hoelzla hölzla

(ghölzlat)

ein Spiel mit Zündhölzern.
holzoepfl Holzöpfl

m. Pl. gl.

'«Holzapfel»; Frucht des Holzapfelbaums (Malus silvestris Miller)'.
holzsaeaega Holzsääga

f. Pl. gl.

'«Holzsäge»; lange Säge mit zwei Griffen', sie wird zu zweit bedient.
holzscheidi Holzscheidi

f.

'(Holz-)Keil'. Auch Scheidi; vgl. auch Spaaltwegg, Wegga und Biissa.

hoeoech hööch

alt für hooch, früher wohl auch an hööja Huad 'ein hoher Hut'.

hooch hooch

'hoch'. An hööhi Tanna 'eine hohe Tanne', as hoochs Huus 'ein hohes Haus'.

hoochalpa Hoochalpa

f.

'«Hochalpe», hoch gelegene Alp'.
hoochgschtreezt hoochgschtreezt

'hochnäsig, eingebildet, eitel (im negativen Sinn)'.

hoeoehi Hööhi

f. Pl. Hööhana

'Höhe, Berghöhe, Berggipfel, Anhöhe, Grat'. Mhd. hoehe.

hoona Hoona

f. Pl. gl.

'Deichselhalterung'.
hoeoera hööra

(ghöörd)

'hören', auch 'aufhören'. Höör amaal uuf 'lass das sein'.

hoora Hoora

n. Pl. gl., Dim. Höörali

'Horn'.
hooraschlitta Hooraschlitta

m.

'«Hornschlitten»; Schlitten für den Holz- und Heutransport'.
hoornig Hoornig

m.

'«Hornung»; Februar'. Da Hoornig 'im Februar'.

hoostig Hoostig

n.

'Hochzeit; Hochzeitsfeier'. Vgl. auch Trung.

hops hops

derb für 'schwanger'. Auch sälbander.

hoerchhla hörchhla

(ghörchhlat)

'heimlich und unerlaubter Weise zuhören'. Auch uushörchhla.

hosa Hosa

f. Pl. gl., Dim. Hosi

'Hose'.
hosaboda Hosaboda

m.

'Hosenboden, Teil der Hose, der das Gesäss bedeckt'.
hosalottari Hosalottari

m.

'nicht fertig oder schlecht angezogener Kerl'. Vgl. lottara.

hosalupf Hosalupf

m.

'Kampf'.
hosaluepfa hosalüpfa

(hosaglüpft)

'einen Hosalupf machen; kämpfen, streiten'. Zu lüpfa.

hosasagg Hosasagg

m.

'«Hosensack», Hosentasche'. Auch nur kurz Sagg.

hosasila Hosasila

f. Pl. gl.

'Hosenträger'. Auch nur kurz Sila. Zu mhd. sile.

hosaspanner Hosaspanner

m.

früher übliche Strafe in der Schule, bei der mit einem Haselstecken (Haselstägga) auf den Hintern geschlagen wurde (dabei wurde der Hosenboden vom Lehrer mit einer Hand «gespannt»).

hoschtat Hoschtat

f.

'«Hofstätte», Stelle, wo ein Gebäude steht'. Mhd. hovestat.

hoesi Hösi

m.

'kleiner Bub'. Zu Hosa.

hoesscher Hösscher

m.

'Schluckauf'. Zu mhd. heschen.

hotzli Hotzli

m.

'schlecht angezogener Mann'. Vgl. auch ghotzlat.

huad Huad

m. Pl. Hüad, Dim. Huati

'Hut'. Vgl. auch Goggs.

hueanlitaarm Hüanlitaarm

m.

'«Hühnchendarm»', ein Ackerunkraut.
huara huara

Verstärkungspräfix. An huara Läschba 'eine gehörige Schwatzbase'. Vgl. auch u.

huascht Huascht

m. Pl. Hüascht, Dim. Hüaschterli

'einmaliger Hustenstoss, hustenähnliches Geräusch'. Käs Hüaschterli '«kein Hüsterchen»; mäuschenstill'.

hueata hüata

(ghüat)

'das Vieh hüten'. Auch hirta.

huebsch hübsch

'schön', besonders vom Wetter.

Redewendung: wir gaand Immelbuu, dött würd ma hübsch und bruu '«wir gehen in Malbun, dort wird man schön und braun»'.

hudla_1 Hudla

f. koll.

'schlechte, alte Kleider', aber auch allgemein für die Kleidung. Hierher die Redewendung z Hudara und Fätza 'total zerrissen, kaputt'. Mhd. hudel 'Lappen', huder ist Nebenform.

hudli Hudli

m. Pl. gl.

'Trinker; Nichtsnutz; schlecht angezogener Mann; unzuverlässiger Mensch'. Daneben auch kurz für den Bollahudli.

huelf Hülf

f. koll.

'Hilfe'.
huelpa hülpa

(ghülpat)

'hinken, hinkend gehen'.
humperi Humperi

n.

[húmpèri]

'Himbeere (Rubus Idaeus L.)'. Zu Beri.

hundsnaella Hundsnälla

f.

'Blatt des Löwenzahns (Leontodon L.)'.
hung Hung

m.

'Honig'. Vgl. auch Immahung 'Bienenhonig'.

hurtig hurtig

'schnell, 'sofort'. Auch gschnäll, rabid, schnäll und weidli.

hutschi Hutschi

n. Pl. gl.

'Ferkel'.

In der Kindersprache für ein Schwein jeden Alters.

hutschla Hutschla

f.

'weibliches Schwein; Sau'. Auch Fäärli und Sau.

huetta Hütta

f. Pl. gl., Dim. Hütti

  1. 'Hütte';
  2. speziell 'mit dem Stall zusammengebauter Senn- und Wohnraum der Maiensässhütte', vgl. dazu auch Stubi.
huettachnaecht Hüttachnächt

m.

'«Hüttenknecht»; Knecht, der die Arbeiten in der Alphütte zu erledigen hat'. Für diese Arbeiten sind der Senn und der Zuasenn zuständig.

huettaschopf Hüttaschopf

m.

'«Hüttenschopf»; Anbau an der Hütta'.

huuba Huuba

f. Pl. gl., Dim. Huubi

'Haube'.
huud Huud

f. Pl. Hüüd, Dim. Huuti

'Haut'.
huuffa Huuffa

m. Pl. Hüüffa, Dim. Hüüffali, Huuffi

'Haufen'.
hueueffla hüüffla

(ghüüfflat)

'im Kartoffelacker die Kartoffelzeilen durch anhäufen von Erde erhöhen'.
huuffna huuffna

(ghuuffnat)

'anhäufen'. Ghuufnat volla 'eben voll'.

hueuena hüüna

(ghüünat)

'weinen' (von Erwachsenen), im Gegensatz zu räära bei Kindern. Mhd. hiunen.

hueuer hüür

'heuer'.

hueueria hüüria

'wie heuer; so wie in diesem Jahr'.

hueuerig hüürig

'heurig'.

huus Huus

n. Pl. Hüüscher, heute nur noch Hüüser, Dim. Hüüschi

'Haus'.
huusa huusa

(ghuusat)

  1. 'wohnen',
  2. 'sparen'. Vgl. auch huuslig.
hueueschla hüüschla

(ghüüschlat)

  1. 'spielen', nur von Kindern, bisweilen auch von Tieren, z. B. von Katzen,
  2. 'bloss mit etwas tändeln, nicht ernsthaft arbeiten'.
hueueschliwaar Hüüschliwaar

f. koll.

'«Ware zum Hüüschla»; Spielzeug'.

huusgang Huusgang

m.

'Hausflur, Gang'. Auch nur kurz Gang.

huuslig huuslig

'sparsam'. Auch sparig, vgl. auch huusa.

hueuet hüüt

'heute'.

huuta huuta

(kuutat)

'nur noch das Gröbste vom Heu zusammenrechen', besonders, wenn Regen dräut. Zu Huud.

hueuetdia hüütdia

'den ganzen Tag'.

hueuetig hüütig

'«heutig»; von heute'.

hueuetigstagsch hüütigstagsch

'heutzutage'.

i_1 i

'hinein', zeitl. 'in, innert'. I zwei Minuta 'in zwei Minuten'; i ds Huus i 'in das Haus hinein'.

ibinda ibinda

(ipunda)

'«einbinden»; (das Vieh) in den Stall treiben und dort anbinden'.
iblaeaeua iblääua

(iplääud)

'«einbläuen»; mit Gewalt lehren'.
ibriisa ibriisa

(ipriisat)

'einfädeln', vor allem von den Schnürsenkeln.
ichaellera ichällera

(ikällarat)

'«einkellern»; die Wintervorräte herrichten bzw. zubereiten'. Zu Chäller.

icheera icheera

(ikeerd)

'«einkehren»; eine Gastwirtschaft aufsuchen'. Auch zuacheera.

ichlempa ichlempa

(iklempt)

'«einklemmen»'.
ifallaga Ifallaga

n.

'Epilepsie', «das Einfallige».
ifassa ifassa

(igfassat)

'«einfassen»', z. B. einen Sack mit etwas füllen.
ifeesscha ifeesscha

(igfeesschat),

auch ifeeschna 'mit einer Feesscha versehen'.

ifueuera ifüüra

(igfüürat)

'«einfeuern»; Feuer (im Holzofen) machen'. Auch afüüra und füüra, vgl. auch alegga.

igae igä

(iggä)

'«eingeben»; Futter in den Baarma geben'. Auch ihandla, ihampfla.

ihampfla ihampfla

(ighampflat)

'Futter in den Baarma geben'. Auch igä und ihandla. Zu Hampfla.

ihandla ihandla

(ighandlat)

'«einhanden»; Futter (von Hand) in den Baarma geben'. Auch igä und imhampfla.

iheba iheba

(ighebt)

'«einheben»; lange anhalten'. As hebt i (das Essen) hält lange an; as fuarat und hebt i sagt man von einem üppigen, deftigen Essen, welches sättigt und einem den Hunger für lange Zeit stillt.

iifer Iifer

m. koll.

'Eifer', auch 'Eifersucht'.
iisa Iisa

n.

'Eisen'.
iisahuad Iisahuad

m.

'Eisenhut (Aconitum Vulparia L.)'.
iisaschuufla Iisaschuufla

f.

'«Eisenschaufel»'.
iisch Iisch

n. koll.

'Eis'.
iischig iischig

'«eisig»; gefroren'. Vgl. auch glasig.

iluaga iluaga

(igluagat)

'«einlugen»', beim Versteckspiel die Augen geschlossen halten, bis sich die anderen versteckt haben.

imachha imachha

(igmachhat)

'«einmachen»; konservieren'.
imachhglas Imachhglas

n.

'«Einmachglas»'.
imma Imma

f.

'Biene'. Mhd. imbe.

immachaschta Immachaschta

m.

'Bienenkasten'.
immachoorb Immachoorb

m.

'Bienenkorb'.
immahung Immahung

m.

'Bienenhonig'. Auch einfach Hung.

ina ina

'ihr; das ihrige'. Schii hännd ina Augaliecht verloora 'sie haben ihr Augenlicht verloren'; ina Holz 'ihr Holz'.

inaepsa inäpsa

(ignäpsat)

[ín`äpsa]

'einnicken'. Vgl. auch >>>näpsa.

infalentsa Infalentsa

f. koll.

'«Influenz», grippeartige Krankheit, die einen nicht ins Bett zwingt'.
inga inga

'«einher»; herein'. Chum inga 'komm herein', luag weidli inga 'schau kurz herein'.

ingri Ingri

m. Pl. gl.

'Engerling'.
irichtig Irichtig

f.

'«Einrichtung»'. Was heid ihr für an Irichtig? '«was habt ihr für eine Einrichtung?»; was macht ihr denn Kompliziertes. Auch Aggreis.

iriita iriita

(igritta)

'«einreiten». Ar hed n i ätta igritta 'er hat ihm etwas eingebrockt'.

iseiffna iseiffna

(igseiffnat)

'«einseifen»; jemanden für etwas gewinnen'.
itriiba itriiba

(itriba)

'«eintreiben», das Vieh in den Stall treiben'.
iwaelcha iwälcha

(igwälchat)

'«einweichen»; in Wasser einlegen', vor allem von der Wäsche. Auch einfach wälcha.

iwendaga Iwendaga

n. koll.

'«Inwendige»; Innenraum; das, was innerhalb liegt'. Vgl. auch Uuswendaga; zu einer Redensart siehe unter Teifl.

iwendig iwendig

'«inwendig», innen'.

ja ja

'ja'. Ja nu de halt, ja nu so de 'in Gottes Namen'.

jaeaegg Jäägg

m.

'Eichelhäher'. Kurz für Boonajäägg. Lautmalerisch, nach seinem Ruf.

jaeaemara jäämara

(gjäämarat)

'jammern, klagen'. Vgl. auch meengga.

jaeaemari Jäämari

m. Pl. gl.

'einer, der jammert'. Vgl. auch Meenggi.

jachham Jachham

m., männl. Vorname

Joachim.

jagig jagig

'brünstig', von Ziegen und Schafen.

jaesa jäsa

(gjäsat)

'gären', vom Most.
jaeschtala jäschtala

(gjäschtalat)

'alt, muffig, bzw. nach Schweiss riechen' (nur von Kleidern).

jass Jass

m. Pl. Jäss

'Kartenspiel'.
jassa jassa

(gjassat)

'«jassen»; Karten spielen'.
jaetta jätta

(gjättat)

'«jäten»; Unkraut entfernen'.
jaeugg Jäugg

m.

'Sonnenblick'. Vgl. auch Pföönajäugg.

jedwaedara jedwädara

'jeder; wer auch immer'.

jeerig jeerig

'ein Jahr alt, einjährig'.

jeha jeha

(gjeid)

'sprechen, sagen'. Oft auch als Einschub in der Erzählung jeid er 'sagt er', jeid sch 'sagt sie'. Mhd. jëhen.

Das Wort wird nicht mehr verwendet.

jenner Jenner

m.

'«Jänner»; Januar'. Da Jenner 'im Januar'.

jool Jool

m. Pl. Jööl

'dumpfer Schrei; einmaliges lautes Rufen'. Zu joola.

joola joola

(gjoolat)

'johlen, schreien'.
joessas Jössas Mareia

[j´össas marèia]

 '«Jesus Maria», um Himmels Willen'. Auch nur kurz Mareia [màréia].

jugg Jugg

m.

'Sprung'. Auch Satz, vgl. auch Gump. Zu jugga.

jugga jugga

(gjuggt)

'nach unten springen'. Im Gegensatz zu gumpa 'hüpfen, nach oben springen'.

juhee Juhee

n.

'Obergeschoss; Bereich der Schlafkammern'.
jula Jula

f., weibl. Vorname

Julia.

juli Juli

m., männl. Vorname,

Kurzform von Julius.

jungfara Jungfara

f. Pl. gl.

'Jungfrau'.
juppa Juppa

f.

'Halbrock'. Mhd. juppe.

kae

'kein, keine, keiner, keines', unbetont. Meentig 'niemals montags'; kän Aarbat 'keine Arbeit'.

kaalta kaalta

(kaalta)

'«gehalten»; an Ort und Stelle legen'. Auch versoorga.

kaarscht Kaarscht

m. Pl. Käärscht

'«Karst»; langstieliges zweizinkige Hacke'.
kab kab

'kompakt, stark gebaut; dicht'.

kaba kaba

(kabat)

'ein Holzgefäss durch Wässern abdichten'. Vgl. auch schwiina.

kalfakteri Kalfakteri

m. Pl. gl.

'einer der wichtig redet; Sprüchereisser'. Lat. calefactor 'Stubenheizer'.

kampl Kampl

m.

  1. 'runder Kamm',
  2. 'leichtfertiger Mann'.
In Bedeutung 2 auch Halodri.
kand kand

i chuma s kand '«ich komme es gehand»; ich schaffe es noch leicht'.

kapaara Kapaara

Genus unklar 'Handgeld' (beim Viehhandel). Ital. capparra.

kapaziiner Kapaziiner

m.

  1. wie nhd. Mitglied des Ordens,
  2. 'Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.).

 

Der Kapaziiner ist versuffa '«der Kapuziner ist ertrunken»' sagt man, wenn das Weihwasser im Gefäss ausgetrocknet ist.

karetta Karetta

f. Pl. gl.

'«Karette»; einrädriger Schubkarren'. Ital. carretta.

karettna karettna

(karettnat)

'mit einer Karetta Material transportieren'.

karioos karioos

'«kurios», komisch'.

karisiera karisiera

(karisierd)

'liebkosen, reden, plaudern'. Frz. caresser.

kaerli Kärli

m. Pl. gl.

'«Kerl»; starker, kräftiger Mann'.

karliina Karliina

f., weibl. Vorname

Karolina.

kasagg Kasagg

m.

'Schürze'. Frz. casaque.

kasis Kasis

koll.

'Streit'.
katriina Katriina

f., weibl. Vorname

Katharina. Dim. Katriini.

keia keia

(keid)

'«geheien»; fallen, stürzen'.
kili Kili

m., männl. Vorname

Kilian.

knopfat knopfat

knopfat und glatt '«geknüpft und glatt»; rechts und links', beim Lisma.

komfuus komfuus

'«konfus»; durcheinander'.

komooda Komooda

f. Pl. gl.

'Kommode'.
korloos korloos

'«gehörlos»; taub'. Auch töörsch.

krampus Krampus

m.

'«Krampus»; Gehilfe des Sämichlaas'.

kropfat kropfat

'«gekropft»; mit einem Kropf versehen'. Kropfata m., Kropfati f. 'Mensch mit Kropf', übertragen auch für Obst mit Auswüchsen.

kumeedi Kumeedi

f. koll.

'aufsehenerregendes Geschehen'. An u Kumeedi 'eine grosse Gaudi', aber auch 'ein grosses Durcheinander'. Frz. comédie. Vgl. auch Aggreis.

kundi Kundi

m. Pl. gl.

'Vagabund, Bettler, Spitzbube'.
kundsami Kundsami

f.

'«Kundsame»; Diskurs, Unterredung'.
kunterbiera kunterbiera

(kunterbierd)

[kùntrbíera]

'sich einordnen; gehorchen'.

kuntraeaeri Kunträäri

n.

'Gegenteil'. Frz. contraire.

kutz kutz di

'verschwinde'. Aus frz. couche-toi.

kutzi Kutzi

f.

'Wolldecke'. Mhd. kotze.

laa laa

(glaa)

'lassen'. Speziell auch 'durchlässig sein' für Flüssigkeiten, dazu auch übertragen 'willig sein' von Frauen (schi laad, d. h. '«sie lässt»; bei ihr hat man leichtes Spiel'); reflexiv schi derwiil laa 'sich Zeit lassen'.

laab Laab

n.

'Lab; Mittel um die Milch zur Käsebereitung gerinnen zu machen'. Mhd. lap.

laeaerpa läärpa

(gläärpat)

'laut und schnell essen, schlürfen'. Nebenform lääpa.

laeba läba

(gläbt)

'leben'. Läbat wol, läbat an Wöli '«lebt wohl»', als Abschiedsgruss.

laebtig Läbtig

m.

  1. 'Lebtag',
  2. 'Lärm, lautes Reden, Wichtigtuerei'.
Ünscher Läbtig 'solange wir leben'; miiner Läbtig nümma 'mein Lebtag nicht mehr'; schiiner Läbtig 'sein Lebtag'; heid ihr an Läbtig! 'seid ihr laut!'.
lachh Lachh

m. Pl. Lächh

'einmaliges schallendes Lachen'. Vgl. auch Glächh.

lachha Lachha

f.

'«Lache»'. Auch Gumpa und Gülla. Mhd. lache.

lada Lada

m.

  1. 'dickes Brett, Bohle',
  2. 'Fensterladen',
  3. '«Laden»; Geschäft'. 
Hauptsächlich ist die Lebensmittelhandlung im Dorf gemeint.
ladadieneri Ladadieneri

f.

'«Ladendienerin», Verkäuferin im Lada'. Auch Ladneri.

ladatissch Ladatissch

m.

'Verkaufstisch im Lada'.

laederoepfl Läderöpfl

m.

'«Lederapfel»'.
ladneri Ladneri

f.

'Verkäuferin im Lada'. Auch Ladadieneri.

ladwaeri Ladwäri

f. koll.

'dick eingekochter Beeren- oder Fruchtsaft'. Mhd. latwërge.

lafara lafara

(glafarat)

'«lafern»; dummes Zeug reden'.
lafari Lafari

m.

'dummer Schwätzer'. Vgl. auch Palafari.

laffa Laffa

f.

'«Laffe»; Schulterblatt bzw. vorderer Oberschenkel', besonders beim Rind.
laegala Lägala

f.

'Holzbehälter für Flüssigkeiten', meist für den Most. Mhd. laegele.

Eine Lägala fasst ca. 3 bis 5 l und hat vier Füsse, damit man sie stellen kann.

laegara lägara

(glägarat)

'das Vieh auf das Läger treiben'.

laeger Läger

n.

'«Lager»; Stelle auf der Alpe, wo das Vieh im Freien nächtigt. Mhd. lëger.

laggl Laggl

m. Pl. Läggl

'«Lackel»; Tölpel; dummer, kindischer Kerl'.
laggsaari Laggsaari

m.

[láksa:ri]

'dummer Mann'.
laggsiera laggsiera

(laggsierd)

[làksíera]

'den Laggsierer haben; dünnen Stuhlgang haben'.

laggsierer Laggsierer

m.

'Durchfall'. Auch Aabfüara.

laella Lälla

f. Pl. gl.

'Zunge', bei Tieren, derb auch bei Menschen.
lalli Lalli

m., auch Lälli Pl. gl.

'dummer Kerl'.
lam lam

'«lahm»; unbeweglich, ungelenk'. Verstärkt auch bogglam (vgl. bogg-). Mhd. lam.

lama lama

(glamat)

'«lahmen»; hinken', nur von Tieren.
lamaaschig lamaaschig

'«lahmarschig»; träge, langsam'.

lamentiera lamentiera

(lamentierd)

[làmentíera]

'schimpfen'. Vgl. auch chiiba und spedaggla.

lamm Lamm

n. Pl. Lemmer, Dim. Lammi, Lämmli

'«Lamm»; junges Schaf'.
lampa_1 Lampa

f. Pl. gl.

'«Lampe»; Beleuchtungskörper' jeder Art.
lamperii Lamperii

f.

'Wandleiste längs des Fussbodens'. Frz. lambris.

laena läna

(glänat)

'lehnen'.
land Land

n.

'das Liechtensteiner Oberland'. I ds Land aab '«ins Land hinunter»; in ein Dorf des Liechtensteiner Oberlandes hinunter', meist war früher Vaduz gemeint.

landa Landa

f. Pl. gl.

'Stange zum Führen eines Karrens'. Vgl. Schlosserchara und Zweiredler.

lang lang

'lange, lange andauernd'. Lang nid gsee '«lange nicht gesehen»', als Willkommensgruss.

langa langa

(glangat)

'«langen»; reichen, ausreichen, zureichen'. Vgl. auch handlanga.

laenggala Länggala

f.

längliche Birnensorte. Zu leng.

langurt Langurt

m.

'Halterung beim Leitarawaga'.

laeni Läni

f.

'(Stuhl-)Lehne'.
lappi Lappi

m.

'dummer Kerl'. Mhd. lappe.

laerma Lärma

m.

'Lärm'.
laesa läsa

(gläsa)

  1. 'lesen',
  2. Meia läsa, Beri läsa 'sammeln'. Vgl. auch gwinna und plugga.
laeschba_1 Läschba

f. Pl. gl.

'Klatschbase, schwatzhafte Frau'. Zu mhd. lësp m. 'Lippe'.

latriina Latriina

f.

'WC'. Nur sehr vereinzelt, Import aus dem Welschland. Auch Aport und Aabtritt.

laetsch Lätsch

m. Pl. gl.

  1. 'Masche' beim Lisma,
  2. 'saures Gesicht'.
latta Latta

f. Pl. gl.

'Latte'.
lattaleng lattaleng

'«lattenlang»; grossgewachsen'. Zu leng.

laetz lätz

'falsch, verkehrt'. Dr lätz Finger verbunda '«den falschen Finger verbunden»' sagt man wenn einer auf das falsche Pferd gesetzt hat; lätz ummi '«verkehrt herum»; auf die verkehrte Seite'.

latz Latz

m. Pl. Lätz, Dim. Latzi

'Brustfleck an Hemd oder Schürze', speziell der Blätz, der den Kindern beim Essen umgebunden wird. Mhd. laz.

laub Laub

n. koll.

'Laub, Baumblätter'.
lauba_1 Lauba

f.

'«Laubtenne»; Räumlichkeit für das Bettlaub'.

laeubi Läubi

f. Pl. Läubana

'Lawine'.
laeubizug Läubizug

m.

'«Lawinenzug»; Bergrinne, durch den die Lawinen zu Tal fahren'.
laubsagg Laubsagg

m.

'«Laubsack»; Sack, in welchem das Laub beim Lauba verstaut wird'. Vgl. Bettlaub.

laubwanna Laubwanna

f.

'«Laubwanne»; geflochtene Wanne, in welcher das Bettlaub gesäubert wird'. Vgl. wanna.

lauffa lauffa

(gloffa)

'gehen'.
laeuga läuga

(gloga)

'lügen'.
lauter lauter

'«lauter»' z lautera Fätza 'vollständig zerstört'.

lazioo Lazioo

f.

'Möglichkeit, Frist, Zeit, Wahl'. Lat. latio.

lee lee

'«lau»; lauwarm'. Kurz für leewaarm.

leepa Leepa

f. Pl. gl.

'dumme Frau'.
leera leera

(gleerd)

'leeren', auch 'lehren'. Das hed eu jetz gleerd '«das hat euch jetzt gelehrt», daraus habt ihr jetzt aber die Lehren gezogen.

leerch Leerch

m.

'Lärche (Larix decidua Miller)'. Jünger auch Leercha f.

leerchis Leerchis

n.

'Lärchenholz'.
leewaarm leewaarm

'lauwarm', auch kurz lee.

legga legga

(gleid)

'legen'.
lei Lei

m.

'Speiserest'. Auch Leipati.

leid leid
  1. 'von Menschen bösartig, boshaft',
  2. vom Wetter 'schlecht',
  3. 'wüst, hässlich'. 
Z leid 'zuleide', vgl. auch Trotz.
leidwaeaercha leidwäärcha

(leidgwäärchat)

'«leidwerken»; jemandem böswillig Schaden an Hab und Gut zufügen'.
leidwaetter Leidwätter

n.

'schlechtes Wetter'.
leim Leim

m.

'Lehm'. Mhd. leim(e).

leimig leimig

'lehmig'. Leimaga Boda 'Lehmboden'.

leimofa Leimofa

m.

'aus Lehm hergestellter Ofen'.

leimschuessla Leimschüssla

f.

'«Lehmschüssel»'.
leimstand Leimstand

m.

'Standplatz für das Vieh im Stall', dieser Platz war früher vielfach nur aus festgetretenem Lehm.

leipa leipa

(gleipt)

'übrig lassen', speziell von Speisen, Futter. Mhd. leiben.

leipati Leipati

f.

'Rest', hauptsächlich der Rest an Speisen oder Futter. Auch Lei. Zu leipa.

leisa Leisa

f. Pl. gl.

'Wagenspur, Schlittenspur'. Mhd. leise.

leitara Leitara

f. Pl. gl., Dim. Leiterli

'Leiter'.
leitarawaga Leitarawaga

m.

'«Leiterwagen», Wagen mit seitlichen Leitern'.
lemi Lemi

f.

'Lahmheit'. Ich bi an u Lemi 'ich bin richtig lahm, müde'. Zu lam.

leng leng

'lang'. Dr lieb leng Tag 'den lieben langen Tag'; da lengawäg 'längs'; so leng wia breit '«so lang wie breit»; ganz und gar egal'; z lengem 'in der Länge (der Zeit)'.

lenga lenga

(glengat)

'länger werden'.
lengarimee lengarimee

'«je länger, je mehr»'.

lengawaeg lengawäg

'«langsweg»'. Da lengawäg 'der Länge nach'.

lengwirig lengwirig

'«langwierig»; lange andauernd, mühsam'.

letschta Letschta

n.

'das Letzte'. Äns weer mr de no nid das Letschta 'das wäre mir dann noch nicht das Letzte'.

letzi Letzi

f.

'bleibender Schaden nach Unfall oder Krankheit', bei Mensch und Tier. Mhd. letze.

libeina Libeina

Ortsname Lawena (Triesen). I Libeina 'in der Lawena'.

librament librament

'vollständig'. Frz. librement.

lid Lid

n. Pl. Lider, Dim. Lidli,

  1. 'Holdeckel beim Holzfass', bezeichnet auch allgemein den Deckel für ein Holzbehältnis,
  2. 'Schwanz der Ziege'.
Mhd. lit.
lidloch Lidloch

n.

'Loch im Holzfass, welches durch das Lid geschlossen wird'.

lidoggs Lidoggs

m.

'Schnecke mit Schneckenhaus'.
lieb lieb

'lieb', siehe auch einig. Nid mid Lieb 'nicht mit grösster Anstrengung'.

liechta liechta

'Licht machen'. Tua mr liechta 'gib mir Licht', dazu auch zünta.

ligarlig Ligarlig

m.

'Träger des Stallbodens'. Mhd. ligerling.

ligga ligga

(gläga)

'liegen, schlafen'.
liichta liichta

(gliichtat)

'leichter werden, Gewicht verlieren'.
liida Liida Chrischti

n.

'«Leiden Christi»', ein Kreuz, das mit Marterwerkzeugen verziert ist.

liiha liiha

(gliha)

'«leihen», ausleihen'. Auch vertliiha.

liisa Liisa

f., weibl. Vorname,

Kurzform von Elisabeth.

liisi Liisi

n., weibl. Vorname,

Koseform von Liisa.

lilachhi Lilachhi

n.

'Leintuch'. Mhd. lînlachen.

lind lind

'weich', besonders von Obst, auch vom Most oder Wein, wenn er alt und ölig ist. Mhd. linde.

linga Linga

n.

'Gelingen'. Är hed kä Linga sagt man von jemandem, dem nichts gelingt.

lischbla lischbla

(glischblat)

'flüstern, leise reden'. Wohl zu läschba.

lisma lisma

(glismat)

 'stricken'. Mhd. lismen.

lismati Lismati

f.

'Strickzeug'.
lismer Lismer

m.

'gestrickter Pullover'.
lismispis Lismispis

m.

'Stricknadel'. Zu Spis.

litzig litzig

'schattig'. Auch uberschiinig. Litzig ist es dort, wo wenig Sonne hinkommt, litzihalb, litzisiitig ist die Schattenseite eines Bergtales, im Gegensatz zur Sunnasiita (sunnahalb), das Wort gehört zu lätz.

litzihalb litzihalb

siehe oben litzig.

litzisiitig litzisiitig

siehe oben litzig.

loch Loch

n.

'Loch'. Loch um! Ruf beim Saulochha.

loeffel Löffel

m. Dim. Löffelti, jünger auch Löffali.

  1. 'Esslöffel',
  2. im Dim. 'Kaffeelöffel',
  3. Gewichtsmass beim Messen des Milchertrags auf den Alpen.
loo Loo

m. Pl. Löö

'Lohn'. Dr Loo ha '«den Lohn haben», den Lohn erhalten (müssen)'.

looba Looba

f.

  1. 'Kuh',
  2. Lockruf für Kühe (vgl. busch und hoja). Ahd. lioba.
looner Looner

m. Pl.
Lööner

'Eisenbisse für die Radhalterung, Achsnagel beim Wagenrad'.
loeoera lööra

(glöörat)

'Obsttrester wässern'. Dazu Löörati f. 'Most von gewässertem Trester'.

losa losa

(glosat)

'horchen, zuhören'. Los mr! 'höre mir zu!'.

lottara lottara

(glottarat)

'(hörbar) lose sein'.

lottarig lottarig

'lose, unstabil'.

luaga luaga

(gluagat)

'«lugen», schauen'.
lueaja lüaja

(glüajat)

'brüllen', vom Vieh, wenn es laut und andauernd schreit. Mhd. lüejen.

luda Luda

m.

männl. Vorname, junge Kurzform für Ludwig.

ludi Ludi

dämm han i daludi 'den habe ich auf der Latte'. Zu ital. ludo 'Scherz, Spiel'?

luft Luft

m., Pl. Lüft, Dim. Lufti.

'Wind'.
lug Lug

f.

'Lüge'. Mhd. luc.

lugg lugg

'nicht fest angebunden; lose'. Lugg laa 'nach-, loslassen', auch nid lugg laa 'nicht nachgeben; nicht aufgeben'. Mhd. lugge.

lugga lugga

(gluggat)

'nachlassen, auch weniger werden, locker werden'.
lugghaft lugghaft

'lose, wenig kompakt', etwa vom Teig (an lugghafta Teig).

luis Luis

m.,

männl. Vorname, Kurzform von Alois.

lump Lump

m. Pl. Lumpa

'Säufer, charakterloser Mann'.
lumpa Lumpa

m. Pl. Lümpa

'Lappen, Stofffetzen'.
lungga Lungga

f. Pl. gl.

'Lunge'.
lupf Lupf

m. Pl. Lüpf, Dim. Lupfi

'einmaliges Anheben eines Gewichts'. Zum folgenden lüpfa.

luepfa lüpfa

(glüpft)

'heben, anheben'. Mhd. lüpfen.

lurenz Lurenz

m.,

männl. Vorname Lorenz.

lurgga lurgga

(glurggat)

'schwerfällig reden', von einem Menschen, etwa nach einem Hirnschlag, teilweise auch von Betrunkenen.
lutzi Lutzi

m.,

männl. Vorname, Kurzform von Luzius.

luetzl lützl

'wenig, klein'. Lützl weniger 'ein klein bisschen weniger'. Mhd. lützel.

luudara Luudara

f.

'abgewetzter, aber noch nicht ganz durchgeschabter Teil eines Kleidungsstückes', etwa an Ellbögen. Zu mhd. luoder.

luudarig luudarig

'abgewetzt, fadenscheinig'.

luuna Luuna

f. Pl. gl.

'Laune'. Vgl. auch Uluuna.

luus Luus

f. Pl. Lüüsch, Dim. Luusi

'Laus'. Lieber an Luus uf am Chruud as gar käs Fleisch '«lieber eine Laus auf dem Kraut, als gar kein Fleisch»'.

luusa luusa

(gluusat)

'«lausen», Läuse suchen'.
luuser Luuser

m. Pl. gl.

'Spitzbube, Schelm', nur zu Kindern.
lueuet Lüüt

koll.

'Leute'. Tua wia d Lüüt '«tun wie die Leute», sich anständig benehmen'.

lueueta lüüta

(glüüt)

'läuten', der Kirchenglocken oder der Türglocke.
lueuetaguu Lüütaguu

m.

'Gunst der Leute', von einer Person, die alle mögen. Zu frz. goût.

lueuetara lüütara

(glüütarat

'verdünnen'.
lueuetari Lüütari

f.

'Helle, Helligkeit'. Gang mr us dr Lüütari 'geh mir aus dem Licht'. Zu luuter.

lueuetariwasser Lüütariwasser

n.

'Schnaps nach der ersten Destillation'.
lueuetaschueuech lüütaschüüch

'«leutescheu»'. Lüütaschüüch und veenärrsch.

luuter luuter
  1. '«lauter»; nichts anderes als',
  2. 'hell, klar', nur noch in der Redewendung da luutera Taga 'am helllichten Tag'.
maala maala

(gmaalat)

'malen, zeichnen; etwas mit Farbe bestreichen'.
maana Maana

m.

'Mond'. Mhd. mâne.

maanat Maanat

m. Pl. gl.

'Monat'. Mhd. mânet.

maara maara

(gmaarat)

'mürbe werden, nachreifen', besonders vom Obst. Zu mhd. mar 'weich, mürbe'.

maarch Maarch

f. Pl. Maarchha

'Grenze'. Z Maarch gaa '«zu Maarch gehen»; vor dem Mähen die Flurgrenzen ablaufen und so eine sichtbare Spur ziehen'.

maarchha maarchha

(gmaarchhat)

'eine Maarch machen; Grenzen abstecken'.

maarti Maarti

m.,

männl. Vorname Martin.

Der Hl. Martin ist Patrom der Kapelle beim Steg.

maarx Maarx

m.,

männl. Vorname Max(imilian).

maasa Maasa

m. Pl. gl., Dim. Maasi

  1. 'Flecken', z. B. auf Kleidern
  2. 'Wundmal, blutunterlaufene Stelle am Körper'. Vgl. auch Flära.
maasleidig maasleidig

'unnachgiebig'. Zu mhd. maz 'Speise, Essen'.

machha machha

(gmachhat)

  1. 'machen',
  2. 'herstellen, erzeugen'. Uf da Wäg machha '(sich) auf den Weg machen', uf d Füass machha '(sich) auf die Beine machen'.
mada Mada

f. Pl. gl.

'Grasschwade, die beim Mähen entsteht'.
mader Mader

m. Pl. gl.

'Mäher; derjenige, der mäht'.
maedla mädla

(gmädlat)

'(kleine) Mada machen'. Vgl. auch madna.

madleena Madleena

f.,

weibl. Vorname Magdalena.

madleeni Madleeni

n.,

weibl. Vorname, Koseform von Madleena.

madna madna

(gmadnat)

'Mada machen'. Vgl. auch mädla.

madratza Madratza

f.

'«Matratze»'.
magara magara

(gmagarat)

'mager werden, weniger werden'.
magaschlus Magaschlus

n.

'Magenkrebs; Verschluss der Speiseröhre'.
magawee Magawee

n.

'«Magenweh», Magenschmerzen'.
magazii Magazii

n.

'Magazin', hauptsächlich der 'Schuppen, in welchem die Baumeister das Werkzeug untergebracht haben'.

magd Magd

f. Pl. Mägd, Dim. Magdi

  1. 'Magd',
  2. im Diminutiv lobend für das weibliche Kind, entsprechend Chnächt.
Mhd. maget.
mager mager

'mager', besonders von Personen und vom Fleisch, aber auch 'ungedüngt, einmähdig' vom Boden.

magerheu Magerheu

n.

[màgerhéu]

'Heu von einer ungedüngten Wiese'.
magerheua magerheua

(gmagerheuat)

[màgerhéua]

'das Magerheu einbringen'.

magerheuhuetta Magerheuhütta

f. Pl. gl., meist im Diminutiv Magerheuhütti

'Hütte auf dem Magerheuberg für das geerntete Magerheu'.

magerheutoora Magerheutoora

m.

'Eberwurz, Wetter-, Silberdistel (Carlina acaule)'.
magroona Magroona

f. Pl. gl.

'Teigware(n), Nudel(n)'. Ital. maccarone.
mai Mai

siehe Mei

mael Mäl

n.

'Mehl'. Chäärnis Mäl 'halbweisses Weizenmehl'. Mhd. mël.

malaad malaad

'krank'. Frz. malade.

malaeschta Maläschta

koll.

'Schwierigkeiten'.
maelch mälch

'«melk», Milch gebend; günstig (vom Gedeihen milchreicher Futterkräuter); ertragreich (an Heu)'.

maelcha mälcha

(gmälchat)

'melken'.
maelcheimer Mälcheimer

m.

'hölzerner Eimer, in den gemolken wird'.
maelchstual Mälchstual

m.

'Melkstuhl'.
malefitz Malefitz

m.

'ungezogenes, freches Kind'. Meist nicht böse gemeint.
maelig mälig

'mehlig', auch vom Obst oder von den Kartoffeln.

maelmaesli Mälmäsli

n.

'«Mehlmass»'.
maloeoer Malöör

n. Pl. gl.

'Missgeschick'. Frz. malheur.

maelsuppa Mälsuppa

f.

'Einbrennsuppe', in Fett geröstetes Mehl mit Wasser. Bleich wia an kotzati Mälsuppa '«bleich wie eine gekotzte Mehlsuppe'.

malta Malta

f.

'Mörtel'. Ital. malta., jünger für Pflaschter.

maeltruegga Mältrügga

f.

'Schublade für das Mehl im Küchenschrank'. Zu Trügga.

mamma Mamma

f. Pl. gl.

'Mutter'.
mammasuuger Mammasuuger

m.

'«Mamasauger»; Kind, das immer an der Mutter hängt'.
mang_1 Mang

m.,

männl. Vorname Magnus.

mangla mangla

(gmanglat)

'mangeln, fehlen'. As manglat ma a nüüd '«es mangelt ihm an nichts»'.

manglchruud Manglchruud

n.

'Mangold', eine Unterart der Rungglrääba.

manierli manierli

'«manierlich», artig, gesittet' vom Benehmen.

mantel Mantel

m. Pl Mäntel, Dim. Mäntali, Mantelti

'Mantel'.
marcht Marcht

m. Pl. Märcht

'Markt'.
maria Maria

f.,

[má:ria]

weibl. Vorname Maria.

mariili Mariili

n.,

weibl. Vorname, Koseform von Maria.

marood marood

'kränklich'. Frz. maraud.

marsch marsch

'schnell, sofort'. Jetz aber marsch 'aber sofort jetzt'. Zu frz. á la marche oder allez-marche.

marzaell Marzäll

m.,

männl. Vorname Marzell.

marzi Marzi

n.,

weibl. Vorname, Kurz-/Koseform von Marzellina.

maes Mäs

n. Pl. gl., Dim. Mäsli

'Mass'. Ds Mäs nä 'Mass nehmen, abwiegen'.

masbild Masbild

n. Pl. Masbilder,

'Mann' im Pl. 'Gesamtheit aller Männer'.

maschkaraada Maschkaraada

f.

'«Maskarade», Fasnachtsmaske'.
masig masig

ist Gras, welches sich nur schlecht zum Heuen eignet, schlecht zu dörren ist, etwa Schärlig, Plachta und Hundsnälla. Auch schwiimasig.

maess Mäss

f. Pl. Mässa

'Heilige Messe', vor allem die Messe am Sonntagmorgen (siehe Amt). Under dr Mäss 'während der Messe'.

maessbuach Mässbuach

n.

'«Messbuch», Gesangsbuch', es liegt in der Kirche auf.

masscha Masscha

f. Pl. gl., Dim. Masschi

  1. 'Masche', speziell beim Lisma,
  2. 'Schleife in einem Band als Haarschmuck oder Schmuck weiblicher Kleidung'.
maesswii Mässwii

m.

'«Messwein», der für das Messopfer bestimmte Wein'.

mataeuf matäuf

'«mannstief»; sehr tief'.

mateeri Mateeri

f.

'Eiter'.
mateias Mateias

m.,

männl. Vorname Matthäus.

matsch Matsch

m. Pl. Mätsch

  1. 'breiartige Masse', speziell vom nassem Schnee auf der Strasse, (Pflutsch),
  2. '«Match», Fussballspiel'.
matschig matschig

'breiig, weich'.

maeua mäua

(gmäuat)

'(wider)kauen', vom Vieh.
mausentig mausentig

mausentig alei 'ganz allein, als einzige(r)'.

maustood Maustood

m.

'Mäusetod', in der Redewendung schi der Maustood lachha 'sich halb tot lachen'.

mee mee

'mehr, öfter'. Ds meera 'in der Regel; meistens; gewöhnlich'; chomat mee 'besucht uns wieder' (Abschiedsgruss); as ischt mee as rächt 'das ist recht geschehen'; i ha s scho mee (va meena) ghöörd 'ich habe es schon mehrere Male (von mehreren) gehört; ma hed n scho mee vertwüsscht 'er wurde schon öfters erwischt'.

meeja meeja

(gmeed)

'mähen'.
meeli Meeli

n./f.

'der Ertrag des einmaligen Melkens'. Vgl. einermeelig und zweiermeelig.

meengga meengga

(gmeenggat)

'klagen; langweilig, unzufrieden sprechen'. Mhd. mengen. Auch jäämara.

meenggi Meenggi

m.

'Jammerer, Nörgler'. Auch Jäämari.

meentig Meentig

m.

'Montag'. A ma Meentig 'montags'.

meetersaeaega Meetersääga

f.

'«Metersäge», Zurichtsäge'.
megari Megari

f. Pl. Megarna

'Magerwiese, ungedüngte Wiese'. Zu mager.

megarlimuggi Megarlimuggi

m. Pl. gl.

'sehr schlanker, dünner Mann'. Zu mager.

meggara meggara

(gmeggarat)

'meckern'.
meia_1 Meia

m.

der Monat Mai. Da Maia 'im Mai'.

meiachaefara meiachäfara

(meiakäfarat)

'Maikäfer einfangen'.

Die Maikäfer wurden als Schädlinge eingefangen, in heissem Wassergebrüht und dann im Chäferloch vergraben; das Einfangen derMaikäfer gehörte zum Gmeindwäärch.

meiachaefer Meiachäfer

m.

'Maikäfer'.
meiagschir Meiagschir

n.

'Blumentopf'.
meiariisli Meiariisli

n.

[mèiarí:sli]

'Maiglöckchen', nur von den gezüchteten. Älter Gleiali.

meiasaes Meiasäs

n.

'«Maiensäss», Frühlings- und Herbstalpe. In Triesenberg sind das Steg und Silum.

meiastender Meiastender

m.

'«Maienständer», Blumengestell'.
meili Meili

n.,

weibl. Vorname, Spielform von Maria.

meina meina

(gmeind)

'meinen'. Guat meina '(es) gut meinen', ich ha gmeind ... 'ich habe geglaubt ...', ma chönnt meina 'man könnte meinen', äns will i meina 'das will ich schon annehmen.

meiraad Meiraad

m.,

männl. Vorname Meinrad.

meiti Meiti

n. Pl. Meitla, Meitja

'Mädchen'. 

Redensart: Um und um sind d Läda zua, und um und um gid s Meitla gnuag, und we ma wil di schönschta druus, muas ma halt ga Fromahus.

meitlaschmegger Meitlaschmegger

m.

'«Mädchenschmecker»', Schimpfwort in der Kindersprache für einen Knaben, der sich oft mit Mädchen abgibt. Zu schmegga.

meng meng

'viel, manch'. Mengs Stüggli Vee 'viele Stück Vieh', mengi Stund 'viele Stunden', menga Tag 'viele Tage lang'.

menga menga

'mancheiner'.

mengi mengi

'mancheine'.

mengs mengs

'mancheines'.

mengsmaal mengsmaal

'manchmal, oft'. I ha mengsmaal a di dengt 'ich habe oft an dich gedacht'. Auch vilhaft.

meni Meni

f.

'Fuhrwerk; Rinder oder Ochsengespann'. Mhd. mene, menî.

mensschala mensschala

(gmensschalat)

'«menscheln»'. As mensschalat '«es menschelt», es zeigen sich menschliche Schwächen'.
mensschamuegli mensschamügli

'menschenmöglich'.

merggis Merggis

fiktiver Ort in der Redewendung du bischt au nid va Merggis 'du kommst auch nicht aus Merggis'. Zu mergga 'merken'.

merza Merza

m.

der Monat März. Da Merza 'im März'.

merzabuschi Merzabuschi

n.

'die- oder derjenige, die (der) am 1. März zum Merzabuschi gemacht wird'.

Was heute der 1. April ist, war vor allem für die Kinder früher der 1. März.

merzafueli Merzafüli

n.

'«Märzfohlen», Grünspecht'. Nach seinem, dem Wiehern ähnlichen Geschrei.

merzameia Merzameia

f.

'Gänseblümchen (Bellis perennis L.)'.
messerla messerla

(gmesserlat)

Bubenspiel mit dem Hegl. Der Hegl muss in verschiedenen Varianten (mit Umdrehungen, geworfen, vom Finger, von den Knien etc.) so auf den meist feuchten Erdboden fallen, dass er stecken bleibt.

metzg Metzg

f.

'Metzgerei'.
metzga metzga

(gemetzgat)

'«metzgen», schlachten'.
metzgata, Metzgata

f.

auch Metzgati 'die Tätigkeit des Metzgens', zuweilen auch der Ertrag des einmaligen Metzgens.

michhl Michhl

m.

männlicher Vorname Michael.

Kinderreim: Michhelti, Machhelti, brunzat i ds Chachhelti, ds Chachhelti rinnd, ds Michhelti stingt.

mid mid

'mit'. Mid Huud und Haar '«mit Haut und Haar»; mid Stumpf und Stil '«mit Stumpf und Stiel»'.

midatag Midatag

m.

'Mittag'. Z Midatag 'zu Mittag, Mittagessen'; z Midatag trääga '«zu Mittag tragen», das Essen zur Heuarbeit bringen'; a ma Midatag 'jeweils mittags'.

midataglueueta Midataglüüta

n.

'Mittagläuten', täglich um 11 Uhr.
mies Mies

n.

'Moos'. Mhd. mies.

miesa miesa

(gmiesat)

'«moosen», die Fugen zwischen den Balken, z. B. beim gestrickten Haus mit Moos verstopfen'.
mieta mieta

(gmietat)

'dem Vieh Salz verabreichen'. Mhd. mieten 'etwas verabreichen'.

migga Migga

f.

'süssliches Weissbrotgebäck'. Mhd. micke 'kleines Brot'.

migla Migla

f. Pl. gl.

'Brosame, Krümel'. Rätoromanisch micla.

miglata Miglata

f.

'herumliegende Brosamen', kollektiv für Migla.

mii mii

'mir, mein', miina 'meiner', miini 'meine'. Wäga miina 'wegen meiner'.

milbuu Milbuu

n.

  1. mundartlich für Malbun,
  2. as Milbuu 'ein Besitz im Malbun'.
milch Milch

f. koll.

'Milch'. Gänzi Milch 'Vollmilch'; bläui Milch 'entrahmte (aabgraumati, vgl. aabrauma) Milch'; gschtoggti («gestockte») bzw. diggi («dicke») Milch 'geronnene Milch'. Vgl. auch Zentrifuugamilch und Anchmilch.

milchbanch Milchbanch

f.

'«Milchbank», Bank an der Vorderseite des Stalls, auf welche die Milchkübel gestellt werden'.
milchboga Milchboga

m.

'«Milchbogen», Tabelle oder Verzeichnis des Milchertrags der einzelnen Kühe auf der Alpe'. Vorgänger des Milchbuachs.

milchbuach Milchbuach

n.

'«Milchbuch», Verzeichnis des Milchertrags der einzelnen Kühe auf der Alpe'.

milchfuarma Milchfuarma

m.

'«Milchfuhrmann», derjenige, der die Milch von den Alpen holt und in die Sennerei führt'.

milchmuas Milchmuas

n.

'«Milchmus»'.
milchsiihi Milchsiihi

n.

'Milchsieb'. Zu Siiha.

milchzentraali Milchzentraali

f.

'«Milchzentrale», Milchsammelstelle, Sennerei'.

mili Mili

m.

männl. Vorname, Kurzform von Emilian oder Maximilian.

mischgla_1 Mischgla

f.

'Mistel'. Mhd. mistel.

mischter Mischter

m.

'«Mister», derjenige, der auf der Alp die Ställe auszumisten hat'.

mischtlaeger Mischtläger

n.

'«Mistlager», Mistgrube'. Auch Mischtloch.

mischtloch Mischtloch

n.

'«Mistloch», Mistgrube'. Auch Mischtläger.

mischttruegga Mischttrügga

f.

'eine Trügga für Mist'.

Sie wurde meist auf einem vierrädrigen Karren transportiert.

misesscha Misesscha

n.

  1. mundartlich für Masescha,
  2. 'ein Besitz auf Masescha'.
misschla misschla

(gmisschlat)

'«mischen»', besonders beim Kartenspiel. Jünger für mischgla.

mitraegg miträgg

'schmutzig', wörtlich «mit Dreck». Siehe Drägg.

mitwuchha Mitwuchha

m.

'Mittwoch'. A ma Mitwuchha 'mittwochs'.

mobed Mobed

n. Pl. gl., Dim. Mopedli

'Moped, Mofa'

modl Modl

m. Pl. Mödl

  1. 'Hohlform', etwa für Gebäck,
  2. 'Aussehen, die Ähnlichkeit mit den Eltern'. Vgl. auch Schlag.
moeggala möggala

(gmöggalat)

'ranzig, nicht mehr ganz frisch riechen', nur vom Fleisch, bei der Butter sagt man reeggala.

molcha Molcha

n. koll.

'Ertrag an Milch und Milchprodukten auf der Alp'. Ds Molcha hola 'den Milch- und Käseertrag auf der Alp abholen'. Mhd. molchen.

moora moora

'morgen'. Mhd. morne.

moorgat Moorgat

m. Pl. Möörgat

'Morgen'. Z Moorgat 'zu Morgen, Morgenessen'; am Moorgat 'morgens'. Auch Moorgend.

moorgatraega Moorgaträga

m.

'Morgenregen'. In der Redewendung Moorgaträga und Wiiberwee sind am Nüüni niena mee 'Morgenregen und der Kummer der Weiber sind um 9 Uhr nirgends mehr'.
moorgend Moorgend

m.

Aussprachevariante zu Moorgat.

moorggs Moorggs

m. Pl. Möörggs, oft auch koll. Murggsata f.

'mühsames Tun, schwere Arbeit'.

moorggsa moorggsa

(gmoorggsat)

'«murksen»; nur mühsam bewerkstelligen; etwas gewaltsam zustande bringen'.
moriggsla moriggsla

(gmoriggslat)

'töten'. Vermutlich zu murksen.
mort Mort

m.

'Mord', in der Redewendung uf Mort und Brand '«auf Mord und Brand», mit übergrossem Eifer.

morz morz

Verstärkungspräfix 'ziemlich'. An morz strengi Aarbat 'eine ziemlich strenge Arbeit', auch an morz Kärli 'ein ziemlicher (= ziemlich grosser, starker) Kerl'.

moscht Moscht

m.

'«Most», saurer, alkoholhaltiger Apfelmost'.
moschta moschta

(gmoschtat)

'«mosten», Moscht machen'.

moschtfaesli Moschtfäsli

n.

'«Mostfässlein», Holzfass für Most'.
moschti Moschti

f.

'Mosterei', der Raum, wo der Most bereitet wird.
moschtops Moschtops

n.

'Mostobst'. Man unterscheidet Moschtops und Falops.

moessch Mössch

n.

'Messing'. Mhd. messe.

mott-tag Mott-Tag

m.

'Tag, an welchem Mottwätter herrscht'.
mottwaetter Mottwätter

n.

'bewölktes, trübes Wetter'. Vgl. muussig und Mott-Tag, auch Muudertag.

muad Muad

m. koll.

  1. 'Mut',
  2. 'Absicht'. 
Warhi hescht Muad? 'wohin (zu gehen) hast du im Sinn?'. Mhd. muot. Im nhd. Sinn 'Mut' nicht üblich, dafür eher Guraschi.
muas Muas

n.

'«Mus», Brei', speziell das Griesmuas.

muasa muasa

(gmuasat)

'Mus machen'.
muasla muasla

(gmuaslat)

'«muslen», (sinnlos) in etwas herumrühren, herumstochern.

muaspfanna Muaspfanna

n.

'«Muspfanne», Pfanne, in welcher das Mus gekocht wird'.
muassa muassa

(muassa)

'müssen'. Mua ma? 'muss man?'

muata Muata

f.

'Holzgefäss für die Aufbereitung des Mehls zu Teig beim Backen; Holzgefäss, in dem der Brotteig geknetet wird'. Vgl. auch Chnättmuata. Rätoromanisch muotta 'Gepse'.

muatergottes-chaefer Muatergottes-Chäfer

m.

'Marienkäfer'.
mudara mudara

(gmudarat).

As mudarat sagt man vom wechselhaften Wetter, oder auch, wenn das Wetter schlechter wird.

mueffala müffala

(gmüffalat)

'modrig riechen'. Zu nhd. muffig.

muga muga

(muga)

'mögen'.
mugga Mugga

f.

'Mücke'.
muggatanz Muggatanz

m.

'«Mückentanz»; der Tanz der Mücken am Abend'. Muggatanz, moora Glanz '«Mückentanz, morgen Glanz»: wenn die Mücken tanzen, ist am nächsten Tag schönes Wetter'.

mueggla müggla

(gmügglat)

'stottern'.
muegglaga Mügglaga

m. Pl. Mügglagi

'Stotterer'.
muggs Muggs

m.

'einzelner Laut'. Kä Muggs mee '«kein Muggs mehr», totenstill'. Siehe auch vermuggsa

muggsa muggsa

'einen Laut von sich geben'. Auch vermuggsa.

muggsiera muggsiera

Nebenform zu muggsa.

muegli mügli

'möglich'.

muheimali Muheimali

n. Pl. gl.

'Grille'.
mueli Müli

f. Pl. Mülana

  1. 'Mühle',
  2. Stellung beim Nüünimaal (vgl. Figgi).
muli Muli

m. Pl. gl.

'Maulesel'.
mundi Mundi

m.

männl. Vorname, Kurz- bzw. Koseform von Emund.

mungga mungga

(gmunggat)

'(andauernd, auch widerwillig) kauen'.
munggalibruu munggalibruu

'braun'. Munggali wohl zu Mungg 'Murmeltier'.

muni Muni

m.

'Stier'.
muenz Münz

f. koll.

'Kleingeld'. Ahd. munizza.

munzig munzig

'sehr klein; kaum sichtbar, winzig'.

mura mura

(gmurat)

'«murren», nörgeln'. Vgl. auch sura.

muraelli Murälli

m. Pl. gl.

'Hund'. Zu rätoromanisch murel 'Halsband für Hunde und Katzen'?

murb murb

'gefügig, weich'. Ar ischt murba woorda 'er hat sich gefügt'; auch von weichem Obst. Mhd. mürwe.

murbl Murbl

m. Pl. Mürbl, Dim. Murbelti

'Murmeltier'. Ahd. muremuntî, mit vielen Spielformen. Auch Burmenta.

murblschmutz Murblschmutz

m.

'Fett des Murmeltieres'. Auch Burmentaschmutz.

muschper muschper

'munter, lebhaft'. Auch buschper.

musschala Musschala

f. Pl. gl.

'lederner Riemen mit vorstehenden Nägeln'. Er wird auf der Alpe den Kälbern vorgebunden, um sie am Saugen bei den Kühen zu hindern. Zu frz. muselière 'Maulkorb'.

muesschali Müsschali

n. Pl. gl.

'ein Viertel eines Holzstamms, aus dem Schindeln geschnitten werden'.
mutsch Mutsch

m.

'Nutztier, das einen unschönen Kopf hat'. Mhd. mutsche 'Geringes'.

mutschleer mutschleer

'ohne jeglichen Inhalt; vollkommen leer'.

muetschli Mütschli

n.

'Weissbrotgebäck mit Rosinen'. Mhd. mütschelin zu mutsche 'kleines, geringes Brot'.

Kinder erhalten von den Taufpaten an Fronleichnam ein paar Mütschli; Fronleichnam wird auch Mütschlisunntig oder Mütschlitag genannt.

mutterna Mutterna

f.

'Alpen-Mutterwurz (Ligusticum mutellina)'.

Das geschätzteste und milchergiebigste Futterkraut der Alpenweiden.

muttla Muttla

f. Pl. gl.

'ungehörnte Ziege'. Vgl. gmuttlat. Zu lat. mutilus 'verstümmelt'.

muetzer Mützer

m. Pl. gl., Dim. Mützerli

'kleine Maus, Spitzmaus'.
muudertag Muudertag

m.

'Tag, an welchem muussigs Wetter herrscht (trüb, bewölkt)'. Siehe auch Mott-Tag und Mottwätter.

muul Muul

n.

'«Maul»; Mund'. Vam Muul aabspara 'vom Mund absparen'. Mhd. mûl.

muula muula

(gmuulat)

'«maulen», murren'.
muulati Muulati

f. koll.

'andauerndes Murren'.
muulfueueli Muulfüüli

f.

'«Mundfäule»; Schleimhautentzündung im Mund'.
muuli Muuli

m.(f.)

'einer, der (andauernd) mault'.
muuloorgla Muuloorgla

f.

'«Mundorgel»; Mundharmonika'.
muulwaeaerch Muulwäärch

n.

'«Maulwerk», Mundwerk'.
muura_1 Muura

f. Pl. gl., Dim. Müürli

'Mauer'.
muuralatta Muuralatta

f.

'«Mauerlatte»; auf der Fundamentmauer liegender oder in diese eingemauerter Balken als Unterlage der Bodenbretter'.

muurer Muurer

m. Pl. gl.

'«Maurer»'.
muurerchella Muurerchella

f.

'«Maurerkelle»'.
muurerhosa Muurerhosa

f.

'«Maurerhose»; Überziehhose des Maurers'.
muus Muus

f. Pl. Müüsch, Dim. Muusi

'Maus'. Mhd. mûs.

muusa muusa

(gmuusat)

'«mausen»; Mäuse fangen'.
muusbei Muusbei

n.

'Mäuseknochen'. Muusbei mager 'mager, wie ein Mäuseknochen'. Zu Bei.

muuser Muuser

m.

'«Mauser»; wer (auch im Auftrag der Gemeinde) Mäuse fängt'.
muusfalla Muusfalla

f.

'«Mausefalle»'.
muussa muussa

(gmuussat)

vom Wetter, wenn es muussig ist. As muussat asoo umma '«es (das Wetter) muussat so herum»'.

muussig muussig

'bewölkt, trüb' (ohne Regen). Bei muussigem Wetter hat man magergeheut. Vgl. auch Mottwätter, Mott-Tag und Muudertag.

nae

(gnu)

'nehmen'.
naa naa

'nach'.

naach naach

'nahe'.

naachpuur Naachpuur

m.

'Nachbar'.
naadisnaa naadisnaa

'nach und nach'.

naadla Naadla

f. Pl. gl.

'Nadel'. Naadla und Fada 'Nähzeug'.

naahi naahi

'nachfolgend; vorwärts'.

naahicho naahicho

(naahiko)

  1. 'nachfolgen; den Anschluss halten können',
  2. 'begreifen, verstehen'.
naahifaara naahifaara

(naahigfaara)

'mit dem Vieh den Stall oder den Weideplatz wechseln'.
naahifreega naahifreega

(naahigfreegat)

'nachfragen, wiederholt fragen'. Är hed dr naahigfreegät.

naahipluendara naahiplündara

(naahiplündarat)

'zügeln'. Zu Plunder.

naahiraechha naahirächha

(naahigrächhat)

'mit dem Rechen den letzten Rest Heu oder Gras zusammennehmen'.
naahitua naahitua

(naahitaa)

  1. 'vorwärts machen',
  2. '(bei einer Uhr den Zeiger) vorwärtsschieben'.
Tua naahi 'mach (endlich) vorwärts'.
naamanaemm naamanämm

[nà:man´ämm]

'«nach diesem»; wenn es so ist; in diesem Falle'.
naaschlaa naaschlaa

(naagschlaga)

'nachgeraten'. Ar schlaad am Ätti naa 'er schlägt dem Vater nach'.

naasummer Naasummer

m.

'«Nachsommer»', die Zeit nach dem 16. August.
naazi Naazi

m.

männl. Vorname, Kurzform von Ignaz, Ignatius

naebl Näbl

m.

'Nebel'. Redensart: Vor Wienicht bringt r Brood, naa Wienicht bringt r dr Tood 'vor Weihnachten bringt er Brot, nach Weihnachten bringt er Tod'.

nacht Nacht

f.

'Nacht'. Tümmer as d Nacht '«dümmer als die Nacht», sehr dumm'; stoggtüngli Nacht '«stockdunkle Nacht», sehr finster'.

nachta nachta

(gnachtat)

'Nacht werden, dunkel werden'. Auch zuanachta.

nachthemm Nachthemm

n.

'«Nachthemd», Hemd, welches zum Schlafen angezogen wird'.